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Mariusz wird oft erkannt - »Christina« geht nach Treis

Artikel vom 06.08.2010 - 21.00 Uhr

Mariusz wird oft erkannt - »Christina« geht nach Treis

Gießen (kw). Nicht nur als Besucher der »Golden Oldies« (die AZ berichtete), sondern auch anderswo in und um Gießen werden Mariusz und Edyta Stepniak häufig erkannt. Kein Wunder - waren doch Hunderte von AZ-Lesern so bewegt von der Geschichte des Jungen, dass sie Geld für ihn gespendet haben.
Rolf Vogel aus Staufenberg-Treis hat »Christina« gewonnen. Darüber freuten sich bei der Übergabe auch seine Enkelinnen Maleen (s
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Rolf Vogel aus Staufenberg-Treis hat »Christina« gewonnen. Darüber freuten sich bei der Übergabe auch seine Enkelinnen Maleen (sieben) und Lia (ein Jahr alt). (Foto: Schepp)
»Darf ich den Hund mal streicheln?« Eine Begleiterin übersetzt die Frage des Jungen, die Spaziergänger sagen freundlich ja. Dann stutzen sie, mustern den Zehnjährigen und seine Mutter noch einmal genauer und wollen wissen: »Mariusz, bist du das?« Der Zehnjährige nickt zunächst schüchtern. Doch nach kurzem Gespräch hebt er sein Hemd, um die Narben seiner bisherigen Herzoperationen zu zeigen.

Für Mariusz sind inzwischen beinahe 100 900 Euro gesammelt worden. 250 Euro davon kamen zusammen bei der Verlosung der Porzellanpuppe »Christina«. Wie berichtet, hatte eine Künstlerin aus dem Vogelsbergkreis ihr Werk zur Verfügung gestellt, um die AZ-Hilfsaktion »Ein neues Herz für Mariusz« zu unterstützen. Über 40 Leser hatten mitgemacht, indem sie fünf oder mehr Euro auf das Verlosungs-Konto bei der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft einzahlten.

Unter ihnen wurde Rolf Vogel aus Staufenberg-Treis als Gewinner in gezogen. Er nahm »Christina« dieser Tage strahlend im Empfang. Die Puppe mit dem sanften Gesicht und der wertvollen Ausstattung aus Samt, Taft und Spitze werde einen Ehrenplatz in einer Sammlervitrine erhalten, sagte er. Christina ist ungefähr so groß wie Lia, die einjährige Enkelin des Gewinners, die bei der Gewinnübergabe ebenso dabei war wie die siebenjährige Maleen.

Mariusz und seine Mutter warten währenddessen weiter auf ein Spendenherz und versuchen in Gießen einen möglichst normalen Alltag zu führen. Die Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland konnte Edyta Stepniak kaum fassen - nun bekommen beide bei persönlichen Begegnungen mit, wie viele Leser Mariusz’ Schicksal mitfühlend verfolgt haben. Sie gewöhnen sich allmählich daran, von Wildfremden angesprochen, gegrüßt oder schlicht angelächelt zu werden.

Mit der Spendenaktion »Ein neues Herz für Mariusz« wird Geld gesammelt für den zehnjährigen Mariusz Stepniak. Der Junge aus Zgierz in Polen leidet an dilatativer Kardiomyopathie, einer Herzmuskelerkrankung. Er braucht dringend eine Herztransplantation, die am Gießener Kinderherzzentrum im Universitätsklinikum durchgeführt werden soll. Fast 100 000 Euro wurden gesammelt dank seiner Unterstützer: Zu Spenden aufgerufen haben die Gießener Allgemeine Zeitung, die Stiftung Gajusz in Polen und die Gruppe »Hoffnungsschimmer« (»Light of hope«) in Deutschland. Dank der großen Spendensumme wurde Mariusz Mitte Juli im Klinikum aufgenommen und wartet nun in Gießen auf ein passendes Organ. Seine Behandlung kann aber deutlich teurer werden, etwa wenn er vor oder nach der Operation ein Kunstherz benötigt. Deshalb wird weiter um Spenden gebeten (siehe unten).



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Artikel vom 06.08.2010 - 21.00 Uhr
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