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Männer waren 2009 am Arbeitsmarkt die Verlierer

Artikel vom 29.01.2010 - 22.10 Uhr

Männer waren 2009 am Arbeitsmarkt die Verlierer

Gießen (jri). Das»Starke« Geschlecht ist von Jobverlust besonders betroffen. Dies war eine der Botschaften der Gießener Arbeitsagentur bei der Bilanz-Pressekonferenz für das Jahr 2009.
Der neue Chef der Gießener Arbeitsagentur, Eckart Schäfer, sieht eine »Herkulesaufgabe« auf sich zukommen. 	(Foto: Schepp)
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Der neue Chef der Gießener Arbeitsagentur, Eckart Schäfer, sieht eine »Herkulesaufgabe« auf sich zukommen. (Foto: Schepp)
Männer haben in Mittelhessen im Arbeitsjahr 2009 besonders stark unter der Wirtschaftskrise gelitten. So stieg die Zahl der arbeitslosen Männer im Agenturbezirk Gießen im Jahresdurchschnitt um 3,8 Prozent (im Vergleich zum Vorjahr) auf 12 279 Personen. Bei den Frauen sieht die Lage deutlich rosiger aus: Ihr Anteil an den Personen ohne Beschäftigung reduzierte sich um 10,2 Prozent auf 10 202 Frauen merklich. »Insgesamt blickt die Agentur für Arbeit Gießen aber auf ein erfolgreiches Jahr zurück, denn die Gesamtzahl der Arbeitslosen ging um drei Prozent auf 22 481 Menschen zurück«, bilanzierte der neue Leiter der Behörde, Eckart Schäfer am Freitag. Dies entspricht einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent (2008: 7,3 Prozent). »Das berühmt-berüchtigte Krisenjahr 2009 mit seinen beängstigenden Prognosen hat noch keine Wirkung auf den Arbeitsmarkt gezeigt«, freute sich Schäfer, der seit dem 1. Dezember für die Agentur verantwortlich ist.

Der Krise zum Trotz kann der Agenturbezirk Gießen sogar den niedrigsten Stand an Arbeitslosen seit 2001 verzeichnen. Dies sei, so der 39-jährige Agenturchef und Nachfolger des in den Ruhestand verabschiedeten Hans-Bernhard Baumstieger, auf drei wesentliche Gründe zurückzuführen. Erstens werde der Arbeitsmarkt in und um Gießen herum maßgeblich vom Dienstleistungsgewerbe, von Technologieunternehmen und von den Hochschulen geprägt - alles Arbeitsbereiche, die momentan nicht so stark vom Jobverlust betroffen sind wie das produzierende Gewerbe. Zweitens habe die Politik durch die Förderung der Kurzarbeit für weniger Entlassungen gesorgt und damit stabilisierend auf Konsum und Produktion gewirkt. Und drittens reagiere der Arbeitsmarkt stets mit etwa halbjähriger Verzögerung auf Krisen.

Gleichwohl räumte Schäfer ein, dass die Zahlen von 2001 nicht ohne Weiteres mit denen von heute vergleichbar seien. Die Definition der Zählkriterien (wer als arbeitslos gilt und wer nicht) bestimme nämlich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales - und das Ministerium habe die Zählkriterien im letzten Jahrzehnt mehrfach geändert. Für mehr Transparenz könnten zukünftig Zahlen und Daten zur allgemeinen Unterbeschäftigung sorgen, meinte Schäfer.

Den starken Arbeitslosenanstieg bei den Männern führte der Gießener Arbeitsamtdirektor darauf zurück, dass Berufe in der Industrie, in der mit viel Körperkraft gearbeitet werden müsse, besonders stark vom Jobabbau betroffen waren.

Was die Erwerbslosigkeit von älteren Menschen über 50 Jahre in der Region betrifft, so hat sich deren Anteil nur leicht um 0,6 Prozent auf 5825 Personen erhöht. 2008 gab es in dieser Gruppe noch einen deutlichen Rückgang um 14,2 Prozent zu verzeichnen.

Für jüngere Beschäftigte unter 25 Jahren im Gießener Agenturbezirk war 2009 dagegen ein gutes Jahr: Die Jugendarbeitslosigkeit reduzierte sich um 2,7 Prozent auf 2546 Teens und Twens, obwohl zugleich auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze um 13 Prozent sank.



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Artikel vom 29.01.2010 - 22.10 Uhr
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