»Loewe«: Universität nimmt eine weitere wichtige Hürde
Gießen (pm). Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat erneut eine wichtige Hürde genommen: Mit unterschiedlichen Vorhaben zu transeuropäischen Kulturwissenschaften, zu Raumfahrt-Ionenantrieben und zum menschlichen Abwehrsystem hat sich die Hochschule - wie berichtet - an der vierten Staffel der hessischen Exzellenzinitiative »Loewe« beteiligt.
Jetzt kam die gute Nachricht aus Wiesbaden: Die Universität wurde aufgefordert, für alle drei geplanten »Loewe«-Schwerpunkte Vollanträge zu stellen. Insgesamt 21 Antragsskizzen waren eingereicht worden; zehn Skizzen wurden positiv begutachtet. Die JLU, die jetzt mit allen drei Antragsskizzen noch im Rennen und darüber hinaus an dem Projekt »Adamed« (Adaptive statistische Methoden für die individualisierte Medizin/Federführung Philipps-Universität Marburg, Beteiligung Universität Frankfurt) beteiligt ist, liegt mit diesem Ergebnis in der Zwischenrunde hessenweit auf Platz eins.
Grund zur Freude für das JLU-Präsidium: Präsident Prof. Joybrato Mukherjee sieht die Universität auf dem richtigen Weg: »Die Bemühungen in den verschiedenen Profilbereichen der Universität Gießen, das ›Loewe‹-Programm zur Exzellenzbildung zu nutzen, werden auf diese Weise erneut bestätigt.« Im Erfolgsfall werde es möglich, in den Kulturwissenschaften, in den Lebenswissenschaften und darüber hinaus die Grundlagen für weitere große Verbundprojekte in der Zukunft zu legen. Folgende drei JLU-Antragsskizzen wurden in der vierten Runde des Forschungsförderungsprogramms »Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz« durch den »Loewe«-Programmbeirat und die Verwaltungskommission zur Erarbeitung von Vollanträgen aufgefordert.
Non-neuronale cholinerge Systeme: An diesem geplanten Schwerpunkt unter Federführung der JLU (Sprecher: Prof. Wolfgang Kummer; Institut für Anatomie und Zellbiologie) sind die Universitäten Marburg und Frankfurt beteiligt. Es geht um Mechanismen der Aufrechterhaltung der Körperbarriere und -integrität, die bisher nur fragmentarisch verstanden sind.
»Ritsat« Raumfahrt-Ionenantriebe - Plasmaphysikalische Grundlagen und zukünftige Technologien: Bei diesem Vorhaben wird die JLU (Sprecher: Prof. Bruno K. Meyer, 1. Physikalisches Institut) mit der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung Darmstadt und der Fachhochschule Gießen-Friedberg zusammenarbeiten. Die Grenzen konventioneller Ionentriebwerkskonzepte sind inzwischen bekannt. In diesem Projekt sollen daher Kleinsttriebwerke bis zum missionstauglichen Flugdemonstrator weiterentwickelt werden.
Transeuropäische Kulturwissenschaften, Ost-West-Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer: Für dieses Vorhaben wird die Universität ihre enge Kooperation mit dem Herder-Institut Marburg weiter intensivieren. Sprecher sind Prof. Monika Wingender (Geschäftsführerin des Gießener Zentrums Östliches Europa GiZo, Fachgebiet: Slavistik) und Prof. Peter Haslinger (Direktor des Herder-Instituts, Fachgebiet: Osteuropäische Geschichte an der JLU) sowie Prof. Ansgar Nünning (Director of Graduate Studies am GCSC). Die von starken Diskontinuitäten geprägte Entwicklung von Ost und West wird im Hinblick auf den Wissenstransfer immer wieder festgestellt, ist aber noch kaum erforscht. Das ist der Ausgangspunkt des Projekts.
Beteiligt ist die JLU überdies an dem Projekt »Adamed« (Adaptive statistische Methoden für die individualisierte Medizin) unter Federführung der Universität Marburg und in Kooperation mit der Universität Frankfurt am Main.
Die Vollanträge müssen bis zum 1. Dezember 2010 eingegangen sein und werden dann im Frühjahr 2011 von externen Wissenschaftlern an Ort und Stelle begutachtet. Die endgültige Entscheidung über eine Förderung ab Januar 2012 wird dann im Sommer 2011 in den genannten Gremien fallen.
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