Licher Straße: Gleich am ersten Tag der Bauarbeiten gab's Protest
Gießen (mö). Die Tiefbauarbeiten in der Licher Straße haben noch nicht begonnen, da gibt es bereits Protest. Er richtet sich gegen das Verkehrsaufkommen im Bereich Fasanenweg/Anneröder Weg/Heinrich-Fourier-Straße, das seit Montag schlagartig zugenommen hat. Denn mit Beginn des Umbaus der Licher Straße führt eine der Umleitungsstrecken durch die Anneröder Siedlung.
Viel Verkehr floss über den Anneröder Weg, auf dem am Nachmittag eine mobile Fußgängerampel aufgestellt wurde. (Fotos: Schepp)
Ein Anwohner des Angers kündigte daher eine Unterschriftenaktion an, damit die Stadt mindestens eine »mobile Fußgängerampel« im Anneröder Weg aufstellt. Daran haben die Verkehrsplaner offenbar im Vorfeld gedacht, denn am Nachmittag wurde die gewünschte Lichtzeichenanlage bereits aufgebaut.
Auch nach Beobachtung der AZ herrschte seit den Morgenstunden in der Anneröder Siedlung reger Durchgangsverkehr; vereinzelt sah man sogar Sattelschlepper auf der Umleitungsstrecke, die eigentlich nur für Anlieger gedacht ist. Viele Verkehrsteilnehmer, die auf der Bundesstraße 457 aus Richtung Lich fuhren, ignorierten offenbar das auf Höhe des Europaviertels aufgestellte Anlieger-Schild und fuhren einfach weiter Richtung Innenstadt statt der Umleitung durch das Gewerbegebiet zur B 49/Grünberger Straße zu folgen. Auf Höhe der Esso-Tankstelle wurde dieser Verkehr dann nach rechts in den Fasanenweg abgeleitet und gelangte über den Anneröder Weg bzw. die Heinrich-Fourier-Straße wieder zur Licher Straße zurück. Da die gestern noch bis in die Innenstadt frei befahrbar war, lohnte sich das Ignorieren der Regelung »Nur für Anlieger«. Zudem wurde die Sperrung der Ringabfahrten Licher Straße für Verkehrsteilnehmer, die das Ziel Gießen City haben, gestern noch nicht wirksam.
Bau- und Verkehrsdezernent Thomas Rausch sagte, früher oder später werde sich das Problem erledigen, wenn es die Bauarbeiten erforderten, die Licher Straße stadteinwärts komplett zu sperren. Rausch: »Wenn das mit der Anlieger-Regelung weiter einfach ignoriert wird, machen wir die Straße eben gleich dicht und lassen nur noch die Busse durch.« Es müsse jetzt beobachtet werden, wie sich die Verkehrsströme verteilten.
Der Anger-Bewohner gibt zu bedenken, dass in den Wohnstraßen nördlich des Anneröder Wegs viele Kinder und Jugendliche lebten, die das Schulzentrum Ost besuchten und diese Straße, für die seit gestern auch Parkverbote gelten, jeden Morgen queren müssten. Das können die Schüler/innen nunmehr gefahrloser, wenn sie die Querung an der mobilen Ampel nehmen, die kurz vor dem Abzweig der Fourier-Straße auf dem Anneröder Weg platziert wurde.
Stadtrat Rausch erinnerte an den Umbau der Frankfurter Straße vor einigen Jahren. Damals habe die Verkehrsführung nach einer Gewöhnungszeit gut funktioniert, und auch das bauliche Ergebnis der Umgestaltung sei allenthalben auf Zustimmung von Anwohnern und Gewerbetreibenden gestoßen.
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