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Leser-Hilfe macht das Warten für Mariusz leichter

Artikel vom 03.09.2010 - 20.03 Uhr

Leser-Hilfe macht das Warten für Mariusz leichter

Gießen (kw). Mariusz geht mit seiner Mutter spazieren oder wird zu Ausflügen mitgenommen, hilft beim Kochen, kickt mit Nachbarsjungen und spielt an den Wochenenden bei Familie Färber in Sinn mit deren Kindern, die auch Polnisch sprechen: Die Gastgeber und deren Bekannte tun, was sie können, um dem Zehnjährigen und Edyta Stepniak das Warten auf ein Spenderherz zu erleichtern. Und auch AZ-Leser tragen dazu bei.
Gebannt war Mariusz schon nach wenigen Minuten von seiner neuen Playstation. Dass er damit ein weiteres Mittel gegen Langeweile
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Gebannt war Mariusz schon nach wenigen Minuten von seiner neuen Playstation. Dass er damit ein weiteres Mittel gegen Langeweile hat, freut auch seine Mutter Edyta Stepniak (r.) und Cornelia Kopik, Nachbarin des Gießener Gastgeber-Ehepaars Schwierz. (Foto: Schepp)
Nachdem die Gießener Allgemeine Zeitung über Mariusz’ defekten Laptop berichtet hat, bekam er kürzlich eine nagelneue Playstation. Seine Wünsche, einmal ein Kart zu steuern und auf einem Quad mitzufahren, lassen sich wohl ebenfalls bald erfüllen.

»Ich kann mir vorstellen, wie sich der Junge und seine Familie fühlen«, sagt Dr. Moritz Jacobi. Der im Kreis Gießen lebende AZ-Leser war deshalb froh, dass er nun ganz praktisch helfen konnte. Seine Firma Positiv Multimedia mit Sitz in Harscheid in der Eifel spendete die Playstation samt zweier Spiele, die Mariusz selbst aussuchen durfte. Auf dem kleinen Bildschirm kann der Zehnjährige nun virtuell tun, was ihm in der Realität wegen seines schwachen Herzens kaum möglich ist: Fußball spielen und Autorennen fahren.

Einmal ein Kart steuern – das darf er aber schon. Dazu gibt ihm der Kartverein Oppenrod die Gelegenheit. Beim Jugendtraining auf der »ADAC Motorsportarena Stefan Bellof« sei der Gast willkommen, erklärte Vorsitzender Harald Gans. Auch für die ersehnte Mitfahrt auf einem Quad – einem vierrädrigen Motorrad – gibt es bereits ein Angebot, und zwar über eine Kollegin aus dem AZ-Verlagshaus. Mehr dazu demnächst.

Stetige Hilfe leisten Agata und Peter Schwierz. Bei dem Gießener Ehepaar leben Mariusz und Edyta Stepniak derzeit – obwohl sie sich erst seit einigen Monaten kennen. Der Kontakt kam zustande über eine Internetseite, erzählt Agata Schwierz, die aus Polen stammt. Die Gruppe »Hoffnungsschimmer« (»Light of Hope«) suchte in dem Forum Menschen, die bei der Suche nach einer günstigen Wohnmöglichkeit in Gießen oder Umgebung helfen könnten. »Ich habe alles über Mariusz gelesen und mit meinem Mann gesprochen. Wir haben entschieden: Wir bieten unser freies Zimmer an«, erzählt die Gießenerin. Schon im Januar wohnten die Stepniaks bei ihnen und nun seit Mitte Juli erneut. Agata Schwierz ist ebenso wie ihr Mann beruflich eingespannt. In ihrer Freizeit leistet sie nun bei den Ärzten und auch häufig im Alltag Übersetzungsdienste, und natürlich kümmert sie sich auch allgemein um die Gäste. Manchmal übernimmt das auch ihre Nachbarin Cornelia Kopik, die ebenfalls Polnisch spricht.

Die Wochenenden verbringen Mutter und Sohn bei Familie Färber in Sinn, an Werktagen sollten sie besser in Gießen sein: Wenn plötzlich ein Spenderherz zur Verfügung steht, müssen sie innerhalb von zwei Stunden in der Universitätsklinik sein können. Auch die Färbers kannten die Stepniaks noch gar nicht, als sie ihnen ihre Unterstützung anboten.



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Artikel vom 03.09.2010 - 20.03 Uhr
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