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Lange Nacht des Rock’n’Roll im Ulenspiegel

Artikel vom 26.01.2010 - 19.08 Uhr

Lange Nacht des Rock’n’Roll im Ulenspiegel

Fast schien es so, als hätte jemand im Kalender zurückgeblättert, nicht einige Tage, sondern gut und gern ein halbes Jahrhundert: Die Lange Nacht des Rock’n’Roll im Ulenspiegel mit den Tornado Roosters und den Town Rebels führte musikalisch zurück in die 50er Jahre.
Die Tornado Roosters heizen ihrem Publikum mächtig ein.	(Foto: olz)
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Die Tornado Roosters heizen ihrem Publikum mächtig ein. (Foto: olz)
Genauso könnte es gewesen sein, damals in den 50er Jahren, als die »Halbstarken« eine erste Jugendrevolte auch auf bundesrepublikanischem Boden starteten, Kleidungsstücke wie Lederjacke und Jeans oder die Haartolle zu Symbolen wurden und eine Musikrichtung die ganze Welt eroberte: der Rock’n’Roll. Wären James Dean oder Marlon Brando am Samstagabend bei der »Gießen Rock’n’Roll Show« im Ulenspiegel um die Ecke gekommen, es hätte vermutlich niemanden wirklich verwundert.

Nun besteht bei historischen Vergleichen ja immer die Gefahr, dass sie in Nostalgie verfallen oder auch einen Rückschritt beschreiben können, doch genau das trifft diesmal nicht zu. Ganz im Gegenteil gibt es kaum ein besseres Gütesiegel als diesen Vergleich, denn er macht deutlich, dass sich hinter der Musikrichtung das verbindende, aufbegehrende Lebensgefühl einer Generation, die seinerzeit gegen restaurativ-konservative Gesellschaften zu Felde zog, verbirgt. Mit anderen Worten: Rock’n’Roll ist pure Leidenschaft, Ausdruck, Gefühl. Wer wollte daran zweifeln, dass diese Werte nach wie vor ihre Gültigkeit haben und es auch heute Bands gibt, die dazu in der Lage sind, die emotionale Dynamik erstklassig auf die Bühne zu bringen. Es gibt sie auch in Mittelhessen, wie die Gießener Bands The Tornado Roosters und The Town Rebels am Samstag eindrucksvoll bewiesen.

Doch was ist nötig, um dieses Lebensgefühl auch wirklich zu zelebrieren? Die Antwort darauf geben zwei geflügelte Worte: »harte Arbeit« und »Handwerk hat goldenen Boden«. Beides könnte die Bands kaum besser beschreiben. Sowohl die Tornado Roosters um Sänger A. J. Kappeller, Stefan Kraft an den Drums, Jörg Helfrich (Gitarre und Vocals), Konrad Manz am Bass und Lasse Löytynoja an der Gitarre, wie auch die Town Rebels mit Sänger und Gitarrist Christian Hochmuth, Andreas Endruschat an den Drums und Thomas Bonsa (Bassgitarre und Vocals). Sie beherrschen ihr Handwerk, jeder Gitarrengriff sitzt.

Beide Gruppen zeigen, dass sie wirklich großen Spaß am Spielen haben, und um zu sehen, dass das auch harte Arbeit bedeutet, muss man seinen Blick nur auf die Stirnen der Künstler richten, von denen der Schweiß in Strömen rinnt. Insgesamt ein rundum gelungener Abend, an dem auch die gut 200 Zuhörer ihren Anteil hatten, nicht nur durch ausgelassene Feierstimmung, sondern auch durch ihr Erscheinungsbild, das gerade bei den Herren von zahlreichen Haartollen dominiert wurde. olz

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Artikel vom 26.01.2010 - 19.08 Uhr
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