Landgraf-Ludwigs-Gymnasium: Im Neubau entsteht ein »Sprachenhaus«
Gießen (pd). Seit weit über einem Jahr ist die Direktorenstelle am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium vakant. Doch auch wenn man am LLG im vor gut drei Wochen begonnenen neuen Schuljahr weiter auf eine Entscheidung aus dem Kultusministerium wartet, kann von Stillstand in der Entwicklung des Gymnasiums keine Rede sein.
Der im April 2008 eingeweihte Neubau des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums wird bald zum »Sprachenhaus«. (Foto: Schepp)
So durften sich Schüler/innen der 2007/2008 eingerichteten Klassen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt in der jüngsten Vergangenheit über etliche Wettbewerbserfolge freuen. Neue Entwicklungen gibt es auch auf dem Fremdsprachensektor. Die stellvertretende Schulleiterin Antje Mühlhans, die seit Beginn des vergangenen Schuljahrs auch die Aufgaben der Direktorin wahrnimmt, stellte jetzt gemeinsam mit Englisch-Fachsprecher Jens Dreßler die aktuellen Pläne vor.
Bereits in der Umsetzungsphase ist das Vorhaben, aus dem im April 2008 eingeweihten Neubau mit vier Klassenräumen ein »Sprachenhaus« zu entwickeln. Auf Dauer soll in Haus E, das auch die Aula und den Schülerkiosk beherbergt, ausschließlich Fremdsprachenunterricht erteilt werden. »Für methodisch-didaktisch hochwertigen Unterricht müssen wir medial gut aufgestellt sein«, bekräftigte Mühlhans. Um interkulturelles Lernen umzusetzen, werde man über das Fachbuch hinaus auch Beamer, Rechner und Lautsprecher einsetzen, ergänzte Dreßler, der am LLG auch die Mittelstufe koordiniert. So wird es künftig beispielsweise möglich sein, mit den Schülern im Internet die Seite der australischen Regierung zu besuchen, wenn im Unterricht der fünfte Kontinent behandelt wird, oder sich mit Umweltminister Peter Garrett zu verlinken, dem ehemaligen Sänger der Gruppe »Midnight Oil«. Da Schulbuchverlage wie Klett längst Materialien anbieten, die weit über das Schulbuch hinausgehen und auch Sender wie die BBC auf ihrer Homepage mit »Learning English« kindgerechte Angebote zum Spracherwerb machen, liege es im Endeffekt an den Schulen selbst, die technischen Voraussetzungen zur Nutzung dieser Möglichkeiten zu schaffen. Die Schulleitung geht ebenso wie Dr. Michael Botor als Fachbereichsleiter Sprachen davon aus, dass das »Sprachenhaus« am LLG nach den Herbstferien komplett ausgestattet ist. Dann sollen die Klassenräume so gestaltet sein, dass die Nähe zur jeweiligen Sprache auch optisch erkennbar ist. Ziel der optimierten Unterrichtsbedingungen ist eine verbesserte Sprachkompetenz der Schüler, die auch dank besserer Diagnosemöglichkeiten in den Fächern Englisch, Französisch und Spanisch realisiert werden soll.
Speziell auf Schüler mit einem besonderen Interesse an der englischen Sprache ist ein Angebot ausgerichtet, das sich ab dem kommenden Schuljahr an Kinder der Jahrgänge 5 und 6 richtet. Mit dem Eingangsprofil »Englisch Plus« möchte das LLG mit einer zusätzlichen wöchentlichen Englischstunde eine intensivere Auseinandersetzung mit der Welt-, Wirtschafts- und Wissenschaftssprache Englisch ermöglichen. Je nach Interessenlage soll der Umgang mit der englischen Sprache noch stärker mit Elementen anderer Fächer - etwa mit Musik oder Darstellendem Spiel - verknüpft werden. Das Profil »Englisch Plus«, das soeben von der Fachkonferenz Englisch befürwortet wurde und demnächst der Gesamt- sowie der Schulkonferenz vorgestellt wird, »bietet einen Start ins gymnasiale Schulleben, der an einer modernen Fremdsprache orientiert ist«, bekräftigten Mühlhans und Dreßler.