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Landesgartenschau: Einnahmeziel wird wohl erreicht

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Artikel vom 01.08.2014 - 06.46 Uhr

Landesgartenschau: Einnahmeziel wird wohl erreicht

Gießen (mö). Obwohl sich abzeichnet, dass bei der Landergartenschau das von den Veranstaltern ausgegebene Besucherziel von 700 000 nicht erreicht wird, wird sich nach Einschätzung von Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich das bereits 2008 eingeplante Defizit in Höhe von 2,6 Millionen Euro nicht erhöhen.

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Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (3.v.l.) erklärt ihren Wiesbadener und Gießener Parteifreunden die Landesgartenschau. Rechts neben ihr MdL Eva Goldbach und Grünen-Landtagsfraktionschef Matthias Wagner. (Foto: Schepp)
© Oliver Schepp
Nach jetzigem Stand werde die im Durchführungshaushalt eingeplante Einnahme durch Eintrittsgelder in Höhe von 5,6 Milionen Euro dennoch erreicht, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende der Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH am Donnerstag bei einem Rundgang über das Gelände.

Zu Gast in der Wieseckaue war Matthias Wagner, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Hessischen Landtag. In Begleitung der für Gießen zuständigen Landtagsabgeordneten Eva Goldbach aus dem Vogelsbergkreis informierte sich der Gast aus Wiesbaden über die Veränderungen durch die Landesgartenschau in Gießen.

Bei der Begrüßung witzelte Wagner, bei den Landtags-Grünen sei nur von der »Landesgerdaschau« die Rede, weil seine Gießener Parteifreundin auch in Wiesbaden unentwegt für einen Besuch der LGS werbe. Die Gartenschau habe bei ihm jedenfalls schon für eine Korrektur seines bisherigen Gießen-Bilds gesorgt: »Was ich bis jetzt gesehen habe, hat mein Bild von Gießen verändert«, sagte der Landespolitiker.

Wagner nahm den Besuch auf dem Ausstellungsgelände auch zum Anlass, auf das von der schwarz-grünen Landesregierung auf den Weg gebrachte Tariftreue- und Vergabegesetz zu verweisen, das es den Kommunen erleichtere, Aufträge künftig auch nach ökologischen und sozialen Kriterien zu vergeben. Die Gartenschau in Gießen sei ein Beispiel dafür, wie aufwändig es gewesen sei, solche Kriterien ohne gesetzliche Grundlage durchzusetzen.

Gemeint war das an vielen Stellen in der Wieseckaue verlegte Pflaster, das zwar aus China importiert, aber nachweislich unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wurde. Die LGS GmbH hatte diesen Nachweis im vergangenen Jahr im Zuge von Recherchen der GAZ liefern können.

Die zuletzt auch im Stadtparlament geführte Diskussion, ob der LGS-Caterer aus Sachsen den für die hessische Gastronomie gültigen Mindestlohn zahlt, fand bei dem gestrigen Ortstermin dagegen keine Fortsetzung.

Was die Haushaltsführung der Gießener Gartenschau betrifft, erinnerte Weigel-Greilich daran, dass die Veranstalter von Anfang an entschieden hatten, den Durchführungshaushalt wie bei vorherigen Schauen »nicht mehr schönzurechnen«. Dies habe zur frühzeitigen Einplanung des städtischen Zuschusses in Höhe der 2,6 Millionen Euro geführt, für die im Stadtetat längst eine Rückstellung gebildet worden sei. Dieser Zuschuss bilde die »eigentlichen Landesgartenschaukosten« ab, während Gießen von den getätigten Bauinvestitionen dauerhaft profitieren werde.

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Artikel vom 01.08.2014 - 06.46 Uhr
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»Faires« China-Pflaster für die Landesgartenschau
BI: LGS-Besucherziel nicht zu erreichen
Leserkommentare
(07.08.2014 00:11)
Ingrid1
Die Landesgartenschau ...
Bad Nauheim hat uns Bürger mit einem manchmal funktionierenden Aufzug im Bahnhof bereichert und uns nebenbei Gebührenerhöhungen gebracht, die kaum noch zu stemmen sind. Aber Hauptsache, jede Stadt hat mal eine Landesgartenschau.
(06.08.2014 14:06)
wolf
Schönrechnerei!
Vermutlich hat das Zertifikat für den 'fairen Handel' mit China-Pflaster ebensoviel gekostet, wie die Steine-Lieferung um den halben Globus.
Und sowas von ökologisch und ökonomisch!
Ansonsten bin ich immer wieder erstaunt, mit welchen nichtssagenden Worthülsen sich unsere 'Volksvertreter' in der Öffentlichkeit präsentieren.
Tariftreue bla bla bla!
Wenn man wirklich bemüht wäre, für Transparenz und Aufklärung zu sorgen, hätte man das Thema CATERER + DUMPINGLOHN hier nicht totgeschwiegen, sondern klar Stellung bezogen und offene Fragen beantwortet.
Aber nein. Das Thema wird bis zur Beendigung der Show verschleppt, damit es dann in Vergessenheit gerät. Somit kann der Caterer weiterziehen und sich der nächsten Blumenschau mit den gleichen Konditionen zuwenden.
(06.08.2014 10:11)
marty_Gi
Staunen
Bin eher erstaunt darueber, wie wenig dann doch von den Original-Plaenen umgesetzt wurde. Wie wenig sich im Gebiet um den Schwanenteich nach Abbau der nur fuer die Dauer der Schau stehenden Hallen geaendert haben wird - und das bei den immensen Kosten und den Auswirkungen auf die Natur waehrend der Bauphase (und auch stellenweise danach).
Schaue ich mir dann den absolut haesslichen Bauzaun an, der die Anlage eingrenzt, hat diese Landesgartenschau leider wenig Einladendes, Ziele und Ergebnis liegen nicht nur bei den Zahlen weit auseinander, und ich kann kaum sagen, dass die Stadt dadurch an Attraktivitaet gewonnen haette.
Schade, da hatte ich vor der Schau auch noch andere Erwartungen....
(05.08.2014 14:24)
Bellow
LaGerSchau
Ob Herr Wagner auch noch witzelt, wenn er erfährt, daß seine Parteifreundin in Gießen Kettensägen-Gerda resp. Beton-Gerda genannt wird? Welches Bild von Gießen hatte Herr Wagner denn VOR der Landesgartenschau? Kannte er das wunderschöne, weitgehend naturbelassene Gelände des Events? Weiß Herr Wagner, wieviele Bäume, Sträucher, Grünflächen weichen mußten, um dieser Landes-Gaudi-Schau Platz zu machen?
Weiß Herr Wagner um den erbitterten Widerstand vieler Gießener gegen die Landesgartenschau zum einen aufgrund der Verschwendung von Millionen Steuergeldern vor allem aber auch aufgrund des ökologischen Desasters?
Die getätigten und noch zu tätigenden Baumaßnahmen, von welchen „Gießen dauerhaft profitieren werde“ sind in meinen Augen in ihrer Scheußlichkeit nicht mehr zu überbieten. Ausgeräumte Betonwüsten, Tausende Quadratmeter versiegelter Flächen, Hunderte gefällte Bäume etc.
GRÜN geht anders! Ging mal anders. Nie mehr GRÜN in Gießen!
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