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Kühne-Hörmann würdigt JLU-Erfolg bei »Loewe«

Artikel vom 10.08.2010 - 23.00 Uhr

Kühne-Hörmann würdigt JLU-Erfolg bei »Loewe«

Gießen (kw). Schmeißfliegen reinigen Wunden, Rattenschwanzlarven wehren sich erfolgreich gegen die Bakterien in Jauchegruben, Wachsmotten schalten Cholera- und Wundbranderreger aus. Können wir Menschen uns diese Fähigkeiten zunutze machen?
Dank dieser Kunststoffteilchen - ähnlich denen in Windeln - kann Boden viel mehr Wasser speichern: Das demonstrierte Dr. Lutz Br
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Dank dieser Kunststoffteilchen - ähnlich denen in Windeln - kann Boden viel mehr Wasser speichern: Das demonstrierte Dr. Lutz Breuer (l.) unter anderem dem JLU-Präsidenten Prof. Mukherjee, der Ministerin Kühne-Hörmann, dem FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich und der stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteherin Annette Greilich (v. r.). (Foto: Schepp)
Diese Frage steht im Mittelpunkt der Insektenbiotechnologie. In Deutschland haben Forscher der Gießener Justus-Liebig-Universität um Prof. Andreas Vilcinskas die Nase vorn in dieser jungen Wissenschaft. Sie wollen ihre Arbeit mit Partnerhochschulen zum langfristig arbeitenden »Zentrum« ausbauen. Das erklärten Vilcinskas und JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee am Dienstag beim Besuch der hessischen Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann.

Die FDP-Politikerin besuchte im Rahmen ihrer Sommerreise zwei weitere Vorhaben, die von der »Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz - kurz: Loewe - gefördert werden. Dabei geht es um »Geohumus« und einen neuartigen Allergietest.

Das Humus-Projekt - das Land fördert es mit rund 365 000 Euro für 2009/10 - stelle ein Puzzlestück bei der Lösung der »gigantischen Wasserprobleme« in der Welt dar, sagte Prof. Hans-Georg Frede, Leiter des Instituts für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement an der JLU. Gemeinsam mit der Frankfurter Firma Geohumus und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf befassen sich die Gießener mit stark wasserspeichernden Kunststoffen, wie sie etwa auch in Windeln verwendet werden. Sie könnten die Bodenqualität und damit auch das Pflanzenwachstum verbessern, so Frede: Versuche beispielsweise in einer Mangoplantage in Ägypten zeigten, dass nur noch halb so viel Wasser gebraucht wird. Damit der Gesetzgeber erlaubt, diese Polymere auch hier in die Erde zu bringen, müsse man zunächst aber nachweisen, dass sie natürlich abgebaut werden. Ersten Ergebnissen zufolge sei das wohl innerhalb von vier bis sechs Jahren der Fall, schilderten Frede und sein Mitarbeiter Dr. Lutz Breuer. Die komplizierten Apparaturen zur Messung hätten die Forscher selbst gebaut, möglicherweise könnte daraus ein Patent entstehen.

Bei der Gießener Firma Milenia Biotec übergab Kühne-Hörmann einen Zuwendungsvertrag. Die Unternehmer im Europaviertel haben einen neuen Allergietest entwickelt. Nun nehmen sie dessen Herstellung in Angriff. Das Projekt »Vernetzte Entwicklung eines mobilen Diagnostiksystems auf Basis einer universellen Schnelltestplattform« unterstützt das Land innerhalb der nächsten zwei Jahre mit gut 280 000 Euro. Partner sind das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Klinik für Dermatologie und Allergologie in Marburg) und die Firma Helmut Hund in Wetzlar.

Beides sind so genannte KMU-Verbundprojekte mit kleinen und mittleren Unternehmen, die so nur Hessen fördere, betonte die Ministerin. Ein so genannter Loewe-Schwerpunkt ist dagegen die Insektenbiotechnologie, die mit 4,5 Millionen Euro für die Jahre 2011 bis 2013 eine besonders große Fördersumme erhält. Vilcinskas ging in seinem kurzen Vortrag weniger auf die - viel beachteten und auch in dieser Zeitung ausführlich dargestellten - Inhalte der Forschung ein. Stattdessen betonte er, dass die Arbeit sich zügig in Richtung eines Loewe-Zentrums entwickle.



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Artikel vom 10.08.2010 - 23.00 Uhr
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Leserkommentare
(10.08.2010 23:40)
Leser
JLU schweigt
Jaja, das Loewe-Programm ohne große Kürzungen weiterzuführen, ist super. So zumindest die Ministerin. Vergessen ist wohl die deutliche Kritik der JLU, die sich lieber Kürzungen bei den Förderprogrammen gewünscht hätte, statt bei der Grundfinanzierung.
Schon interessant, dass das der Präsident dies der Ministerin nicht in Erinnerung rief und stattdessen lieber einen freundlichen Rundgang inszeniert hat. Aber da in Wiesbaden bei der Hochschulpolitik ja nicht rational entschieden wird, muss man wohl gute Miene zum bösen Spiel machen, damit man als Uni nicht abgestraft wird, weil man sich kritisch äußert.
Der Artikel zeigt auch, warum das LOEWE-Projekt weitergeführt wird: Das Projekt bietet eine Möglichkeiten sich als Ministerin feiern zu lassen.
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