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Krimischreibwettbewerb: Toter Taucher, kopfloser Engel

Artikel vom 10.10.2009 - 16.00 Uhr

Krimischreibwettbewerb: Toter Taucher, kopfloser Engel

Gießen (pd). Der eine stirbt bei einem vermeintlichen Badeunfall auf den Kanaren, im nächsten Fall wird eine Adlige mit vier Beinen entführt und ein unschuldiger Engel geköpft, und schließlich spielt Gift eine Rolle, das einer Kräutersammlerin zum Verhängnis wird.
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Ganz vorn landete diesmal Max-Theodor Sunder.
Auch beim sechsten Krimischreibwettbewerb der Gießener Allgemeinen haben mehr als ein Dutzend Autoren wieder ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf gelassen. Die Jury um Krimifestival-Organisator Uwe Lischper und HR-Redakteurin Marina Gust war jedenfalls nicht zu beneiden.

Was sich die Hobby-Schriftsteller in Sachen Mord und Totschlag ausgedacht haben, wie der Spannungsaufbau konstruiert und der oder die Täter überführt wurden, das können Krimifreunde in diesem Jahr erstmals hautnah miterleben. An diesem Sonntag um 11 Uhr gibt es einen »Krimi-Frühschoppen« im »Café Zeit-los« (Bahnhofstraße 50). Dort wird es eine Veranstaltung mit den fünf erstplatzierten Autoren geben, das Spitzentrio wird zudem seine Werke vorstellen. Die Moderation dieser Lese-Matinee (Eintritt vier Euro) übernimmt Jury-Mitglied Marina Gust von hr4.

Ganz vorn gelandet ist in diesem Jahr der Kurzkrimi »Das Verhängnis« von Max-Theodor Sunder. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Ehepaar Krüger, das nach einem herrlichen Spätsommer-Urlaub nicht ahnt, welche verhängnisvolle Zeit ihnen bevorstehen soll. Elisabeth Krüger leidet unter quälenden Rückenschmerzen, die durch eine Operation behoben werden sollen. Doch die OP bringt nicht die erhoffte Linderung - im Gegenteil. Es folgen weitere Klinikbesuche und Ärzte, die sich ratlos oder arrogant geben. Dass einer dieser Ärzte einen Chirurgenkongress auf Teneriffa nicht überlebt, wird nur am Rande erwähnt . . .

Viele kleine Randnotizen ergeben schließlich auch bei »Ingo, Henriette und der kopflose Engel« ein komplettes Bild. Lucas Zimmermann alias Christian Lugerth zeigt, dass man als Hauptkommissar bei der Gießener Kripo durchaus auch Mitglied der Punkcombo »Mitlifekrise« sein kann. Im vorliegenden Fall kann der Kommissar seine Liebe zum Punk sogar zur Aufklärung eines Falles nutzen, bei dem auch eine adlige Hundedame eine zentrale Rolle spielt. Boxerhündin Henriette von Stützerbach wurde nämlich entführt. Dummerweise ist die Besitzerin der Hündin zugleich Gattin des Gießener Kripo-Chefs, so dass Punk-Kommissar Podulski vor der kniffligen Aufgabe steht, die adlige Henriette zu finden und sie der nervigen und nervenden Gisela Henriette Hellinger zurückzubringen. An einem verregneten Herbstabend kommt es zum »Showdown« auf dem Alten Friedhof. Weil auch ein Samuraischwert mit im Spiel ist, verliert ein unschuldiger Engel seinen Kopf. Ob Podulski schließlich den Bürojob beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden angenommen hat oder ob er auch in Zukunft den Bass bei »Mitlifekrise« bedient, wird hier nicht verraten.

Was passieren kann, wenn eine Ehe zum Auslaufmodell wird, schildert Renate Herrmann in ihrem Krimi »Lastenausgleich«. Die Hauptfigur macht sich die Tatsache, dass ihre Nebenbuhlerin eine passionierte Kräutersammlerin ist, zunutze. Als sie schließlich in der Zeitung liest, dass der »Kräuterhexe« ihre Sammelleidenschaft zum Verhängnis geworden ist, weiß sie, dass ihr »giftiger« Plan aufgegangen ist.

Und nun zu den Preisen: Sieger Max Theodor Sunder darf sich über ein dreiteiliges Frühstücksset mit Kaffeemaschine, Wasserkocher und Toaster freuen. Lucas Zimmermann alias Christian Lugerth erhält ein schnurloses Telefon, und Renate Herrmann bekommt als Drittplatzierte eine Digitalkamera. Digitale Bilder schießen kann schon bald auch Regina Appel, die ebenfalls seit vielen Jahren beim Krimischreibwettbewerb auf Spitzenpositionen vertreten ist. Diesmal ist sie mit ihrem Kurzkrimi »Witterung« auf Rang vier gelandet. Komplettiert werden die Top-Plätze von Karin Merker, die bereits im vergangenen Jahr die Jury überzeugt hat und diesmal mit ihrem Beitrag »Letzte Rate« Position fünf belegt. Ihr kreatives Werk wird mit einem Navigationsgerät belohnt.

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Artikel vom 10.10.2009 - 16.00 Uhr
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