»Komasaufen« Jugendlicher nimmt auch in Gießen weiter zu
Zudem kämen Jugendliche viel zu leicht an Schnaps heran, meint der Arzt. Die bestehenden Gesetze reichten eigentlich aus: Sie verbieten den Verkauf von Schnaps an alle unter 18. Doch dies werde offensichtlich nicht ausreichend kontrolliert. Das zeige das Beispiel eines 17-Jährigen, der nach einem Fußballturnier in der Gießener Ambulanz landete. Er hatte mit den Mannschaftskameraden etliche Gläser Wodka mit Orangensaft gekippt und dann in einer Kneipe mit Tequila weitergemacht; einen Drink hatte ihm der Wirt direkt angeboten. Mit krampfartigen Störungen kam der Junge in die Klinik; möglicherweise hatte er zusätzlich irgendeine Art anderer Droge zu sich genommen.
In den nächsten Jahren werde seine Klinik wohl noch mehr solche Patienten behandeln, erwartet Zimmer, denn die soziale Härte in der Gesellschaft werde zunehmen. »In Münster, wo ich bis vor vier Jahren als Oberarzt tätig war, habe ich lange nicht so viele Fälle gesehen wie in Gießen.« Dies werte er als Folge der Tatsache, »dass Gießen im Vergleich zu Münster doch stärkere soziale Probleme hat«. Diesen Zusammenhang bestätigten auch Studien.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?