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Koch zieht positive Bilanz der Privatisierung

Artikel vom 18.08.2010 - 23.00 Uhr

Koch zieht positive Bilanz der Privatisierung

Gießen (si). Für Ministerpräsident Roland Koch ist die Zusammenlegung der Universitätskliniken Gießen und Marburg und ihr anschließender Verkauf »uneingeschränkt« die richtige Entscheidung gewesen
Der Rundgang führte Roland Koch (M.) auch auf den Hubschrauberlandeplatz des Neubaus. Mit dabei: Klinikumsvertreter und Journali
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Der Rundgang führte Roland Koch (M.) auch auf den Hubschrauberlandeplatz des Neubaus. Mit dabei: Klinikumsvertreter und Journalisten. (Foto: Schepp)
Die gesamte Region und das ganze Bundesland hätten davon profitiert, sagte Koch gestern auf seiner letzten Sommertour als Regierungschef, bei der er besonders wichtige Projekte seiner Amtszeit besuchte - eben auch das Gießener Klinikum, wo er eineinhalb Stunden Station machte und sich unter anderem den Neubau zeigen ließ. Vertreter des Großkrankenhauses und der Justus-Liebig-Universität teilten die Einschätzung, dass damals die richtigen Weichen gestellt worden seien. Sie dankten auch Koch persönlich, der sich 2004 maßgeblich für die damals überraschende Variante »erst Fusion, dann Privatisierung« stark gemacht hatte.

Mit dem Verkauf seien Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen worden, und zwar auf dem zukunftsträchtigen medizinischen Sektor. Das sei in einer Region, die früher stark industriell geprägt gewesen sei, besonders wichtig. Auch die Patienten profitierten. »Privatisierte Medizin ist besser als eine bürokratische Medizin«, sagte der CDU-Politiker, der auch die »erstklassige Forschung« an den beiden Standorten und die Zusammenarbeit mit anderen hessischen Einrichtungen - etwa der Universität Frankfurt und dem Kerckhoff-Institut in Bad Nauheim - lobte. So finde man hier »die beste Lungenforschung wahrscheinlich nicht nur in Deutschland«, sagte er in Richtung des Gießener Mediziners Prof. Werner Seeger. Erleichtert zeigte sich Koch darüber, dass der Wissenschaftsrat der mittelhessischen Hochschulmedizin ein »gutes Zeugnis« ausgestellt habe. »Wenn er zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre, hätten wir die Privatisierung rückabwickeln müssen«, sagte Koch bei seiner Rede am Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Klinikum-Neubaus.

Zu Beginn hatte der Ministerpräsident die vor zwei Jahren eingeweihte Kinderklinik besucht. Dort erinnerte Gerald Meder, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG, die 95 Prozent der Anteilte am Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hält, an die Entscheidungen der Jahre 2004/05, die zur ersten und bis heute einzigen Privatisierung eines deutschen Universitätsklinikums führte. Dass der Ministerpräsident mit der Fusion und Privatisierung einen »gordischen Knoten zerschlagen« habe, sagte Lungenforscher Seeger, der im UKGM als ärztlicher Geschäftsführer fungiert. Damit seien nicht nur die Standorte Gießen und Marburg näher zusammengerückt. Inzwischen gebe es auch vielfältige Verbindungen zu den Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten in der Region. Im nächsten Schritt müssten die Patientenversorgung und die Forschung noch enger zusammengefährt werden. Dies sei das »Zukunftskonzept einer Gesundheitsregion«.

Dr. Christian Höftberger, kaufmännischer Geschäftsführer am UKGM, hatte den Neubau in plakativen Bildern vorgestellt. Demnach entspricht dessen Bruttogeschossfläche von 95 000 Quadratmetern 19 Fußballfeldern, 400 Einfamilienhäuser fänden Platz. Was das für die einzelnen Patienten heißt, konnte die Besuchergruppe in einem fast fertiggestellten Krankenzimmer des Neubaus sehen: Demnach wird es maximal Zwei-Bett-Zimmer geben (»auch für Kassenpatienten«); sie sind jeweils 18 Quadratmeter groß, und je zwei nebeneinander liegende werden über einen 16 Quadratmeter großen gemeinsamen Aufenthalts-/Besucherraum verfügen.

Der Umzug in das neue Haus soll am 1. April kommenden Jahres beginnen und innerhalb von zehn Tagen abgeschlossen sein. Das sagte der UKGM-Aufsichtsratsvorsitzende Gerald Meder der Allgemeinen Zeitung. Probleme mit dem Land seien nicht zu erwarten, obwohl sich »Rhön« zu einem Umzug der Gebäude bis Ende 2010 vertraglich verpflichtet habe. Nach dem Vertrag werde eine Verzögerung geduldet, wenn zu diesem Datum mindestens 90 Prozent der gesamten Investitionssumme verbaut seien. »Diese Hürde nehmen wir in jedem Fall«, betonte Meder. Die Einzugsklausel bestätigte auch der Ministerpräsident. »Ich bin sicher, dass das Klinikum die getroffenen Vereinbarungen erfüllen wird«, sagte er der Allgemeinen Zeitung.

Anschließend eröffnete Koch - im Beisein von JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee und Medizin-Dekan Trinad Chakraborty - das gestern in der AZ bereits ausführlich vorgestellte Simulationszentrum für Anästhesiologie und Notfallmedizin.

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Artikel vom 18.08.2010 - 23.00 Uhr
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