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Klinikum: schwerbehinderte Klägerin will alten Job zurück

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Artikel vom 10.09.2014 - 21.34 Uhr

Klinikum: schwerbehinderte Klägerin will alten Job zurück

Gießen (cst). »Gibt es einen Arbeitsplatz für eine Krankenschwester ohne Zeitdruck, ohne Heben, Bücken und Hocken?« Bei einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Gießen ging es jetzt um genau diese Frage.

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© red
Eine Krankenschwester, die seit eineinhalb Jahren aufgrund eines chronischen Rückenleidens als schwerbehindert gilt, verlangte vom Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM) ihren alten Job zurück – allerdings ohne die aufgezählten Tätigkeiten durchführen zu müssen, die durch ihre Erkrankung ausgeschlossen sind. Unter Vorsitz von Richter Hans Gottlob Rühle verständigten sich beide Parteien darauf, die bereits begonnene Wiedereingliederungsphase abzuwarten und bis spätestens 12. Oktober einen geeigneten Platz für die 42-Jährige zu finden. Andernfalls müsse bei einem weiteren Kammertermin erneut verhandelt werden.

Bereits seit 20 Jahren arbeitet die Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Gießener Klinik, als sie ihr chronisches Rückenleiden im vergangenen Jahr Matt setzte. Der Betriebsarzt diagnostizierte eine Schwerbehinderung des Grades 50. Bis dahin wurde sie in der IMC-Station (Intensivüberwachungspflege) des UGKM in Gießen eingesetzt. Und obwohl der Überwachungs- und Betreuungsaufwand für Patienten auf dieser Station besonders hoch ist, will die 42-Jährige zurück. »Ich möchte als Krankenschwester weiterarbeiten«, brachte sie ihren Wunsch zum Ausdruck. Damit schob sie einer Beschäftigung in der Aufnahme, wie es von der Abteilungsleiterin Personalmanagement des UKGM, Ingrid Naumann, vorgeschlagen wurde, einen Riegel vor. Richter Rühle machte deutlich: »Kompromissbereitschaft ist von beiden Seiten erforderlich«, woraufhin der Rechtsanwalt der Klägerin, Dr. Mathias Hofmann mögliche Arbeitsstellen in der Kinder-, HNO- oder der psychosomatischen Station ansprach. Während der Eingliederungsphase, bei der sich die Arbeitsstunden für die Krankenschwester wöchentlich leicht erhöhen, soll nun geprüft werden, ob der Stationsdienst trotz der Schwerbehinderung weiterhin infrage kommt. »Wenn es nicht funktioniert, müssen wir ein Gespräch führen«, sagte Personalmanagerin Naumann. Richter Rühle ergänzte: »Beide Parteien sollen sich auf einen Platz bis Ablauf der Wiedereingliederungsphase einigen.«

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