Gießen (kw). Rund 180 Interessierte kamen zum zweiten Fachtag »Gießener Wege zu Kinder- und Familienzentren« im Rathaus
Die Familienzentren-Koordinatorin Ines Müller freute sich über die große Resonanz.
»Unser Ziel ist dann erreicht, wenn eine Familie weiß: Wenn ich irgendein Problem habe, kann ich an die Tür des nächsten Kindergartens klopfen, und dort wird mir weitergeholfen.« So formuliert Mechthild von Niebelschütz vom Gießener Bündnis für Familie ihren Wunsch für alle 50 Kindertagesstätten in der Stadt. Die Hessische Staatssekretärin für Arbeit, Familie und Gesundheit, Petra Müller-Klepper, drückt es so aus: »Die Kindergärten sollen zum Knotenpunkt eines stützenden Netzwerkes werden.« Gießen sei dabei auf einem »vorbildlichen« Weg, erklärte sie am Freitagmorgen zum Auftakt des zweiten Fachtags »Gießener Wege zu Kinder-und Familienzentren«.
Müller-Klepper stellte vor rund 180 Interessierten im vollbesetzten Konzertsaal des Rathauses in Aussicht, dass das Land die wissenschaftliche Begleitung des Entwicklungsprozesses finanzieren wird. 119 000 Euro sollen in den nächsten zwei Jahren dafür an das Institut für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität fließen. Unter Leitung von Prof. Uta Meier-Gräwe soll verglichen werden, welcher Weg erfolgversprechender ist, um Familien zu unterstützen: Der in Gießen, wo alle Kitas sich allmählich stärker für Eltern und Nachbarschaft öffnen sollen - oder der etwa in Frankfurt, wo einzelne, intensiv geförderte »Leuchtturmprojekte« aus der Kita-Landschaft herausragen.
Schon jetzt stehe fest: Gießen gehe »innovativ«, »selbstbewusst« und »mutig« voran, um Familien zu entlasten und Benachteiligten mehr Chancengerechtigkeit zu geben. 91 Prozent der Drei- bis Fünfjährigen besuchten Kitas; diese seien damit ideal geeignet als niedrigschwellige Anlaufstellen, in denen Eltern ihre Frage an vertraute Ansprechpartnerinnen richten können.
Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz erklärte in ihrem Grußwort, der rege Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sei kennzeichnend für die Familienpolitik in Gießen. Das Thema Kinder- und Familienfreundlichkeit sei »von zentraler Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Stadt«. Familien stünden heute immer stärker unter Druck.
Je nach Wohnviertel und Klientel sind die Bedürfnisse der Familien unterschiedlich, und entsprechend mannigfaltig können die Kindergärten sich entwickeln: Das war die Botschaft des Fachtags. Dies unterstrich ein Videofilm, den JLU-Studierende der Pädagogik an mehreren Stellen in Gießen gedreht haben. Zu sehen waren regelmäßig vorlesende »Omas« aus der Nachbarschaft, Eltern, die mit Kindern im Advent Plätzchen backen oder ein Erziehungs-Kurs in den Kita-Räumen (der Film läuft nächste Woche im Offenen Kanal).
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
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