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Keine systematische Verfolgung von Christen

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Artikel vom 20.11.2013 - 17.00 Uhr

Keine systematische Verfolgung von Christen

Gießen (si). Seit 2000 Jahren leben Christen im Nahen Osten. In den islamisch geprägten Staaten sind sie eine Minderheit. Oft wurden sie verfolgt und diskriminiert. Aber sie haben sich auch immer wieder mit den Verhältnissen arrangiert und Freiheiten erkämpft.

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Otmar Oehring (Foto: Schepp)
Wirtschaftlich sind sie vielerorts überdurchschnittlich erfolgreich – und das gilt bis in die Gegenwart. Diese Thesen vertrat am Montagabend Otmar Oehring, Leiter des Auslandsbüros Jordanien der Konrad-Adenauer-Stiftung, bei einem Vortrag im Mathematikum.

Der promovierte Historiker ist seit vielen Jahren in der Region zu Hause. Seinen über einstündigen Vortrag, zu dem die CDU-nahe Stiftung eingeladen hatte, reicherte er deshalb mit persönlichen Erfahrungen an. Die politischen Turbulenzen im Nahen Osten träfen natürlich auch die Christen. Von einer systematischen Verfolgung – über die manchmal auch in deutschen Medien berichtet werde – könne jedoch keine Rede sein, sagte Oehring.

In seiner Wahlheimat Jordanien habe es bis vor wenigen Jahren noch einige Städte mit fast ausschließlich christlicher Bevölkerung gegeben. Inzwischen lebten dort auch Muslime – aus vielerlei Gründen, unter anderem, weil sich die muslimische Bevölkerung stärker vermehre. Den Christen im Lande gehe es vergleichsweise gut. Sie stellten zwar nur knapp drei Prozent der Bevölkerung, verfügten aber über sechs Prozent der Parlamentssitze – und steuerten ein Drittel zur Wirtschaftskraft des Landes bei. Nichts deute darauf hin, dass sich dies nachhaltig ändern werde.

Oehring ging stichwortartig auch auf Länder wie Ägypten ein, wo sich heute etwa sechs bis zehn Prozent der Bevölkerung zum christlichen Glauben bekennen, und Irak, wo inzwischen nur noch wenige hunderttausend Christen leben. Hier gebe es durchaus widersprüchliche Signale. In ägyptischen Städten beispielsweise existiere nach wie vor eine wohlhabende christliche Mittelschicht, die auch nicht infrage gestellt werde. Sie sei oft mobil und pflege Auslandskontakte. Gleichzeitig finde man in Oberägypten wie gehabt bitterarme christliche Dörfer. Allerdings unterschieden die sich kaum von den muslimischen Nachbarorten. Dass manche Angst vor Verfolgung hätten, deute sich daran an, dass auch christliche Frauen Kopftücher trügen. Insgesamt laufe das Leben dort jedoch wie eh und je.

Die schwierigste Region für Christen im Nahen Osten sei »eindeutig Syrien«, sagte Oehring. Das liege jedoch nicht vorrangig an ihrem Glauben, sondern an der politischen Lage insgesamt. Von den insgesamt 22 Millionen Einwohnern Syriens hätten bislang sechs Millionen – also fast 30 Prozent – flüchten müssen: Entweder innerhalb des Landes oder über die Grenzen hinweg, vor allem in den Libanon, Jordanien oder in die Türkei. Davon seien natürlich auch Christen betroffen, aber eben auch Muslime. Tatsächlich hätten radikal-islamistische Kräfte christliche Kirchen zerstört. Das sei jedoch kein Indiz dafür, dass sich die Opposition im Land als erklärtermaßen antichristlich verstehe.

Bis heute unterstützten – wie schon in der Vergangenheit – viele Christen die Machthaber um Assad. Gleichzeitig suchten sie auch nach Wegen, um sich bei einer weiteren Zuspitzung der Lage ins Ausland absetzen zu können, sagte Oehring. Vor allem die Amtskirche sei nach wie vor eng mit Assad verbunden. Die Kirche sehe Mitglieder, die sich zur Opposition bekennen, oft ausgesprochen kritisch.

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Artikel vom 20.11.2013 - 17.00 Uhr
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Leserkommentare
(24.11.2013 17:41)
test
@gandolf
Das alles hat nichts (!) mit der doppelten Staatsbürgerschaft zu tun (vom Inhalt mal ganz sbgesehen). Wenn ich mit solchen Verschwörungstheorien besudelt werde, muss ich immer schmunzeln. :-)
(24.11.2013 09:15)
Gandalf013
Deshalb darf auch die doppelte
Deshalb darf auch die doppelte Staatsbürgerschaft u. nicht nur diese niemals kommen. Man kann nur den Kopf schütteln über die deutsche Politik der offenen Grenzen und der Beschönigung (man könnte auch sagen Volks-verarsche „Lüge") bezüglich der schon jetzigen fatalen Situation in Deutschland. Die Salafisten sind nicht akzeptabel. Scharia und Grundgesetz geht nicht zusammen. In Frankreich haben die Menschen genug - Le Pen wird dort in absehbarer Zeit die stärkste Partei stellen. Weil die politischen Eliten Clowns nicht in der Lage sind, die Kriminalstatistik ordentlich zu lesen und die Gefahr des globalen Islamismus immer noch negieren („Der Islam gehört absolut nicht zu Deutschland"). In England aber diskutiert man schon über Deportationen von radikalen Muslimen zurück in ihre Heimatländer. Und das ist richtig. Denn unsere Demokratie hat ein Selbstverteidigungsrecht. "Der Islamismus wird die EU vernichten, wenn es so weitergeht". Islam und westliche Lebensart sind nicht vereinbar. Und diese Salafisten - die meisten sind Türken, Araber usw der 3. Generation, aber auch viele Konvertierten - wollen Krieg. Auch hier bei uns in Deutschland.
(22.11.2013 11:13)
Lux
Es gibt nichts zu verharmlosen
Jordanien steht nicht für alle arabischen Staaten, läuft aber Gefahr, von diesen, was die Toleranz betrifft, überfahren zu werden. Syrien war lange Zeit ein Land, in der Christen nichts zu fürchten hatten, und heute? Gracchus hat vollkommen recht, wenn er auf den Panislamismus hinweist. Nicht nur die Christen sollen weggefegt werden, sondern auch die einzige Demokratie im Nahen Osten, Israel. Und dann? Na dann geht es in Europa weiter! Doch unsere Politiker reden vom Dialog der Religionen und lassen sich reinlegen. Die jüdische und christliche Religion gehören zusammen; sie bilden praktisch zwei seiten einer Münze. Die Christen sollten das endlich verinnerlichen. Ohne Juden keinen Christus. Letzt Genannter wurde von einer Jüdin geboren. Der Islam, den einst Kaiser Friedrich II kennenlernte, den gibt es nicht mehr und wird es nicht mehr geben. Europa wird sich auf die Dauer entscheiden müssen, wie es der Bedrohung begegnet.
(20.11.2013 22:51)
Gracchus
Alles ....
.... gar nicht so schlimm ? Doch - und noch viel schlimmer ! In kaum einer Zeit wurden die Christen so stark verfolgt wie in der Gegenwart. Nach Quellen der „Evangelischen Allianz“ wird alle drei Minuten ein Christ wegen seines Glaubens hingerichtet – überwiegend in islamischen Ländern. Die „Katholische Kirche Schweiz“ berichtet, dass pro Jahr 100.000 Christen wegen ihres Glaubens von Muslimen ermordet oder zu Tode gefoltert werden. Jeder zehnte Christ ist nach Angaben der „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte“ Opfer von Diskriminierung und Gewalt.
Laut dem Weltverfolgungsindex der Menschenrechtsorganisation „OpenDoors“ aus dem Jahre 2006 sind Christen die weltweit meistverfolgte Religion. „Millionen Christen leiden wegen ihres Glaubens unter Benachteiligungen oder Verfolgung in islamischen Ländern. Sie gelten häufig als Bürger zweiter Klasse, denen selbst humanitäre Grundrechte verwehrt werden“, lautet das vernichtende Urteil von OpenDoors zur Menschenrechtssituation der Christen. Im Jahr 1980 erließ die „Panislamische Konferenz“ in Lahore (Pakistan) einen Geheimbeschluss folgenden Inhalts:
„Das ganze Gebiet ( Naher Osten) ist bis zum Jahre 2000 völlig zu islamisieren, und zwar dergestalt, dass alle Lebenden, die nicht Muslime sind – die Koptischen Christen in Ägypten, die Christen im Irak, Iran, in der Türkei, in Libanon, Syrien….und insbesondere die Israelis völlig ausgelöscht werden müssen.“ Das ist systematische Christenverfolgung und nichts anderes !
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