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Keine Verabredung zum Mord

Artikel vom 26.02.2008 - 23.12 Uhr

Keine Verabredung zum Mord

Gießen (mö). Der Einsatz war spektakulär, und die Vorwürfe wogen schwer. Am 26. Juli 2007 stürmten und durchsuchten Beamte eines Sondereinsatzkommandos (SEK) wegen des Verdachts auf eine »Verabredung zum Mord« in Gießen und Marburg Wohnungen kurdischer Familien und ein Vereinsheim. Sechs Monate später ist der Verdacht vom Tisch.
Wie der Gießener Rechtsanwalt Bernhard Geerth, der die vier Kurden vertritt, gestern auf AZ-Anfrage bestätigte, liegt eine Einstellungserklärung der Staatsanwaltschaft Frankfurt vor. Mehr könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Geerth: »Ich habe bis heute keine Akteneinsicht erhalten.« Die Ermittlungen seien jedenfalls ohne jede Auflage abgeschlossen worden. Gehrt sprach von einer »Einstellung erster Klasse«. Was genau die Hintergründe des von den Frankfurter Ermittlern und des Landeskriminalamts koordinierten Einsatzes der Elitepolizisten waren, sei ihm weiterhin unklar, sagte der Rechtsanwalt. Klar ist, dass Geerth einen Entschädigungsantrag für seine Mandanten stellen wird, da bei dem Polizeieinsatz in den frühen Morgenstunden erheblicher Schaden in den Wohnungen der Kurden angerichtet worden sei. Zudem war ihr Vereinsdomizil in der Ederstraße durchsucht worden.

In den Durchsuchungsbeschlüssen waren die Männer verdächtigt worden, an der Planung eines Mordanschlags auf einen SEK-Beamten aus Niedersachsen beteiligt zu sein. Der Polizist hatte 1994 einen 16-jährigen Kurden erschossen. Ein Gericht sah einen Unglücksfall und sprach den Beamten frei.

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Artikel vom 26.02.2008 - 23.12 Uhr
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