Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

Kassenübergabe im Melchiors bleibt umstritten

  Anzeige

Artikel vom 11.01.2017 - 10.00 Uhr

Kassenübergabe im Melchiors bleibt umstritten

Zwei Stunden lang versuchte Zivilrichterin Christina Metz am Dienstagnachmittag nachzuspüren, was am 1. April 2013 passiert ist.

oli_zwibbel_110117
Lupe - Artikelbild vergrössern
Aus dem »Melchiors« ist längst wieder die »Zwibbel« geworden, aber der Pächterwechsel von 2013 hat noch ein juristisches Nachspiel. (Foto: Schepp)
© Oliver Schepp
Gießen (ta). Damals wurden die Geschäftsunterlagen der Melchiors GmbH vom alten auf den neuen Pächter des Traditionslokals in der Gießener Ludwigstraße übergeben. Denn es gibt gegensätzliche Aussagen über die Höhe des Betrags in einer Geldkassette. Der Verkäufer versichert, er habe den gesamten Kassenbestand von mehr als 31 000 Euro ausgehändigt. Der Käufer hingegen betont, er habe nur etwa 500 Euro Wechselgeld erhalten. Dass die Kasse damals einen weit höheren Betrag enthielt, habe er erst durch die Auswertung des Kassenbuch bei einem Termin mit den beiden beteiligten Steuerberaterinnen im Herbst 2014 erfahren.

Der ungewöhnliche hohe Barkassenbestand hatte schon bei einem ersten Verhandlungstermin im vergangenen November für Verwunderung gesorgt. Unausgesprochen stand der Verdacht im Raum, dass es sich um Schwarzgeld gehandelt haben könnte, also um Einnahmen aus dem Betrieb des Lokals, die nicht versteuert werden sollten.

Der Verkäufer lieferte am Dienstag eine ganz andere Erklärung. Die Tageseinnahmen seien immer erst nach ein paar Tagen abgeholt und auf das Geschäftskonto eingezahlt worden, betonte er. Und: »Ich mag Bargeld und habe deshalb in meinen Läden immer einen hohen Bestand in Reserve für unvorhersehbare Ausgaben.«

Auf die Frage der Richterin, warum er sich die Aushändigung des großen Geldbetrags nicht habe quittieren lassen, räumte der Beklagte ein: »Im Nachhinein weiß ich, dass das besser gewesen wäre.« Für ihn sei die Sache damals aber mit der Übergabe aller Geschäftsunterlagen erledigt gewesen.

Der Käufer, der mit dem Melchiors Schiffbruch erlitten und im Herbst 2015 aufgegeben hatte, blieb bei seiner Darstellung. Bei der Übergabe habe ein Angestellter wie immer vor der Lokalöffnung an der Theke das Wechselgeld gezählt; das habe er dann erhalten. Von dem rechnerisch ungleich höheren Kassenbestand habe er erst später erfahren und Klage erhoben, weil der Verkäufer für ihn nicht erreichbar gewesen sei.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.01.2017 - 10.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang