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Jusos droht nach Verlusten die Oppositionsbank

Artikel vom 26.01.2010 - 23.35 Uhr

Jusos droht nach Verlusten die Oppositionsbank

Gießen (si). Die Jusos sind die Verlierer der diesjährigen Wahlen zum Studentenparlament der Justus-Liebig-Universität.
Die bislang mit Abstand größte Liste bleibt mit neun errungen Mandaten zwar noch stärkste Kraft in dem 31-köpfigen wichtigsten Selbstverwaltungsorgan der verfassten Studierendenschaft. Im Vergleich zum Vorjahr sackte sie jedoch um vier Sitze ab. Noch wichtiger ist, dass ihre bisherigen Partner und einige neue Gruppen ein Bündnis ohne Beteiligung der Jusos schmieden wollen. Damit droht ihnen nun völlig überraschend die Oppositionsbank.

Wahlsieger gibt es mehrere. Freuen darf sich zunächst Uni-Grün. Die bislang schon zweistärkste Gruppe konnte einen weiteren Sitz dazugewinnen und stellt jetzt sieben Parlamentarier. Aus dem Stand heraus zwei Sitze gewannen die erstmals angetretenen »Piraten«. Sogar drei Sitze schaffte die Gruppe »Unsere Uni«, die sich infolge der studentischen Proteste des Wintersemesters gebildet und sich die Forderung der Streikenden - die »Gießener Erklärung« - zu eigen gemacht hatte. Ihr Abschneiden ist eine weitere Überraschung dieser Wahlen. Mit der »Offenen Liste Phil I« kam noch ein anderer Newcomer ins Parlament, und zwar mit einem Sitz.

Zu den Verlieren gehört die Liste »Brennpunkt Uni«, die mit Jusos und Uni-Grün eine Koalition gebildet hatte. Sie kommt jetzt noch auf drei (statt vier) Sitze. Ebenfalls ein Mandat weniger erhält der RCDS (jetzt 2). Bei »N.I.C.H.T.« führte der Sitzverlust zum Ausscheiden aus dem »Stupa«. Alle anderen Gruppen verharrten auf dem Vorjahresniveau oder verpassten den Einzug in das Parlament (siehe Übersicht unten).

Für »Unsere Uni« bekräftige Listensprecher Jens Lützenkirchen, dass der neue AStA - also die »Regierung« der Studierendenschaft - möglichst unter Ausschluss der Jusos gebildet werden solle. Die Jusos hätten in den letzten zwölf Monaten inhaltlich nicht überzeugen können. Listensprecher Patrick Krug sei den Studierenden mit seiner Forderung, den Streik zu beenden, sogar in den Rücken gefallen. Er solle als AStA-Referent zurücktreten, sagte Lützenkirchen der Allgemeinen Zeitung.

Krug selbst räumte die Niederlage seiner Liste ein. Die Gründe dafür seien vielschichtig, darüber müsse in den nächsten Tagen gesprochen werden. Zu den Rücktrittsforderungen wollte er sich nicht äußern.

Im Gespräch ist ein Bündnis von Uni-Grün, Brennpunkt Uni, Demokratische Linke, Die Linke.SDS, Piraten und Unsere Uni. Es würde rechnerisch über 17 der 31 Sitze verfügen.



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Artikel vom 26.01.2010 - 23.35 Uhr
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