Jugendstrafen für zwei 16-jährige Brandstifterinnen
Gießen (ti). Sie hatten ein Gespräch mit ihrer Lehrerin, bei dem scheinbar die erheblichen Fehlzeiten der beiden Alicenschülerinnen thematisiert wurden. Anschließend legten die 16-Jährigen ein Feuer. Während die eine Schmiere stand, zündete die Zweite einen Vorhang mit einem Feuerzeug an.
Ein Jugendschöffengericht am Amtsgericht unter Vorsitz von Dr. Johannes Dittrich verurteilte die beiden Jugendlichen wegen gemeinschaftlicher versuchter schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung zu einer achtmonatigen Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Eines derMädchen wurde zudem der Bedrohung schuldig gesprochen. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Dass das Feuer am 8. Oktober vergangenen Jahres keinen größeren Schaden anrichtete, war dem schnellen Eingreifen des Schulleiters zu verdanken, der die Flammen löschte. Während eine der beiden Angeklagten die Tat gestand, behauptete die Zweite, dies sei ein Spontanentschluss der anderen gewesen. Sie selbst habe damit nichts zu tun. Das Gericht kam zu einer anderen Überzeugung.
Ein weiterer Anklagepunkt betraf einen Übergriff auf ein Mädchen am 15. Juli 2009. Tatort: die Bushaltestelle Hardtallee. Eine der beiden Angeklagten soll die Geschädigte nach Angaben von Beate Mengel, Pressesprecherin am Amtsgericht, festgehalten, die andere ihr ins Gesicht geschlagen und ihr zudem mit den Worten gedroht haben: »Noch so eine Anzeige, und ich bringe Dich um«. Scheinbar hatte es schon im Vorfeld Auseinandersetzungen zwischen den Mädchen gegeben.
Im Rahmen der Bewährungsauflagen legte das Gericht einem Mädchen 60 Arbeitsstunden auf. Außerdem muss sie ein »Denkzeittraining« absolvieren. Das andere hingegen wird sich in Zukunft mit einer elektronische Fußfessel abfinden müssen.
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