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JLU erhält weitere DFG-Forschergruppe

Artikel vom 04.03.2010 - 20.35 Uhr

JLU erhält weitere DFG-Forschergruppe

Gießen (si). Die Justus-Universität erhält eine Forschergruppe im Bereich »Reproduktionsgeschehen«. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die mit solchen Einrichtungen herausragende Wissenschaftler bei ihrer Arbeit an gemeinsamen Fragestellungen unterstützt, hat hier rund 1,1 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre bewilligt.
Die Professoren Martin Bergmann (Sprecher), Joachim Geyer (Koordinator) und Georg Baljer (Dekan, v.r.) freuen sich über den Bewi
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Die Professoren Martin Bergmann (Sprecher), Joachim Geyer (Koordinator) und Georg Baljer (Dekan, v.r.) freuen sich über den Bewilligungsbescheid in Höhe von 1,1 Millionen Euro. (Foto: Schepp)
Beteiligt sind Veterinär- sowie Humanmedizin mit insgesamt fünf Einzelprojekten.

Im Zentrum der Gruppe »FOR 1369« wird die Frage stehen, wie bestimmte Stoffwechselprodukte - sogenannte »sulfatierte Steroidhormone« - in Zellen aufgenommen und in Hormone umgewandelt werden. Es handelt sich um Grundlagenforschung, doch sie könnte für das Verständnis von Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit bei Lebewesen von großer praktischer Bedeutung sein.

Mitglieder der Gießener Forschergruppe sind die Professoren Martin Bergmann (Sprecher, Institut für Veterinär-Anatonmie, -Histologie und -Embryologie), Joachim Geyer (Co-Sprecher), Ernst Petzinger (beide Institut für Pharmakologie und Toxikologie), Gerhard Schuler und Bernd Hoffmann (Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie, alle Veterinärmedizin) sowie Stefan Wudy (Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin), außerdem die Professorin Rita Bernhard, Biochemikerin an der Universität des Saarlandes.

Die Gruppe setzt mit ihrer Arbeit direkt an frühere Gießener Forschungen auf dem Gebiet des Reproduktionsgeschehens an, mit denen sich die hiesige (Veterinär-)Medizin auch international einen Namen gemacht hat. Die Hormone steuern - neben dem Nervensystem - die gesamten Lebensvorgänge. So sind sie etwa für die Fortpflanzung verantwortlich. Steroidhormone beispielsweise werden in den Einstöcken (Östrogene) oder Hoden (Testosteron) produziert. Bislang galt das Dogma, dass die Sexualhormone nur in »wasserunlöslicher« Form wirksam werden; in wasserlöslicher Form würden sie etwa über Galle und Urin aus dem Körper ausgeschieden. An diesem Grundsatz haben die Gießener Forschungen gerüttelt. So konnten sie zeigen, dass auch wasserlösliche Hormone in die Zelle gelangen und dort wirksam werden können. Nur: Wie genau und warum, ist noch weitgehend unklar. Hier will die Forschergruppe ansetzen, und zwar bei verschiedenen Spezies: Rind, Maus, Eber und auch dem Menschen.

Der Forschungsschwerpunkt habe an der Justus-Liebig-Universität nicht nur eine starke Tradition, sondern sei auch ein wichtiges Element der Lebenswissenschaften, mit denen sich die Hochschule ein einzigartiges Profil gegeben habe - dies sagten gestern JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee und die für Forschung zuständige zweite Vizepräsidentin Prof. Katja Becker beim Pressegespräch mit den beteiligten Wissenschaften in der Veterinärmedizin in der Frankfurter Straße.

An der Justus-Liebig-Universität gibt es derzeit sechs weitere Forschergruppen: In der Medizinischen Klinik und Poliklinik II (Sprecher Prof. Werner Seeger), Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie (Wolfgang Weidner), Psychologie (Rainer Gegenfurtner), im Institut für Genetik (Rainer Renkawitz), Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie (Karl-Heinz Kogel) und im Historischen Institut (Werner Speitkamp).

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Artikel vom 04.03.2010 - 20.35 Uhr
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