Gießen (son). Spannend, informativ, freundlich und lehrreich - so empfanden viele Besucher den »Tag der offenen Tür« des Evangelischen Krankenhauses. Die Klinik auf der Hardthöhe hatte am Samstag ihre Pforten geöffnet und ließ die Besucher hinter die Kulissen des Krankenhausbetriebes schauen.
Die Besucher besichtigten das Fachärztezentrum, Operationssäle und Labore, stellten Fragen an das Fachpersonal, ließen sich Blutdruck messen und Cholesterinwert bestimmen und entspannten sich anschließend bei Livemusik und Leckerem vom Grill im Krankenhauspark.
»Der Tag der offenen Tür hat unsere Erwartungen übertroffen«, freut sich Michaela Kirndörfer. Die Langgönserin ist mit ihrem zehnjährigen Sohn Alex hier. »Eigentlich sind wir wegen des begehbaren Herzens gekommen und haben dann gemerkt, dass auch die anderen Sachen sehr interessant sind«, gibt sie zu. Nun stehen sie am Intensivkrankentransportwagen im Krankenhauspark. Alex lässt sich gerade von Rettungsassistent Frank Keßler den Blutdruck messen. »Perfekter Wert«, meint Keßler mit Blick auf den Monitor und lacht. »Jetzt darfst du auch mal das Blaulicht einschalten«. Das lässt sich der Zehnjährige nicht zweimal sagen. Rasch klettert er auf den Fahrersitz und betätigt sofort den großen Schalter. Scheu vor der Technik zeigt er nicht: »Ich bin doch bei der Jugendfeuerwehr«. Den Tag der offenen Tür zu veranstalten, sei eine sehr gute Idee, findet die Mutter des Jungen. »Man kann hinter die Kulissen schauen, und das Personal nimmt sich sehr viel Zeit für Fragen, erklärt verständlich medizinische Probleme und Behandlungsmethoden«, freut sich Michaela Kirndörfer. So viel entspannte Zeit habe man ja sonst nicht, wenn man im Krankenhaus sei.
Vor dem begehbaren Herzen, das direkt als Blickfang im Eingangsbereich aufgebaut ist, sammeln sich stetig neue Menschentrauben. Internist Markus Bruns-Toepler hat gut zu tun, erklärt, was genau bei einem Herzinfarkt passiert und klettert auch mal in das Organ, um anschaulich zu zeigen, was das Herz alles leisten muss.
Von der Vielfalt der Präsentationen zeigt sich auch Familie Morgenstern aus Petersweiher beeindruckt. »Es ist wirklich etwas für alle Altersgruppen dabei«, sagt Alexandra Morgenstern, die gerade zuschaut, wie ihr Sohn Max im Ambulanten OP-Bereich des Fachärztezentrums eine Metallplatte auf das Modell eines Oberschenkelknochens schraubt. Oberarzt Klaus-Ulrich Hahn assistiert. Die Familie macht bei der Krankenhausrallye mit, bei der insgesamt 19 Stationen wie Urologie, Kardiologie und Radiologie besichtigt werden und die Teilnehmer anschließend an einer Verlosung teilnehmen können. Aber nicht nur das Publikum, auch Krankenhausleitung, Ärzte- und Pflegeteam sind sichtlich angetan von der guten Resonanz des Tages und der angenehmen Atmosphäre auf dem Krankenhausgelände. »Einfach eine gute Sache - so ein Tag«, meint Anästhesie-Schwester Andrea Klehm. Sie zeigt den Kindern in der Teddyklinik, wie man eine Braunüle legt, was bei einer Narkose passiert und was man alles auf dem Überwachungsmonitor sehen kann. »Das ist spannend und nimmt Kindern nebenbei die Angst, wenn man selbst eine Operation haben sollte«. Auch Krankenhausdirektor Dr. Constantin von Stechow strahlt. »Wir hatten unseren letzten Tag der offenen Tür vor zehn Jahren. So freut uns das große Besucherinteresse ganz besonders«. Abgerundet wurde das Programm durch medizinische Vorträge, seelsorgerische Angebote, Livemusik und Kinderprogramm. Auch das Wetter spielte am Samstag mit. Ein rundum gelungener Tag für das Evangelische Krankenhaus.