Im Eichendorffring öffnet Begegnungszentrum »Lokal International«
Gießen (si). Das seit über einem Jahr geschlossene »Study Affairs« im Eichendorffring wird wiedereröffnet. Allerdings nicht, wie früher, als Abendmensa und Kneipe, sondern als internationales Begegnungszentrum für Studierende aus dem In- und Ausland.
Im wiedereröffneten »Study Affairs« zeigten gestern Teamgeist (v. l.): Petra Schulze (Uni), Ralf Stobbe (Studentenwerk), Natalie Englert (FH), Florian Hirsch und Julia Dinslage (Zentrum), Prof. Joybrato Mukherjee (JLU) und Ulla Spannring (Studentenwerk). (Foto: Schepp)
Sie sollen sich dort treffen und austauschen können, aber auch Hilfestellung im wissenschaftlichen Arbeiten oder beim Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten erhalten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert »Lokal International« über sein Programm zur Förderung der Integration ausländischer Studierender (PROFIN) in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 160 000 Euro.
Partner sind das Studentenwerk, der das Study Affairs im Studentenwohnheim Eichendorffring betreibt, und die beiden Gießener Hochschulen. Ulla Spannring, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste des Studentenwerks, und Petra Schulze, beim Akademischen Auslandsamt der Justus-Liebig-Universität für das Ausländerstudium zuständig, haben das Modellprojekt auf den Weg gebracht. Ziel sei es, bereits vorhandene Angebote zur Integration und Betreuung ausländischer Studierender zu bündeln und zu erweitern, hieß es gestern bei der Eröffnung. Im Vordergrund stehe dabei die Einbindung deutscher Studierender, vor allem von angehenden »Outgoings« - Studierenden, die einen Auslandsaufenthalt planen. Sie könnten im »Lokal International« auf Gleichgesinnte treffen, Hilfe erhalten und gleichzeitig etwas dafür tun, dass sich die ausländischen Kommilitonen und Kommilitoninnen hier wohl fühlten.
Allein an der Justus-Liebig-Universität gehen jährlich knapp 1000 Studierende befristet ins Ausland, entweder über ein Austauschprogramm oder »auf eigene Faust«. Umgekehrt kommen rund 200 Austauschstudenten und bis zu 400 weitere, die hier vielleicht sogar das Studium abschließen. Unter den knapp 29 000 Studierenden an den beiden Hochschulen in Gießen kommt fast jeder zehnte aus dem Ausland. Begegnungen zwischen in- und ausländischen Studierenden gehörten längst zum Alltag. Im »Lokal International« könnten sie nun gefördert werden, sagte Geschäftsführer Ralf Stobbe für das Studentenwerk. JLU-Vizepräsident Prof. Joybrato Mukherjee bekräftigte, dass Internationalität für die Universität eine herausragende Rolle spiele. Die Hochschulen stünden länderübergreifend im Wettbewerb um die »besten Köpfe«, und diese Konkurrenz schließen die Studierenden ein. Das neue Zentrum werde viele Begegnungen ermöglichen und ein Ort sein, in dem Austausch und Toleranz erfahrbar seien. Deshalb passe es ganz hervorragend in das Konzept der Universität.
Julia Dinslage und Florian Hirsch werden das »Lokal International« leiten und - gemeinsam mit Hilfskräften und Lehrbeauftragten - auch das Programm organisieren, das dem Motto »Internationalisation@home« folgen soll. Es gibt ein gemütlich eingerichtetes Bistro mit großer Theke, Bücherecke, Tischfußball und Spielesammlung. Platz finden die Besucher auch im Biergarten. Für Veranstaltungen steht zudem ein Seminarraum zur Verfügung. Das Wochenprogramm hat als erste feste Bestandteile ein offenes Treffen (immer dienstags), Filme in Originalsprache (mittwochs), Spieleabende (donnerstags), kochen und tanzen (freitags) und einen »Kaffeeklatsch« (samstags). Geöffnet ist das Zentrum wochentags von 14.30 Uhr bis 22.30 Uhr, samstags 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Zum Auftakt gibt es am morgigen Freitag (wie schon angekündigt) um 14 Uhr ein großes Fest.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?