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IHK-Umfrage: Wirtschaftlicher Aufschwung hat sich verfestigt

Artikel vom 02.03.2010 - 22.04 Uhr

IHK-Umfrage: Wirtschaftlicher Aufschwung hat sich verfestigt

Gießen (pd). Nach dem Tiefpunkt vor einem Jahr ist die wirtschaftliche Erholung weiter fortgeschritten. Die IHK Gießen-Friedberg attestiert dem »sanften Anstieg des wirtschaftlichen Klimas« eine gewisse Konstanz und Stabilität.
IHK-Präsident Dr. Maaß (l.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Leder stellten den aktuellen Konjunkturbericht vor.	(Foto: kae)
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IHK-Präsident Dr. Maaß (l.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Leder stellten den aktuellen Konjunkturbericht vor. (Foto: kae)
»Dem Patienten geht es zusehends besser. Allerdings fehlt ihm noch einiges an Kraft. Und es ist nicht sicher, ob er nicht einen Rückfall bekommt.« Das sagte IHK-Präsident Dr. Wolfgang Maaß, der am Dienstag gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Leder die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer vorstellte.

Bei der aktuellen Erhebung, für die die Kammer 1200 Mitgliedsbetriebe in den Kreisen Gießen, Wetterau und Vogelsberg befragt hat, wurde ein Klimaindex von 91,8 ermittelt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag dieser Wert bei 68,5, im Herbst bei 83,3. Die Skala der Antwortmöglichkeiten reicht von null (»Absolut unzufrieden«) bis 200 (»Besser geht es nicht«). Die Zufriedenheitsschwelle von 100 sei »zumindest wieder in Reichweite«, sagte Maaß. Am nächsten kommt dieser Schwelle der Landkreis Gießen, der einen Klimaindex von 97,7 erreicht und der bei der Herbst-Umfrage mit 79,6 noch auf Rang drei angesiedelt war. Der Wetteraukreis kommt auf einen Index von 92,1 (85,7), der Vogelsbergkreis weist als Schlusslicht mit 78,8 Einheiten sogar einen schwächeren Wert als im Herbst (84,3) auf. Dort gehen die Betriebe offenbar von einer Verschlechterung der konjunkturellen Lage aus. Allerdings liegen sämtliche Ergebnisse des IHK-Bezirks wie üblich unter den hessischen Resultaten. Der Klimaindex für das Land liegt bei 101,0.

Trotz des sanften Anstiegs der Konjunktur werde das Niveau vor der globalen Finanzkrise nach Einschätzung der Bundesregierung wohl erst im Jahr 2013 erreicht, so der IHK-Präsident. Maaß erwähnte die Abwrackprämie und die Konjunkturprogramme der Bundesregierung, ohne die die Wirtschaft »nicht so schnell auf die Beine gekommen wäre«. Für dieses Jahr werde ein Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert.

Als bemerkenswert bezeichnete Maaß den »robusten Arbeitsmarkt«. Neben dem in der Krise erfolgreichen Instrument des Kurzarbeitergeldes müsse die Standfestigkeit und Verzichtsbereitschaft der Betriebspartner genannt werden. »Doch nun muss es wieder aufwärts gehen«, stellte er eine längerfristige Wirkung der beschäftigungssichernden Maßnahmen infrage.

Große Unterschiede gibt es bei der Beurteilung der konjunkturellen Lage durch die einzelnen Branchen. So blicken Unternehmen der Bauwirtschaft (122,5) und der Medizintechnik (121,1) optimistisch in die Zukunft. Das Gastgewerbe, das von der Wirtschafts- und Finanzkrise hart getroffen wurde, weist immerhin einen Index von 99,7 gegenüber 70,7 im Vorjahr auf. Auch im Einzelhandel hellt sich die Stimmung auf niedrigem Niveau auf. Der Klimaindex liegt bei 68,0 gegenüber 51,0 im Vorjahr. Ebenfalls einen Anstieg verzeichnet die Getränkeindustrie. Allerdings befinden sich die Werte, die von 35,4 auf 47,1 gestiegen sind, nach wie vor im Keller. Beispielsweise macht den Brauereien der Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs Sorgen. Während 1980 noch über 145 Liter Bier pro Person konsumiert wurde, sank dieser Wert 2009 auf unter 110 Liter.



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Artikel vom 02.03.2010 - 22.04 Uhr
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