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IHK Gießen: Kompetent, aber mit Nachbesserungsbedarf

Artikel vom 10.12.2009 - 20.00 Uhr

IHK Gießen: Kompetent, aber mit Nachbesserungsbedarf

Gießen (pd). Viele »Highlights« hat er ausgemacht, aber auch eine Reihe von Positionen, »an denen Ihr Profil noch nicht geschärft ist«. TNS Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner präsentierte der IHK-Vollversammlung am Mittwochabend die Ergebnisse einer Wahrnehmungs- und Zufriedenheitsanalyse, die die Kammer bei dem Institut für Politik- und Sozialforschung in Auftrag gegeben hatte.
Empfahl der IHK die Schärfung ihres Profils: K.-P. Schöppner.
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Empfahl der IHK die Schärfung ihres Profils: K.-P. Schöppner.
Gut 600 Mitglieder der IHK Gießen-Friedberg waren zu Themen wie Erreichbarkeit, Servicequalität oder Kompetenz befragt worden. Als »im Prinzip gut«, fasste Schöppner die Ergebnisse der Befragung zusammen, die allerdings auch Nachbesserungsbedarf offenbart habe.

»Gute Demoskopie ist wie ein Frühwarnsystem: Sie stellt Stärken fest und deckt Schwachstellen auf«, hatte der Chef des Bielefelder Instituts zunächst die Seriosität der Befragung unterstrichen. 59 Prozent der angesprochenen Mitglieder seien mit der IHK Gießen-Friedberg insgesamt zufrieden, allerdings wisse auch über die Hälfte der Befragten nicht, welche Aufgaben in den Verantwortungsbereich der Kammer fallen. »Sie sollten sich intensiver um persönlichen Kontakt bemühen«, empfahl Schöppner, der zudem mehr Aktivität im Umgang mit dem Computer anregte. Dass nur 21 Prozent der Kontakte via E-Mail erfolgten, sei »nicht so toll«. Die häufigsten Kontaktformen seien Brief und Telefongespräch.

Über die Hälfte der Befragten schätze die IHK als »aktuell, kompetent, sympathisch und zukunftsorientiert« ein, Schwachpunkte des Images der Kammer seien die Punkte »setzt sich engagiert für meine Belange ein« und »hilft mir in der Praxis«. Das IHK-Image werde insgesamt von größeren Unternehmen tendenziell besser bewertet als von kleineren, berichtete Schöppner. Die Mitglieder verlangten von der Kammer in ihrer Rolle als Interessenvertretung vor allem das Eintreten für niedrigere Steuern und Abgaben.

Als Kernkompetenzen der IHK werden von den meisten Befragten das Seminarangebot zu unternehmensrelevanten Themen sowie die Aus- und Weiterbildungsberatung genannt. Genau hier sieht der Referent allerdings Handlungsbedarf. Denn die Aus- und Weiterbildungsprüfungen haben bei der Befragung den niedrigsten Zufriedenheitswert erreicht.

Die grundsätzliche Zufriedenheit mit der Arbeit der Kammer ist allerdings hoch. 85 Prozent der Mitglieder geben an, dass es kein Anliegen gibt, das nicht zu ihrer Zufriedenheit bearbeitet wurde. Allerdings ist das Nutzungsniveau der IHK-Dienstleistungen insgesamt relativ gering. »Die Kammer wird nur mit mittlerer Wichtigkeit wahrgenommen«, stellte Schöppner fest. Vier von zehn IHK-Mitgliedern wendeten sich an externe Stellen, wenn Beratungsbedarf zum Thema Ausbildung besteht. Die am häufigsten konsultierten Ansprechpartner sind Bildungseinrichtungen und die Agentur für Arbeit.

71 Prozent der Mitglieder würden die IHK Gießen-Friedberg an befreundete Unternehmen weiterempfehlen, 25 Prozent würden dies eher nicht tun. »Ihr Profil ist nicht deutlich ausgefeilt«, sagte Schöppner (mehr zur IHK-Vollversammlung auf Seite 26). (Foto: pd)

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