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Hohe Luftfeuchtigkeit bereitet Stadtarchiv Sorge

Artikel vom 31.08.2010 - 23.45 Uhr

Hohe Luftfeuchtigkeit bereitet Stadtarchiv Sorge

Gießen (mö). Der Feind eines jeden Archivars hat einen Namen: Schimmel. Und dieser Feind dringt zu dem, was gerne das Andenken einer Stadt oder eines ganzen Landes genannt wird, vor allem dort leichter vor, wo die Luft zu feucht ist. Mit genau diesem Problem kämpft seit dem Umzug ins neue Rathaus das Gießener Stadtarchiv.
Mit Digitalgeräten wird unter anderem die Luftfeuchtigkeit im Archiv gemessen.	(Foto: Schepp)
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Mit Digitalgeräten wird unter anderem die Luftfeuchtigkeit im Archiv gemessen. (Foto: Schepp)
Stellenweise hätten die gemessenen Werte der Luftfeuchtigkeit »alarmierende Bereiche« erreicht, berichtete auf AZ-Anfrage Stadtsprecherin Claudia Boje. Mit der kalten Jahreszeit entspanne sich die Situation aber erfahrungsgemäß.

Wie Boje erläuterte, sollte in Archivräumen die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent liegen, im Fall des Kellers unter dem neuen Rathaus habe sie zeitweise aber bei 70 Prozent gelegen. Mittlerweile bewegten sie sich um die 60 Prozent.

Ursache für die zu hohe Feuchtigkeit sei aber keineswegs die Einbettung der Tiefgeschosse in den - in Gießen bekanntermaßen - feuchten Untergrund, sondern die Klimaanlage. Boje sprach diesbezüglich von einer »trägen Reaktionszeit«, was sich an unterschiedlichen Messwerten in den zehn Räumen und Magazinen des 1200 Quadratmeter großen Archivs ablesen lasse. In jenen Räumen, zu denen die Leitungswege am längsten seien, würden auch die höchsten Werte gemessen, erläuterte Boje. Nach ihren Worten hat Stadtarchivar Dr. Ludwig Brake bereits auf die von der Stadt angeschafften Luftentfeuchter zurückgreifen müssen. Die Energiefresser waren erstmals im Einsatz, als es nach dem Einzug ins neue Rathaus Probleme mit kleineren Wassereinbrüchen in der unteren Ebene der Tiefgarage gegeben hatte. Anders als im Archiv lag die Ursache hier an feinen Rissen im Beton.

Was die Probleme im Archivkeller betrifft, hat die Stadt die Hoffnung, dass die Werte durch eine weitere Optimierung der Belüftungsanlage weiter sinken werden. Die Haustechnik-Experten des Hochbauamts gehen laut Boje davon aus, dass nur noch eine »Feinregulierung« der Anlage nötig ist, um das gewünschte Aufbewahrungsklima zu schaffen.

Das Stadtarchiv, das zuvor an der Schlachthofstraße und ganz früher im Keller des Kreisgesundheitsamts - dort unter unzumutbaren Bedingungen - untergebracht war, arbeitet seit gut einem Jahr am neuen Standort. Die Bestände umfassen rund 1,5 Regalkilometer. Das älteste Dokument, gelagert in einem Tresor, stammt aus dem Jahre 1235; eine Fälschung der damals auf dem Schiffenberg residierenden Mönche.

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Artikel vom 31.08.2010 - 23.45 Uhr
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