Historische Treppe am Bahnhof kann nicht erhalten werden
Ein Nachteil dieser Lösung ist laut Rohrbach, dass damit ein Ziel der Planung verfehlt wird. Es sei nämlich wünschenswert, eine Blickachse zum schönen Gebäude des Hotels Adler zu öffnen. Diese Öffnung sei mit einigen der sechs Lösungsvorschläge nicht zu erreichen.
Zweiter wichtiger Bestandteil aller Varianten ist eine Fahrradabstellanlage mit gut 400 Plätzen. Sie ist in sämtlichen Entwürfen am Rand des eigentlichen Vorplatzes in die Erde versenkt worden, bleibt aber halboffen. Eine geschlossene Tiefgarage für Räder würde von den Radfahrern allein aus Gründen der sozialen Sicherheit nicht angenommen, verwies Rohrbach auf entsprechende Erfahrungen aus anderen Städten. Insgesamt sieht die Neuplanung des Bahnhofsvorplatzes nunmehr 1000 Stellplätze für Fahrräder vor, verteilt auf drei Standorte. Neben der besagten Anlage am Vorplatz ist eine Erweiterung der bestehenden am Alten Wetzlarer Weg auf 350 und eine zusätzliche, unmittelbar am Gleis 1, mit 250 Plätzen vorgesehen. Bestandteil sämtlicher Entwürfe ist zudem eine Aufzugsanlage zur Brücke über den Oberhessischen Bahnhof, die je nach Variante unterschiedlich platziert worden ist.
Die im jetzigen Stadium noch grob geschätzte Kostenspanne der sechs Lösungen reicht - inklusive Fahrradparkhaus und Aufzügen - von rund 1,6 Millionen Euro bis rund 2,5 Millionen Euro. Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch sagte, die Entscheidung über den Brückenaufgang sei von großer Bedeutung für die Umgestaltung des gesamten Bahnhofsvorplatzes. Um aus der Gießener Bevölkerung ein Stimmungsbild zu erhalten, plant der Magistrat diverse Aktionen, an denen womöglich auch die Tageszeitungen beteiligt sein werden.
Die erste Informationsveranstaltung stieß auf eine geringe Resonanz. Bei den nicht einmal 50 Anwesenden handelte es sich fast ausschließlich um Fachpublikum aus der Kommunalpolitik, der Architektenszene und der städtischen Fachverwaltung.
Schön, dass die Stadt die Kapazität der Radabstellplätze in ihren Plänen nach Intervention des ADFC schon mal um 250 erhöht hat. Ansonsten ist das Konzept aber wenig fahrradfreundlich, denn die Radfahrer werden wohl kaum ihr Rad in ein 3 Meter tiefes Loch über drei verwinkelte Rampen herunterschieben, um dann dort unten Abstellanlagen vorzufinden, die nicht einmal komplett überdacht sind. Auch wenn die Fahrradparkgrube von oben einsehbar ist, indem man über die Brüstung herunter schaut, wird die soziale Kontrolle gering sein: Viele Ecken der Grube sind nicht einsehbar und welcher Passant schreitet schon ein, wenn 3 Meter unter ihm ein Fahrraddieb ein Schloss aufbricht oder in einer überdachten Ecke eine Frau belästigt wird? Das Fahrradparkhaus ist ein Loch und diesen Charakter wird es immer behalten, wenn man es unterirdisch anlegt. Die nicht einsehbaren Ecken dieses Loches werden dazu animieren, den Abstellbereich als öffentliche Toilette zu benutzen und aufgrund der Räder und der Abstellbügel wird die Reinigung der Anlage so gut wie unmöglich sein. Uringestank wird sich festsetzen und der Volksmund wird vom zweiten Elefantenklo sprechen - mit dem Unterschied, dass hier der Elefant auch wirklich zum Klo geht. Eine geschlossene Tiefgarage für Räder wird von den Radfahrern allein aus Gründen der sozialen Sicherheit nicht angenommen - damit hat Herr Rohrbach recht. Wenn er aber glaubt, dass dies anders wird, wenn man bei Teilen der Tiefgarage das Dach weglässt, dann hat er sich getäuscht. Die Radfahrer werden mehr und mehr auf dem Bahnhofsplatz ihre Räder abstellen. Die Stadt wird versuchen, dies durch Satzungen zu verbieten und wird erst nach verlorenen Gerichtsprozessen erkennen, dass man Fahrradparken auf öffentlichen Plätzen nicht verbieten kann. Schade nur, dass dies alles absehbar ist und es trotzdem so kommen wird.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?
Die nicht einsehbaren Ecken dieses Loches werden dazu animieren, den Abstellbereich als öffentliche Toilette zu benutzen und aufgrund der Räder und der Abstellbügel wird die Reinigung der Anlage so gut wie unmöglich sein. Uringestank wird sich festsetzen und der Volksmund wird vom zweiten Elefantenklo sprechen - mit dem Unterschied, dass hier der Elefant auch wirklich zum Klo geht.
Eine geschlossene Tiefgarage für Räder wird von den Radfahrern allein aus Gründen der sozialen Sicherheit nicht angenommen - damit hat Herr Rohrbach recht. Wenn er aber glaubt, dass dies anders wird, wenn man bei Teilen der Tiefgarage das Dach weglässt, dann hat er sich getäuscht.
Die Radfahrer werden mehr und mehr auf dem Bahnhofsplatz ihre Räder abstellen. Die Stadt wird versuchen, dies durch Satzungen zu verbieten und wird erst nach verlorenen Gerichtsprozessen erkennen, dass man Fahrradparken auf öffentlichen Plätzen nicht verbieten kann.
Schade nur, dass dies alles absehbar ist und es trotzdem so kommen wird.