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Hells-Angels-Türsteher schlug auf Gäste ein: Haftstrafe

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Artikel vom 18.09.2014 - 21.55 Uhr

Hells-Angels-Türsteher schlug auf Gäste ein: Haftstrafe

Gießen (srs). Die Tätigkeit des Türstehers »ist ja auf Konflikt angelegt«, hielt Richter Dr. Johannes Nink fest. Der Angeklagte allerdings habe ein »gewaltiges Gewaltproblem«. In zwei am Donnerstag im Landgericht verhandelten Fällen schlug der Türsteher auf Gäste einer Diskothek ein. Der 31-Jährige muss nun eine Haftstrafe antreten.

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© Oliver Schepp
Zu vierzehn Monaten Gefängnis wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilte ihn die Kammer. Dem in Gießen geborenen und aufgewachsenen Mann droht allerdings eine noch längere Haft, da er in weiteren Gerichtsverfahren angeklagt ist. Unter anderem soll er im Juni vergangenen Jahres als Türsteher auf Gäste eines Bordells in Pohlheim eingeprügelt haben.

Ende Mai 2011 schlug der 31-Jährige in der Gießener Diskothek einem Polizisten von hinten aufs Ohr, der in der Lokalität privat mit einem von ihm betreuten Frauenfußball-Team hatte feiern wollen. Der Beamte stürzte durch den Hieb gegen einen Heizkörper. Im Mai 2012 warf der Türsteher einen Schüler aus der Diskothek. Als der 19-Jährige an der Kasse stehen blieb und nach seiner Verzehrkarte suchte, schlug der Angeklagte kurzerhand zu. Verurteilt wurde der in Reiskirchen lebende Mann außerdem wegen Beleidigung von zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Im Oktober 2011 war er auf der A 5 von der Polizei angehalten worden. Obwohl die Beamten damals Pfefferspray gegen den aggressiv beleidigenden Mann einsetzten, drohte dieser unbeeindruckt, er kämpfe jetzt »wie ein Mann«. Im Auto fand die Polizei neben zwei Baseballschlägern auch die Weste der Hells Angels.

Das Amtsgericht hatte den 31-Jährigen für die Taten im November 2012 zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Gestern beschränkte die Verteidigung ihre Berufung auf die Anfechtung des Strafmaßes, akzeptierte somit die Anklagepunkte in der Sache. Die Kammer wertete dies als Geständnis und reduzierte das Strafmaß der ersten Instanz daher um zwei Monate. Warum, so fragte der Vorsitzende Richter den Angeklagten, habe dieser sich denn für den Beruf des Türstehers entschieden? »Wegen der Mädchen«, antwortete der 31-Jährige schmunzelnd.

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Artikel vom 18.09.2014 - 21.55 Uhr
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Leserkommentare
(19.09.2014 10:57)
Stefan-Krauss
Ein im Ansatz richtiges Urteil
Leider musste man in den vergangenen Jahren bei Strafverfahren gegen Mitglieder dieser kriminellen Organisation immer wieder von Bewährungs- oder Geldstrafen lesen. Daher begrüße ich die Freiheitsstrafe. Für meinen Geschmack hätten diese etwas höher ausfallen können.
Die Aussge "wegen den Mädchen" (..habe ich meinen Beruf gewählt) muss sehr kritisch gesehen werden. Wer sich für Zwangsprostitution interessiert, der schaue mal was er über die Methode "Loverboy" findet. Hauptaufgriffspunkt für Erstkontakte bei denen die Mädchen ihre zukünftigen Peiniger und Zuhälter kennenlernen sind die Türen solcher Discos. Vielleicht sollte der ein oder andere der Kripo Mittelhessen nun hellhörig werden und mal die Rolle dieses "Frauenhelden" im Hinblick auf ein etwaiges Dasein als Loverboy beleuchten.
By the way, die hohe Gewaltbereitschaft gepaart mit einer großen Muskelmasse lässt auf den Einsatz von Anabolika schließen. Das Mittel verwenden solche Bürschchen um ganz schnell und bitte ohne möglichst viel Training große Muskelberge aufzubauen. Dies erhöht den Testosteronspiegel dann sehr schnell sehr stark was die Gewaltbereitschaft förmlich aus den Ohren wachsen lässt.
Mir scheint noch immer, trotz leichter Verbesserungen verstehen viele Strafrichter noch immer nicht ganz die Zusammenhänge und Wirkungen der einzelnen Aspekte. Hier sollten Richter, auch wenn es mit dem Selbstverständnis mancherorts kollidieren dürfte, von Zeit zu Zeit geschult werden.
(19.09.2014 10:45)
Max Mustermann
Hells Angels
Jeder Hells Angel der frei herum läuft ist eine Gefahr für die Bevölkerung und ein Versagen der Justiz. Wer dieser kriminellen Vereinigung von Schwerverbrechern angehört gehört hart bestraft. Aber nein, stattdessen betreibt dieses Gesindel im Kreisgebiet Puffs und macht sich in der Türsteher-Szene breit. Als Bürger kann man da nur sagen: Alles boykottieren, wo diese Kriminellen ihre Finger drin haben. Dazu zählen auch Diskotheken, die solche beschäftigen.
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