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Gutachten: Philosophika in erwartet schlechtem Zustand

Artikel vom 15.03.2010 - 22.30 Uhr

Gutachten: Philosophika in erwartet schlechtem Zustand

Gießen (si). Die Philosophika I und II der Justus-Liebig-Universität sind in dem erwartet schlechten baulichen Zustand. Die Sanierung der zwischen 1968 und 1971 bezogenen Gebäude würde etwa 80 Prozent der Kosten eines kompletten Neubaus ausmachen - das ist die zentrale Aussage des Gutachtens, das Bauexperten im Laufe der letzten Monate im Auftrag der Hochschulleitung erstellt haben und das jetzt in der Endfassung vorliegt. Die genauen Kosten für die beiden Varianten beziffert die Studie nicht, sie enthält sich außerdem jeder Empfehlung zur Frage, ob ein Neubau oder die Komplettsanierung sinnvoller ist.
Das 1971 fertiggstellte Philosophikum I (Foto) ist wie das benachbarte, kurz zuvor errichtete Philosophikum II in einem baulich
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Das 1971 fertiggstellte Philosophikum I (Foto) ist wie das benachbarte, kurz zuvor errichtete Philosophikum II in einem baulich sehr schlechten Zustand. Ob die Gebäude komplett oder nur teilweise abgerissen werden und in welchem Umfang neu gebaut wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten. (Foto: Schepp)
Auch für das Universitäts-Präsidium lässt sich dies noch nicht genau sagen. Dies müsse in enger Abstimmung mit dem Wissenschaftsministerium geklärt werden, teilte die Hochschule gestern auf Anfrage der Allgemeinen Zeitung mit. Demnach möchte die Landesbehörde vor der endgültigen Entscheidung eine genaue Aufstellung aller zusätzlichen (Neben-)Kosten - etwa zur Landschaftspflege - haben. Das Präsidium hofft, dass die Daten im Sommer vorliegen. Wie es hieß, soll auch die Stadt eng in die Gespräche eingebunden werden.

Ein AZ-Bericht über den baulichen Zustand der Philosophika hatte im letzten November in der Hochschule für großen Wirbel gesorgt - dass ein Totalabriss kommen könnte, hatte viele überrascht. Denkbar ist nun auch ein Kompromiss: ein Teilabriss mit Sanierung der am besten erhaltenen Gebäude. Der Lehrbetrieb müsste bei allen Varianten weiterlaufen. Die Zeit jedenfalls drängt - nicht nur wegen des Zustands der Anlage, sondern auch weil die Studentenzahlen ab etwa 2015 landesweit sinken. Je später entschieden wird, desto eher könnte die Landesregierung geneigt sein, Finanzmittel im Hochschulbau zu streichen, so die Befürchtung.

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Artikel vom 15.03.2010 - 22.30 Uhr
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Leserkommentare
(16.03.2010 10:15)
Leser
Sinkende Studierendenzahlen?
Ob die Studierendenzahlen ab 2015 ernsthaft sinken werden, ist wohl ungewiss. In der Vergangenheit haben sich die Prognosen nie bestätigt und so blieben die Studierendenzahlen auch dann auf hohem Niveau, wenn ein "Studentenberg" eigentlich wieder verschwinden sollte. Gerade im Vergleich mit dem Ausland ist zu erwarten, dass die Studierendenquote noch deutlich gesteigert werden kann.
Abgesehen davon würde man im Phil I und II die neuen Gebäude auch brauchen, wenn nach 2015 die Studierendenzahlen auf das derzeitige Niveau sinken, denn schon für die derzeitigen Studierenmengen sind die Flächen zu knapp bemessen.Von daher sollte man eine Debatte, ob die Gebäude gebraucht werden gar nicht erst beginnen, denn es gibt keine Alternative zur Renovierung oder einem Neubau.
Nebenbei: Dem Philosophikum I würde ein Neubau durchaus gut tun, denn von Innen sind die Gebäude aufgrund der dunklen Flure nur schwer zu ertragen.
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