Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

Grundschule Rödgen feierte ihren 50. Geburtstag mit Festakt

Artikel vom 18.09.2009 - 22.32 Uhr

Grundschule Rödgen feierte ihren 50. Geburtstag mit Festakt

Gießen-Rödgen (pd). Die Grundschule Rödgen wird 50 - und alle feiern mit. Dieses Motto vermittelte gestern Nachmittag der Festakt zum Jubiläum der am 18. September 1959 in der Großen-Busecker Straße eingeweihten Schule.
Lupe - Artikelbild vergrössern
Dass tatsächlich alle Generationen mitfeiern, wurde durch die Programmbeiträge unterstrichen, die von den musikalisch eingeschwebten »99 Luftballons« des ersten Schuljahrs bis zum Beitrag »Am Brunnen vor dem Tore« der Chorgemeinschaft Rödgen reichten. Und als Rektorin Jutta Hahn, bei der Begrüßung der Gäste wissen wollte, wer denn bei der Einweihung der Schule vor 50 Jahren dabei gewesen sei, gingen zahlreiche Hände in die Höhe. Am heutigen Samstag lädt die Schulgemeinde zu einem großen Schulfest ein.

»Es stand wohl um Stadt und Land«, erinnerte die Schulleiterin an die Wirtschaftswunderzeit der späten fünfziger Jahre. Das Kindergeld war gestiegen, die Arbeitslosigkeit lag unter einem Prozent, die Dorfgemeinschaftsschule Rödgen/Trohe entpuppte sich als »kleine Oase am Rande der Stadt«, so Hahn. Die Rektorin freute sich, dass die Grundschule heute noch ein Standort der »kurzen Wege für kurze Beine« ist.

In Anlehnung an die von ihm erstellte Festschrift (die AZ berichtete gestern) erinnerte Prof. Dieter Kraushaar noch einmal an die Anfänge schulischen Wirkens in Rödgen 1629, erwähnte die ehemalige Pfarrei (1838) und das Bürgerhaus (1890) als Standorte und ging dann auf den »akuten Schulnotstand« ein, der den Bau der 1959 errichteten Schule notwendig gemacht hatte. Das Gebäude war seinerzeit für gerade einmal 300 000 DM gebaut worden.

Einige Episoden aus seiner Rödgener Zeit gab anschließend Manfred Blechschmidt weiter. Der ehemalige Leiter der Pestalozzischule, der 1965 an der Rödgener Schule begonnen hatte, berichtete, wie man damals durch Filmpräsentationen die Schulkasse aufbesserte, wie sehr ihn die riesige Blechschlange im Eingangsbereich beeindruckt hatte und wie flexibel ein Lehrer damals sein musste - außer in Rödgen unterrichtete er in Inheiden und Alten-Buseck. Joachim Sieg und Günther Kreisel erinnerten sich als »Schüler der ersten Stunde« an einen Rektor, der im Unterricht Mäuse jagte, an verstimmte Geigen und einen Rohrstock namens Emil. Erik Etzelmüller gab einen Einblick in seine Schulzeit in den neunziger Jahren und bekräftigte, dass die Grundschüler sich schon damals besser mit Computern auskannten als ihre Lehrer.

Innenminister Bouffier lobte das »tolle Programm«, das die Schulgemeinde auf die Beine gestellt hatte. Über Schule sei zu allen Zeiten mit Hingabe diskutiert worden, nahm der Festredner die »Wellenbewegungen« der vergangenen Jahrzehnte unter die Lupe. Dabei gehe es grundsätzlich immer um die Frage, wie man es schaffen kann, Kindern eine Grundlage zur Entwicklung ihrer Talente zu geben. Schule sei ohne Lehrer mit Engagement und Herz »ein Torso«, sagte Bouffier. Ebenso sei es aber »das Recht und die Pflicht« der Eltern, sich um ihre Kinder zu kümmern.

In einem Grußwort sicherte Schuldezernent Harald Scherer zu, dass schon bald 600 000 Euro in das »Lifting« der Schule investiert werden. Ortsvorsteher Dieter Geißler betonte, der Bau der Grundschule habe schon damals gezeigt, dass in Rödgen Bildung und Ausbildung hoch geachtet werden. Elternvertreterin Daniela Eichhorn-Gräf bescheinigte dem Kollegium, dass es »mit Herzblut« bei der Sache ist, und Anne Peters vom Staatlichen Schulamt freute sich darüber, dass an der Grundschule Rödgen der Sinnspruch »Wer ernten will, muss säen« beherzigt wird.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 18.09.2009 - 22.32 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang