Gießen (mö). Über zehn Jahre lag die Gründerzeitvilla an der Ecke Bahnhofstraße/Schanzenstraße im Dornröschenschlaf, aber seit einigen Tagen herrscht wieder Leben in dem grün gestrichenen Haus. Die laufenden Aufräumarbeiten sind die Vorboten einer umfassenden Sanierung, die von der neuen Eigentümerin der Bahnhofstraße 38 geplant ist.
Noch bietet die Adresse Bahnhofstraße 38 einen unschönen Anblick. Das soll sich aber in nächster Zeit ändern. Links der denkmalgeschützte Anbau mit Veranda und Wintergarten. (Foto: Schepp)
»Wir wollen das Haus komplett sanieren, sind aber erst ganz am Anfang«, sagte der AZ die Gießenerin, die das Anwesen vor einiger Zeit unter Vermittlung eines Projektentwicklers aus Fulda erworben hatte.
Seit vergangener Woche liegt der Stadt Gießen ein Bauantrag vor, wie Magistratssprecherin Claudia Boje bestätigte. Es gehe um eine Sanierung und den Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken. Da Teile des aus dem Jahr 1873 stammenden Wohnhauses denkmalgeschützt sind, werde die Untere Denkmalschutzbehörde an dem Baugenehmigungsverfahren beteiligt.
Dass sich in dem markanten Eckhaus überhaupt wieder etwas tut, stößt nicht nur bei der Stadt auf Zustimmung, sondern dürfte auch die Interessengemeinschaft Bahnhofstraße erfreuen. Das Anwesen gilt nämlich als Schlüsselimmobilie für das Gelingen der Stadtsanierung im Bereich Schanzenstraße/Bahnhofstraße, die vor nunmehr fast sechs Jahren von der Stadt angeschoben worden war.
Damit verbunden sind Zuschüsse auch für die Sanierung von Privathäusern im Geltungsbereich des Gebiets zwischen Westanlage, Bahnhofstraße und Neustadt, das von der Hessen-Agentur als Sanierungsträger betreut wird.
Denkmalgeschützt ist die Adresse Bahnhofstraße 38 wegen ihrer doppelstöckigen, zur Schanzenstraße weisenden Veranda mit Wintergarten. Im Erdgeschoss befand sich einst ein Kiosk, der jüngere Stadtgeschichte geschrieben hat. In den 90er Jahren versorgte sich dort die Drogenszene mit Flaschenbier, was zunächst zu einem Alkoholverbot und später der Schließung der Verkaufsstelle führte.
Über viele Jahre war das Haus zudem Büro-Domizil für einige Vereine aus der alternativen Szene wie StattAuto und Greenpeace, ehe die Villa 1999 zwangsversteigert wurde und danach leerstand.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
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