Goethe-/Stephanstraße: Anwohner beklagen Mangel an Pkw-Stellflächen
Gießen (ck). Für die Auto fahrenden Anwohner des Bereichs um Stephan- und Goethestraße gibt es eine schlechte und eine gute Nachricht: Ab Oktober sollen die Parkplätze hinter dem Uni-Hauptgebäude nur noch vorwiegend von Uni-Bediensteten genutzt werden können. Dafür sorgen sollen zwei Schranken, die derzeit installiert werden.
Die Schranken sind schon montiert, von Oktober an sollen auch die Parkautomaten funktionsfähig sein und die Pkw-Stellplätze hinter dem Uni-Hauptgebäude bewirtschaftet werden. Vor der Einfahrtsschranke bleiben ein paar Parkplätze für Uni-Besucher. (Foto: Schepp)
Aber, und das ist die gute Nachricht: An den Wochenende und in den Abendstunden, wenn die Stellflächen ansonsten unbesetzt bleiben würden, sollen die Parkplätze auch nicht-universitären Menschen offen stehen. Gegen einen Obolus könnten, wie Charlotte Brückner-Ihl von der Uni-Pressestelle auf AZ-Anfrage mitteilte, Anwohner und Kneipenbesucher ihre Autos dort für eine gewisse Zeit abstellen. Für die Parkplätze des Erwin-Stein-Gebäudes (altes Finanzamt) gebe es solche Pläne aber nicht.
Hintergrund des Problems ist die für den eigentlichen Bedarf zu geringe Zahl an Stellflächen in diesem Bereich der Stadt. Dies führe in den späten Nachmittags- oder frühene Abendstunden regelmäßig zu einem zeitaufwändigen Parksuchverkehr, so Anwohner gegenüber der Allgemeinen. Sie befürchten, dass sich diese Situation durch den Wegfall einiger Plätze infolge des Umbaus des Martin-Bucer-Hauses sowie die Errichtung der Schrankenanlage weiter verschärft. Zwar seien die Parkplätze hinter dem Hauptgebäude eigentlich schon immer nur für Uni-Angehörige, Anlieferer und Besucher vorgesehen gewesen. Doch so viele Stellflächen trotz der Parkplatznot abends leer stehen zu lassen, sei eigentlich ein Unding. Glücklichweise habe man dort nach Dienst- und Vorlesungsende aber immer ‘mal ein Plätzchen über die Nacht für den eigenen Pkw gefunden. Gleiches habe für die Besucher der umgebenden Kneipen gegolten.
»Und gerade das war das Problem«, erläuterte Brückner-Ihl. Denn die Fahrzeuge hätten häufig noch am darauf folgenden Morgen die Stellflächen blockiert, sodass die Uni-Mitarbeiter auf die Suche hätten gehen müssen. Und dem habe die Verwaltung mit den Schranken einen Riegel vorschieben wollen. Der Beginn von Sperrung und Bewirtschaftung sei für Anfang Oktober vorgesehen, wenn neben den Schranken auch die Parkautomaten angebracht seien. Die Höhe der Gebühren für die Parkplatznutzung stehe noch nicht fest
Bezüglich des Parkplatzes hinter dem Erwin-Stein-Gebäude sagte Brückner-Ihl, dass alle Parkplätze dort von Mitarbeitern der Universität benötigt würden. Selbst Gäste könnten ihre Fahrzeuge dort nicht abstellen. Die JLU habe in dem Gebäude ihre zentrale Serviceeinrichtung mit vielen Beschäftigten untergebracht. Ob sich die Universitäts-Spitze später einmal Gedanken darüber machen werde, in der Goethestraße eine ähnliche Lösung anzustreben wie hinter dem Zeughaus - dort ist die Schranke nachts offen, nicht-universitäre Nutzer müssen ihre Pkw bis 5.45 Uhr entfernt haben -, konnte die Pressesprecherin nicht sagen.
Nicht involviert in die Geschichte sieht man sich bei der Stadtverwaltung. »Das ist ausschließlich eine Angelegenheit der Universität«, erläuterte Bau- und Planungsdezernent den städtischen Standpunkt. Vorschlägen beispielsweise eines Anwohnerparkens in dem Bereich erteilte er eine Absage, da sich zum einen die Anzahl an Parkplätzen auch nicht erhöhen würde, zum anderen laut gesetzlicher Vorgaben ein größerer Teil der Stellflächen ohnehin für Kurzzeitparker reserviert bleiben müsse.