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»Gießkannenmuseum« für die Stadt Gießen geplant

Artikel vom 02.09.2010 - 11.02 Uhr

»Gießkannenmuseum« für die Stadt Gießen geplant

Gießen (mö). Das weltweit erste Mathematikmuseum hat den Bekanntheitsgrad der Stadt Gießen seit 2002 deutlich gesteigert. Globale Wirkung könnte nun auch ein weiteres Ausstellungsprojekt erzielen, das derzeit in der mittelhessischen Universitätsstadt konzipiert wird.
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Oliver Behnecke von der Gruppe »Gärtnerpflichten« präsentierte bei Schlammbeisers Lahnlust die ersten Exponate des neuesten Gießener Ausstellungsprojekts.
© son
Die stichprobenartige Sichtung der Ergebnisse für die Begriffe »Gießkannenmuseum« und »watering can museum« mittels Internet-Suchmaschine lässt jedenfalls vermuten, dass die Gießener Künstlergruppe »Gärtnerpflichten« an einem Novum arbeitet. Bis zur Landesgartenschau 2014 wollen Ingke Günther, Oliver Behnecke und Jörg Wagner in einer öffentlichen Sammlung die ganze »Formenfülle des trivialen Gießgefäßes« präsentieren.

Noch hat das bereits gegründete »Gießener Gießkannenmuseum« keinen festen Ort. Das soll sich bis zum Beginn der Gartenschau im Frühjahr 2014 ändern. Bis dahin sollen die Exponate sozusagen als Wanderausstellung an wechselnden Orten zu sehen sein. So präsentierten die »Gärtnerpflichten« am vergangenen Sonntag bei Schlammbeisers Lahnlust ihre bisher gesammelten Gießkannen - und erhielten durchweg positive Rückmeldungen.

Das Projekt wird von den Gießenern demnach nicht als satirischer Beitrag zur Landesgartenschau verstanden, sondern durchaus als ernsthafter Versuch, Kulturgeschichte unter diesem sehr speziellen Aspekt darzustellen. Für das Künstler-Trio passen das Museum und die Stadt auch sprachgeschichtlich bestens zusammen. »Gießen und die Gießkanne, das Werkzeug zum Umsetzen dieser wichtigen Gärtnerpflicht, sind allein durch ihren gemeinsamen Wortstamm unverkennbar eng miteinander verbunden«, formuliert die Gruppe in einem eigens gestalteten Flugblatt. Und im Hinblick auf die Landesgartenschau sei die »sammelnde Hinwendung zum Gefäß der künstlichen Beregnung besonders naheliegend«, heißt es darin weiter.

Erweitern soll sich der bislang gut 20 Exemplare zählende Gießkannen-Bestand durch »Schenkungen« aus der Bevölkerung. In dem Museum sollen Kannen für Balkon- und Zimmerpflanzen, für den Garten und Kakteen oder in der Funktion als Kinderspielzeug gesammelt werden. Interesse hat die Gruppe auch an persönlichen Geschichten, die vielleicht mit der vom Gebrauch gezeichneten Messinggießkanne verbunden sind. Abgegeben werden können Gießkannen bei den öffentlichen Aktionen der »Gärtnerpflichten« am »Gießkannenabgabeschalter« oder beim Büro der Landesgartenschau in der Südanlage 4.

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