Gießener Frühjahrsputz: Immer noch viel Wohlstandsmüll
Gießen (fd). Erfreuliches vermeldeten sechs Vereine und Initiativen, deren Mitglieder am Samstag im Rahmen des traditionellen »Gießener Frühjahrsputzes« mit großem Engagement arglos weggeworfenen Müll gesammelt hatten: Deutlich weniger Unrat als noch vor einigen Jahren habe man in öffentlichen Grünanlagen, an Straßenrändern oder Bachläufen gefunden.
Einiges an Müll zusammen kam beim Einsatz von sechs Mitgliedern des CDU-Ortsverbandes Gießen-Ost in der Umgebung des Waldstadions. (Fotos: fd)
. Und dennoch: Auch in diesem Jahr hatten die Helfer wieder alle Hände voll zu tun: Containerweise »Wohlstandsmüll« kam bei mehreren Sammelaktionen im Stadtbereich und den umliegenden Naherholungsgebieten zusammen. Weil sich für einen weiteren Sammeltag am kommenden Wochenende noch einmal sechs Gruppen angemeldet haben, kann sich das Stadtreinigungsamt in diesem Jahr über insgesamt zwölf Vereine und Initiativen mit rund 230 Helfern freuen - soviel wie noch nie zuvor.
»Man kann über Jürgen Trittin sagen was man will, aber der Dosenpfand war eine gute Sache«, erklärte Lars Wolkewitz vom Gießener Anglerclub. Zusammen mit rund 40 Vereinsfreunden befreite er am Samstag das Lahnufer zwischen Kleebach und Klinkel'schem Wehr von allerlei Unrat: Kaum noch leere Dosen, dafür aber unzählige Behälter von »To-Go«-Getränken und auch wieder halbe Fahrräder, komplette Schubkarren oder alte Koffer habe man gefunden.
Auf ähnliche Schweinereien stießen die sechs Mitglieder des CDU-Ortsverbands Gießen -Ost bei ihrer Sammelaktion rund um den Waldsportplatz: Sogar für die Natur gefährliche Autobatterien und Fernsehgeräte entdeckten sie am Wegrand zwischen Grünberger Straße und Eichendorffring.
Die Sportangler, die mit rund 30 Sammlern in der Wieseckaue unterwegs waren, fanden neben viel Unrat zum wiederholten Mal gleich mehrere widerrechtlich entsorgte Lkw-Reifen. Dennoch freute sich Gewässerwart Thomas Becker über »deutlich weniger Müll als noch in den vergangenen Jahren.«.
Diese Tendenz bestätigte auch die Jugendfeuerwehr Rödgen, die mit 20 tatkräftigen Mitgliedern rund um das eigene Gerätehaus aktiv war. Das Lahnufer im Bereich der Badenburg und die umliegenden Wege befreiten 30 Helfer des Wiesecker Kanuclubs von Müll, der in den letzten Monaten von anderen hinterlassen wurde. Dabei erhielten die Kanuten unerwartete Unterstützung der benachbarten »Naturfreunde«.
Genauso wie beispielsweise ein Trupp von eifrigen Müllsammlern des VfB 1900 Gießen hatten sie sich zuvor zwar nicht für den »Frühjahrsputz« angemeldet, zeigten aber trotzdem großen Einsatz.