Gießen (srs). Eine festliche Inthronisation feierte die Gießener Fassenachtsvereinigung in der Kongresshalle. Das Prinzenpaar Heiko II. und Christine II. ist nun in Amt und Würden
Endgültig in Amt und Würden sind Prinzessin Christine II. und Prinz Heiko II. sowie ihr Hofstaat. (Foto: srs)
Kälte, Schnee und Eis hüllten Gießen am Wochenende in winterliches Weiß. Vor der Kongresshalle allerdings machte »Daisy« am Samstagabend Halt. Denn im Großen Saal tobte und toste bereits die fünfte Jahreszeit: die Fastnacht. Gut 400 Närrinnen und Narren feierten die Inthronisation des neuen Prinzenpaars der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV). Während Prinz Heiko II. und die ein funkelndes goldenes Kleid tragende Prinzessin Christine II. die Insignien ihrer bis Aschermittwoch währenden Macht entgegennahmen, unterhielten die Formationen der GFV mit tänzerischen und akrobatischen Darbietungen. »Nun gilt kein Maß, es geht ganz einfach um den Spaß«, rief der Prinz in den Saal.
Mit stehenden Ovationen und Spalieren begrüßten die Gäste das neue Prinzenpaar, als Christine II. und Heiko II. samt Hofstaat und Artilleriekorps in den Saal einmarschierten und auf die Bühne stiegen. »Ich bin sehr aufgeregt«, gestand der Prinz vor dem Verlesen der Antrittsrede. »Wenn Sie mein Herz schlagen hören, das wäre ja furchtbar«, lachte er - und trug unterstützt vom Beifall des Publikums dann doch sicher und souverän die Proklamation vor, in deren Mittelpunkt die Landesgartenschau 2014 stand.
»Die Stadt soll der Schau einen Rahmen geben, unterstützt von den grünen Berufskollegen«, hielt der Prinz fest, der im bürgerlichen Leben gemeinsam mit seiner Prinzessin eine Baumschule betreibt. »Dann strahlt in schönster Blütenpracht Gießen nicht nur zur Fassenacht.« Heiko II. und Christine II. fordern in ihrer Proklamation darüber hinaus, dem Gießener Stadtbild zuliebe mehr auf heimische Pflanzen zu setzen. »Baum, Strauch, Busch und Blum dort am Straßenrand, sind uns als regional ansässig nicht bekannt. So bräucht mit dem Haushaltsgeld keiner weit laufen - und könnt schöne Pflanzen im Umland einkaufen.«
Schweren Herzens überreichte der Prinz der letztjährigen Kampagne, Joachim I., seinem Nachfolger das Zepter. Bis Aschermittwoch, erklärte er, stünden dem neuen Prinzenpaar 38 Tage voller Erlebnisse und Höhepunkte bevor. »Wir wünschen euch eine tolle Kampagne.« GFV-Präsident Franz Koch sprach dem scheidenden Prinzenpaar Joachim I. und Frauke I. seinen Dank aus.
Schließlich ließen sich Heiko II. und Christine II. auf goldenen Thronstühlen auf der Bühne nieder. Der Reigen konnte beginnen. Unter der Moderation des GFV-Vizepräsidenten Wolfgang Isenberg, der mit den Besuchern eingangs den Fastnachtsgruß »Helau« noch einmal eingeübt hatte, feierten die Formationen der Fassenachts-Vereinigung bejubelte Auftritte. Zunächst tanzten die Jüngsten der GFV, die von Farina Tamburro und Thomas Hofmann trainierten Kadetten unter dem Titel »Der Traum des Clowns« in knallbunten Kostümen zum Schlager »Oh, mein Papa«. Die Midigarde unter Leitung von Stephie Roales Terrón wirbelte regelrecht über die Bühne - anfangs zu Hip-Hop-Klängen, dann zum Lied »I will survive«. Mit akrobatischen Einlagen wusste der Artilleriekorps zu beeindrucken, unter anderem zu einem selbst geschriebenen und eingesungenen Stück unter dem Titel »Festpiraten«. Die drei Tanzmariechen Anika Hain sowie Elena und Stefanie Fischer bewegten sich zu den Klängen der US-amerikanischen Nationalhymne. Mit anhaltendem Beifall wurde auch das Tanzpaar der Gießener Fassenachter, Jennifer Ruckelshausen und Marco Hofmann, bedacht. Musikalisch unterhielten zudem die »Heelau Sisters« aus Darmstadt. Den Saal zum Kochen brachten die in afrikanischen Kostümen steckenden Kinziggeister mit Guggemusik. Als die Trommler und Blechbläser eine afrikanische Volksweise ankündigten und dann eine polternde Version des bayrischen Schlagers »I will wieder hoam« anstimmten, hielt es niemanden mehr auf den Plätzen.
Geht Bürgermeisterin als Queen Mom
Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich wünschte den Fassenachtern in einer kurzen Ansprache eine erfolgreiche Kampagne. »Wenn ich ein so tolles Prinzenpaar sehe, dann ist der aufgeklärte Absolutismus vielleicht doch die bessere Staatsform«, scherzte die Bürgermeisterin. Die Unterstützung der Landesgartenschau durch das Prinzenpaar erfreue sie. Den Traum, selbst einmal Prinzessin zu sein, müsse sie sich indes wohl abschminken. »Die einzige Rolle, die für mich noch in Frage käme, wäre wohl die der Queen Mom. Aber die Rolle gibt es hier ja leider nicht.« Grußworte und Glückwünsche überbrachten dem Prinzenpaar auch Gabriele Vogler und Werner Nohl vom Präsidium des Senats der GFV sowie befreundete und benachbarte Fastnachtsvereine. Die Lauterbacher hatten ihren Haus- und Hofmusiker Stephan Pussel mitgebacht, der unter anderem „Moviestar“ von Harpo intonierte.
Für die musikalische Begleitung sorgte die GFV-Hausband »Nobody is perfect«.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
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