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Genossenschaft für US-Siedlung: Mitinvestor gab auf

Artikel vom 28.08.2009 - 08.00 Uhr

Genossenschaft für US-Siedlung: Mitinvestor gab auf

Gießen (ck). Der Wohnbau Genossenschaft ist zum zweiten Mal ihr Partner beim Erwerb der früheren US-Wohnsiedlungen Dulles und Marshall abgesprungen. Nachdem zunächst die Vivacon AG hatte Konkurs anmelden müssen, hat jetzt der Nachfolger in der Investorenrolle, die Grünberger Terrassen GmbH, gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) kurz vor Ablauf der Frist von ihrer im Kaufvertrag eingeräumten Möglichkeit des Rücktritts Gebrauch gemacht.
Dennoch werde sich für die Genossenschaft nichts an dem Projekt ändern, sagte gestern auf AZ-Anfrage Vorstand Volker Behnecke. Die BIMA werde am 31. August den Kaufpreis von 19,3 Millionen Euro auf ihrem Konto haben.

»Wir haben schon seit der Vivacon-Schieflage über eine Alternative nachgedacht, da private Investoren keineswegs Schlange standen. Seitdem stehen wir mit großen Banken im Gespräch, eine davon hat jetzt den Part der ausgeschiedenen Grünberger Terrassengesellschaft übernommen.« Diese habe der BIMA ihren Rücktritt damit begründet, zum Stichtag 31. August nicht die notwendigen Finanzmittel zusammenzubekommen. Keineswegs habe man die Gesellschaft aus dem Projekt herausgedrängt, vielmehr sei man dem Investor bis zuletzt entgegen gekommen, habe aber nun angesichts des knappen Zeitrahmens reagieren müssen, so der Genossenschafts-Vorstand. Diese Alternative sei im Aufsichtsrat der Wohnbau, die mit dem Erwerb von 7500 Anteilen zu 900 Euro das finanzielle Grundgerüst der Genossenschaft stelle, auch diskutiert worden, so dass nun kein neuer Beschluss notwendig sei. Alleiniger Investor und Besitzer sei jetzt die Genossenschaft.

Die neue Entwicklung hat zur Folge, dass die Genossenschaft jetzt auch die 171 Wohneinheiten der Marshall-Siedlung entlang der Grünberger Straße, die eigentlich von dem Investor vermarktet werden sollte, selbst auf den Markt bringen will; und zwar nicht allein auf Basis der Erbpacht, sondern auch als Vollerwerb oder in Form des Mietkaufs, wie Behnecke erläuterte. »Damit sind wird unabhängiger bei der Vermarktung und haben einen größeren Einfluss auf die Käufer- oder Mieterstruktur.«

Nach der Bezahlung des Kaufpreises und dem damit einhergehenden Übergang des Eigentums soll es Behnecke zufolge los gehen mit der Vermietung, der Renovierung oder der Komplettsanierung der Gebäude. Auch Kaufinteressenten könnten sich jetzt direkt an die Wohnbau-Genossenschaft wenden. Keine offenen Fragen gebe es übrigens in punkto Straßenreinigung oder -führung sowie der Zuständigkeit für die anderen Leitungssysteme wie Strom, Wasser, Abwasser oder Telefon: »Das ist alles endverhandelt und notariell berücksichtigt.«

Kein Veto gegen den Kontrakt erwartet Behnecke auch aus Berlin, obwohl das Vertragswerk unter Gremienvorbehalt durch das Bundesfinanzministeriums steht. Seines Wissens nach ist noch niemals ein von der BIMA geschlossener Vertrag dort abgelehnt worden. »Das ist eine reine Formsache.« Vielmehr rechnet der Genossenschafts-Vorstand möglicherweise in Kürze mit einer guten Nachricht. Seinen Informationen nach könnte sich der zuständige Ausschuss noch diese Woche zum letzten Mal vor der Bundestagswahl am 27. September zusammensetzen und dem Vertrag zustimmen.

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