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Geburtstagswunsch: Spenden für Kinder in Nepal

Artikel vom 26.06.2012 - 18.03 Uhr

Geburtstagswunsch: Spenden für Kinder in Nepal

Gießen (siw). Lilly Brand wird am 8. Juli 20 Jahre alt. Zum Geburtstag wünscht sie sich Geld. Das möchte sie jedoch nicht für schicke Kleider oder einen flotten Flitzer ausgeben. Nein, ihr größter Wunsch ist es, mit einem ansehnlichen Betrag den Kindern einer buddhistischen Klosterschule in Pokhara in Nepal zu helfen.

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Lilly Brand mit einigen ihrer Klosterschüler in Nepal. (Foto: pv)
Kinder und Mönche leben von Spenden, und die fließen immer spärlicher: sogar die reguläre Essensversorgung ist mittlerweile nicht mehr sichergestellt. Die prekäre Situation hat die junge Frau bereits zu einem Spendenaufruf im privaten Umfeld veranlasst. Auf diesem Wege hofft sie nun, noch weitere Spendenwillige zu finden.

Den Entschluss, Bedürftigen zu helfen, aber auch eine andere Kultur kennenzulernen, fasste Lilly bereits Ende 2010. Nach Südostasien sollte es gehen. Schon während der Vorbereitungszeit auf das Abitur übernahm sie kleine Jobs, um sich so den langen und kostspieligen Auslandsaufenthalt zu verdienen. Sie bestand darauf, alles allein zu finanzieren, berichtet Mutter Monika Brand. Seit Juni 2011 hat Lilly das Abitur in der Tasche. Bis Ende des Jahres arbeitete sie als Kellnerin und Hostess bei Messeveranstaltungen, stellte sich ihre Reise mit den Hilfsprojekten zusammen und organisierte alles über eine Agentur. Anfang Februar 2012 ging es los: Erstes Ziel war Goa in Indien. Dort arbeitete sie zwei Monate lang vormittags in einem Hospiz für Krebskranke und nachmittags in einem Altenheim. Die Versorgung der alten und todkranken Menschen brachte Erfüllung, doch auch viel Trauer und Leid galt es für die erst 19-Jährige zu bewältigen. Danach reiste Lilly für zwei Wochen durch Nordindien, um Land und Menschen besser kennenzulernen. Die weitere Station: Ein buddhistisches Kloster in Nepal, wo sie derzeit noch ist. Hier wollte sie ursprünglich die Mönchsschüler in Englisch unterrichten, doch schon nach ein paar Tagen erkannte sie, dass sie auf dem Hygiene- und Gesundheitssektor weitaus wertvollere Arbeit leisten kann. »Mit dem wenigen Wissen, das ich durch meine Eltern (die Mutter ist ausgebildete Krankenschwester, der Vater Gynäkologe) und meine Praktika erworben habe, kann ich den Kinder sehr helfen«, erklärt die angehende Medizinstudentin.



Kinder schlafen auf engstem Raum



Die Wunden der Kinder versorgen, Infektionen und Hautpilz behandeln, bei Ärzten und den Eltern notwendiges Wissen einholen, nach Lakeside fahren oder – wenn mal wieder gestreikt wird – eineinhalb Stunden Fußweg in Kauf nehmen, um Medizin, Verbände etc. einzukaufen, ist für Lilly zu einer Ganztagsbeschäftigung geworden. »Die Binden wasche ich und lege sie in eine desinfizierende Lösung, damit ich nicht ständig neue kaufen muss. Dann helfe ich jeden zweiten bis dritten Tag beim Duschen der Kleinen, behandle ihre Köpfe zwei Mal die Woche mit einem speziellen Anti-Pilz-Shampoo, begleite Kinder, die schlimme Infektionen oder andere Erkrankungen haben, ins Krankenhaus,« berichtet die sympathische Gießenerin. Fast alle Kinder haben einen Hautpilz auf dem Kopf. Mehr als die Hälfte der Kinder sind zusätzlich noch an Krätze erkrankt. Durch das Kratzen haben viele Kinder bakteriell infizierte Wunden mit kleinen oder auch größeren Bläschen. Alle fassen sich gegenseitig an, spielen mit Murmeln und Bällen, über die sie die Keime übertragen, die dann wieder andere Kinder infizieren. Vor allem die Kleinen sind stark betroffen, weil sie sich seltener die Hände waschen, mehr im Dreck spielen und ständig dem Juckreiz nachgeben. Zudem teilen sich die 55 Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren zwei Räume, schlafen also auf engstem Raum.

»Nach anfänglicher Scheu bin ich für die Kinder eine Spielpartnerin, Freundin und für die meisten auch eine Art Mutterersatz geworden«, berichtet Lilly. »Jeder hilft hier jedem. Wenn eines der Kinder weint, aus welchem Grund auch immer, kommt sofort ein anderes angerannt, um zu helfen und zu trösten. Hier zählt vor allem das Miteinander. Und genau diesen Umgang bewundere ich jeden Tag.«



Mit kleinen Beträgen viel bewirken



»Die Kinder, die Mönche und ich freuen uns über jeden Cent. Selbst mit kleinen Beträgen kann man hier einiges bewirken«, betont die engagierte fast 20-Jährige. Da sie die Spenden gerne in einer Summe an ihrem Geburtstag überreichen möchte, bittet Lilly Brand um Überweisung auf das Konto 1015317322, DKB Berlin, BLZ 12030000, Verwendungszweck »Spende Kloster Nepal«, möglichst bis zum 5. Juli, damit das Geld rechtzeitig am 8. Juli zur Verfügung steht.

Zweimal konnte sie schon persönlich helfen, indem sie einem Jungen eine neue Brille kaufte, mit der er besser sehen kann und einem anderen Jungen, der einen Hodenbruch erlitten hatte, die Operation bezahlte. »Ihr soziales Engagement ist wirklich groß und ich finde es wunderbar, dass sie diesen Spendenaufruf in die Wege geleitet hat. Wir Eltern unterstützen sie dabei sehr gerne«, sagt Monika Brand. Zum Jahresende möchte Lilly wieder nach Hause zurückkehren. Zuvor will sie jedoch noch sozial schwache Kinder in Vietnam unterrichten und für etwa zwei Monate in einem Waisenhaus in Thailand arbeiten.

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Artikel vom 26.06.2012 - 18.03 Uhr
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