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Gast will 15 000 Euro Schmerzensgeld einklagen

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Artikel vom 26.07.2013 - 07.19 Uhr

Gast will 15 000 Euro Schmerzensgeld einklagen

Gießen (ta). Bis zum Frühjahr 2011 war Lorenz W. ein ständiger und gern gesehener Gast in einem guten Gießener Restaurant. Das änderte sich schlagartig nach jenem Apriltag, an dem der Student beim Mittagessen im Wintergarten plötzlich einen stechenden Schmerz auf seinem Kopf verspürte: Der Heizstrahler an der Decke über ihm hatte sich selbstständig gemacht und heißes Metall nach unten tropfen lassen.

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© red
Das flüssige Metall verursachte auf der Kopfhaut Verbrennungen dritten Grades. Aus hygienischen Gründen mussten die Haare in einem Umkreis von fünf Zentimetern neben der Wunde entfernt werden. Leichte Verletzungen erlitt Lorenz W. außerdem dadurch, dass er sich in seiner Panik spontan an den Kopf gegriffen und dabei die Fingerkuppen an dem heißen Metall angesengt hatte.

Die körperlichen Folgen sind längst erledigt, aber die juristische Aufarbeitung des Unfalls dauert immer noch an. Denn der Student machte ein Schmerzensgeld von 15 000 Euro geltend. Er argumentiert, dass der Gastronom seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat, indem er den etwa zehn Jahre alten Heizstrahler nicht gewartet habe; bei einer Kontrolle wäre sonst aufgefallen, dass das Gerät defekt ist.

Die Haftpflichtversicherung des Wirtes bestreitet jedoch dessen Verschulden und lehnt eine Regulierung ab. Der Gastronom seinerseits, dem der Zwischenfall sehr unangenehm ist, bot dem Kläger eine Entschädigung an, doch der mochte sich nicht auf einen außergerichtlichen Vergleich einlassen.

Deshalb beschäftigt sich eine Zivilkammer des Landgerichts seit geraumer Zeit mit dem schmerzhaften Zwischenfall. Die Richterin deutete dabei bereits an, dass sie die 15 000 Euro für deutlich zu hoch gegriffen hält. In einem aktuellen Beschluss wies sie darauf hin, dass die Beweispflicht beim Kläger liege: Er müsse nachweisen, dass eine schuldhafte Verletzung der Verkehrssicherungspflicht kausal zu der Kopfverletzung geführt habe; das Gericht sei nicht verpflichtet, diese Frage in einem Gutachten klären zu lassen.

Sofern es nicht doch noch zu einer friedliche Einigung kommt, wird das Verfahren in einigen Monaten fortgesetzt.

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Artikel vom 26.07.2013 - 07.19 Uhr
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