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Gartenschau: Lahn spielt nur Nebenrolle

Artikel vom 11.02.2010 - 02.00 Uhr

Gartenschau: Lahn spielt nur Nebenrolle

Gießen (mö). Die Lahnaue wird bei der Landesgartenschau in vier Jahren definitiv nur eine Nebenrolle spielen. »Hauptaktionsbereich ist die Wieseckaue«, sagte am Dienstagabend Hans Dettling, der Leiter des Stadtplanungsamts, bei der gut besuchten Mitgliederversammlung des Fördervereins Landesgartenschau.
Der Kartenausschnitt aus dem preisgekrönten Entwurf des Berliner Büros a 24_Landschaft macht deutlich, welcher Aufwand nötig ist
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Der Kartenausschnitt aus dem preisgekrönten Entwurf des Berliner Büros a 24_Landschaft macht deutlich, welcher Aufwand nötig ist, Stadt und Fluss einander näher zu bringen. So sehen die Planer Gebäude am Stadteingang am Südufer der Lahn, einen durchgehenden Grünstreifen am Nordufer und einen Durchstich durch den Bahndamm vor.
Die Herausforderung, aus Gießen eine richtige Stadt am Fluss zu machen, sei ein »Generationenprojekt«, das sich bis 2014 allenfalls in Ansätzen verwirklichen lassen werde. Von den zehn Uferbereichen, in die man die Lahn in ihrem Gießener Verlauf eingeteilt habe, »können wir bis zur Gartenschau vielleicht zwei präsentieren«, sagte Dettling. Die Machbarkeitsstudie mit ihrem Motto »Auf zu neuen Ufern« sei eher eine »Verführungsstudie« gewesen, um den Juroren, die über die Vergabe der Großveranstaltung vor zwei Jahren zu entscheiden hatten, »zu zeigen, was in dieser Stadt drinsteckt«.

Vor den knapp 100 Mitgliedern des mittlerweile rund 250 Mitglieder zählenden Fördervereins stellten Dettling und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) im Konzertsaal des Rathauses die Ergebnisse des Wettbewerbs der Landschaftsarchitekten vor. Dabei machten die Dezernentin und der Amtsleiter deutlich, dass das Heranrücken der Stadt an die Lahn zwar ein »großes Ziel« bleibe, das sich angesíchts der Eigentumsverhältnisse, der finanziellen Möglichkeiten der Stadt und der Abhängigkeit von Investoren aber nicht vor 2025 realisieren lasse.

Gleichwohl kündigte Weigel-Greilich an, dass vor allem das Südufer der Lahn zwischen Sachsenhäuser Brücke und Wieseckmündung im Sommerhalbjahr 2014 »bespielt« werden wird. Auch an den drei »Ankerprojekten«, die im Siegerentwurf des Berliner Büros a24_Landschaft enthalten sind, hält die Stadt fest. Das ist die Fußgängerbrücke über die Lahn in Verlängerung der Sudetenlandstraße, das ist der Durchstich durch den Damm der Main-Weser-Bahn von der Damm- zur Bootshausstraße und das ist die Brücke über die Mündung der Wieseck. Den Siegerentwurf für die Kernzone Lahnaue bezeichnete Dettling als »einfühlsame Arbeit«, die sich mit einem »vertretbaren Aufwand« realisieren lasse und die vor allem der Tatsache Rechnung trage, dass die Stadt auf die allermeisten Ufergrundstücke keinen Zugriff habe. Dettling: »Der Planer wusste, was Eigentum bedeutet.«

Verabschiedet hat sich die Stadt auch von der Ursprungsvorstellung, es werde während der Gartenschau einen ständigen Fußgängerverkehr zwischen den beiden Kernzonen geben. Das sei angesichts der »Laufleistung«, zu der der typische Besucher einer Landesgartenschau fähig sei, unrealistisch. Man müsse schon gut zu Fuß sein, wenn man nur die Kernzone Wieseckaue abschreiten wolle, erläuterte Dettling. Aus diesem Grund sei die Gestaltung der drei Korridore durch die Stadt auch nicht Teil der Aufgabenstellung für die Landschaftsarchitekten gewesen.

Dennoch will Weigel-Greilich diese drei Wegebeziehungen bis 2014 aufwerten. Dies gelte insbesondere für die Achse Kirchenplatz/Gutfleischstraße/Wieseckaue, aber auch die Uferbegehung der innerstädtischen Wieseck sowie die Verbindung von der geplanten Fußgängerbrücke durch die Sudetenlandstraße in die Wieseckaue. »Bislang öffnet sich die Wieseckaue nicht genug für die Stadt«, sagte Weigel-Greilich.



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Artikel vom 11.02.2010 - 02.00 Uhr
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Leserkommentare
(12.02.2010 11:25)
chris
Treffender..
.. kann man es kaum sagen. Mir ist allerdings immer noch nicht klar, warum die Stadt die Flächen an der Lahn so schnell aufgegeben hat. Angeblich sollen die privaten Grundstücksflächen Probleme machen. Aber auch das wußte man doch vorher?
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