Gießen (pm). Kultusministerin Dorothea Henzler und Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister haben kürzlich 109 hessischen Schulen die Auszeichnung »Umweltschule 2009 - Lernen und Handeln für unsere Zukunft« überreicht. Aus dem heimischen Raum können sich zwei Schulen über die Ernennung freuen.
Die Theodor-Litt-Schule ist erneut "Umweltschule", die Gesamtschule Gießen-Ost errang diesen Titel sogar zum zehnten Mal in Folge. »Die Schüler haben durch ihre Teilnahme am Programm gezeigt, dass sie ihre Schule nicht nur als reinen Ort der Wissensvermittlung ansehen, sondern in erster Linie als eine Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen und sich für Werte einzusetzen«, sagten Henzler und Weinmeister.
»Umweltschule - Lernen und Handeln für unsere Zukunft« ist eine Auszeichnung, die vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und vom Hessischen Kultusministerium jährlich für das besondere Engagement einer Schule im Bereich Umwelterziehung und ökologische Bildung vergeben wird. Gewürdigt wird die Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. »Das Konzept der Umweltschulen zielt nicht auf kurzfristige Effekte, sondern ist ganz bewusst nachhaltig angelegt«, betonte Weinmeister. Schritt für Schritt, Schuljahr für Schuljahr könnten Umweltprojekte entwickelt und erweitert werden. »Die Jahrgänge können auf den Ideen und den Arbeiten der Vorangegangen aufbauen und prägen so den Charakter ihrer Schule kontinuierlich mit«, erläuterte Henzler.
Die jährliche Ausschreibung ermöglicht jeder Schule, mit konkreten Zielen für das Teilnahmejahr ausgewählte Handlungsbereiche zu bearbeiten und dabei gleichzeitig Strukturen im Schulalltag aufzubauen, die das Engagement auch langfristig steuern und stützen können. Dazu gehört die Integration der Vorhaben in Unterricht und Lehrplan, in Schulleben und Schulkultur. Durch eine wiederholte Beteiligung kann eine Schule Schritt für Schritt ihre Qualität im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens verbessern.
Unterstützt werden die Schulen in diesem Prozess von zehn regionalen Umweltbildungszentren unter der Koordination der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar. Eine enge Verbindung besteht außerdem zum Programm »Schule & Gesundheit« des Kultusministeriums und den Fachberatern in den Staatlichen Schulämtern.
Die Theodor-Litt-Schule hatte zwei Projekte verschiedener Schulformen eingereicht. Zum einen die »Energieberatung für ein Wohnhaus in Wißmar«, bei dem es um Erstellung und Vergleich zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis ging (Fachschule für SHK-Technik). Zum anderen ging es um ein Wald- und Brennholzprojekt. Im Mittelpunkt stand die Reduzierung der CO2-Emission bei der Beheizung der Produktionsschule am Abendstern (Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, Klasse 10 EB-02). Seit dem Jahr 2000 wurde damit die TLS durchgehend als Umweltschule ausgezeichnet.
In der Ostschule trugen Projekte wie die von Lehrerin Krug initiierte und weiter geführte Planung eines naturnahen Schulgeländes zur erneuten Ernennung als Umweltschule bei. Die Nutzung des Schulgeländes zu Freizeitzwecken wurde dabei ebenso berücksichtigt wie die Erhöhung der Artenvielfalt. Des weiteren entscheidend waren die Arbeiten der Bienen-AG unter Leitung der Lehrer Schoof und Leva, die Teichuntersuchungen im Biotopverbund Schiffenberg in Zusammenarbeit mit der Agenda-Gruppe »Natur- und Umweltschutz« (Biologie-Grundkurs 12, Leherin Krug), die Saftherstellung von Äpfeln der Streuobstwiese (Bio-LK 12, Lehrer Schoof) und ein Fledermausprojekt unter Leitung von Lehrer Nißen in mehreren Jahrgängen.
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