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Für fleischfreien Donnerstag

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Artikel vom 08.07.2013 - 14.39 Uhr

Für fleischfreien Donnerstag

Gießen (sis). Viele Hessen lieben ihre Woschtsuppe und das Leberkäsebrötchen samstags auf dem Markt. Dass übermäßiger Fleischkonsum jedoch weder gesund noch gut für ddie Umwelt ist, das mag mancher schon gelesen haben. Die Aktion »Donnerstag ist Veggietag« ruft zu einem fleischfreien Wochentag auf – jetzt auch in Gießen.

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Dass vegetarisches oder veganes Essen schmeckt, zeigte das »Eat-In« in der Fußgängerzone. (Foto: sis)
Bisher gibt es etwa 30 »Veggiestädte« in Deutschland, darunter Marburg, Wiesbaden und Bad Hersfeld. Gießen solle diesen Titel ebenfalls anstreben: Das meinen Organisationen wie der studentische Arbeitskreis Ernährungsökologie und Greenpeace Gießen. Sie informierten am Samstagmittag im Seltersweg bei einem »Eat-In« – einem Picknick mit vegetarischen (ohne Fleisch oder Fisch) und veganen (ganz ohne tierische Produkte) Speisen. Unterstützer der Initiative sind die Vegane Gruppe Gießen, der Förderverein Lokale Agenda 21 sowie das Institut für alternative und nachhaltige Ernährunge (IFANE).

Uta Schmidt vom AK Ernährungsökologie und Karoline Kickler von Greenpeace erläuterten auf Plakaten, worum es ihnen persönlich bei ihrer Aktion geht. Es gebe mindestens fünf gute Gründe für einen fleischfreien Donnerstag: Klimaschutz, Welthunger, Artenvielfalt, Gesundheit und Tierethik. Ein Diagramm veranschaulichte beispielsweise den Wasserverbrauch, der für die Produktion eines Kilogramms verschiedener Lebensmittel notwendig ist. Bei Eiern sind es 3300 Liter, für ein Kilo Schweinefleisch werden schon 4800 Liter Wasser benötigt – bei Rindfleisch sind es 15 500 Liter.

Uta Schmidt ist seit vier Jahren Vegetarierin. Die Arbeit auf einem Bauernhof nach der Schule habe sie geprägt. »Ich habe angefangen, für mich zu Hause nur noch fleischlos zu kochen. Nach und nach habe ich das Fleisch auch weggelassen, wenn ich bei meiner Familie zu Besuch war.« Karoline Kickler hat es nur zwei Jahre ohne Fleisch ausgehalten. »Ich finde, es kommt auf die Qualität an. Wenn jeder von uns bewusst weniger, dafür aber gutes Fleisch isst, können wir schon vieles zum Besseren verändern.« In puncto Tierethik sticht ein Plakat besonders ins Auge. »Wen streicheln, wen essen?«, lautet die Frage zu einem Foto von Hund und Ferkel.

Die Kampagne »Donnerstag ist Veggietag« wurde 2010 vom Vegetarierbund Deutschland (VEBU) gestartet. Restaurants und Kantinen sollen ermuntert werden, donnerstags überwiegend vegetarische Gerichte anzubieten und dafür auch zu werben.

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Artikel vom 08.07.2013 - 14.39 Uhr
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Leserkommentare
(11.07.2013 10:28)
HilmarHirnschrodt
Jedem das seine
Genauso wie es den Demonstrierenden jederzeit frei gestellt ist, sich donnerstags, ja wenn gewünscht auch alltäglich, komplett fleischfrei oder meinetwegen auch vegan zu ernähren, genauso ist es jedem Mitbürger unbenommen sich so zu ernähren, wie es ihm beliebt. Warum muß das denn von den Initiatoren nur so missionarisch vorgetragen werden. Der Verzicht auf das Oberlehrerhafte wäre schon einmal ein Frotschritt und lasst doch jeden auf seine Weise glücklich werden.
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