"Frühlingserwachen": Musik, Dinosaurier und Primeln in der Innenstadt
Gießen (srs). Zehntausend Primeln in leuchtenden Farben wechselten im Seltersweg den Besitzer. In der Fußgängerzone waren Cabrios aufgestellt. »Veronika, der Lenz ist da«, sang eine Kapelle beherzt auf dem Kreuzplatz. Unter dem Motto »Frühlingserwachen« begrüßten am Wochenende Handel und die Gießen Marketing GmbH. Eben jener Frühling allerdings wollte sich noch nicht so recht zeigen. Über den Häuptern der Passanten strahlte zwar gestern Nachmittag die Sonne. Doch unter den Schuhen knirschte der Schnee. Und am Samstag wirbelten weiße Flocken und eiskalter Wind gegen die Gesichter.
Auch »Schlammbeiser« Axel Pfeffer vom »Förderverein Landesgartenschau« verteilte Primeln an die Passanten. (Foto: srs)
Neben musikalischen Darbietungen und Kinderkarussells lockte ein verkaufsoffener Sonntag nach Angaben der Veranstalter am Wochenende mehrere Zehntausend Menschen in die Innenstadt.
»Das Wetter am Samstag war Pech«, zog Herbert Martin von der Gießen Marketing GmbH gestern Abend Bilanz. »Die Menschen sind da an den Ständen leider nur vorbeigehetzt.« Die strahlende Sonne gestern habe dies allerdings wett gemacht und zumindest am Sonntag für eine brechend volle Innenstadt gesorgt. Ein übereinstimmendes Fazit zog Markus Pfeffer vom BID Seltersweg. Ob das »Frühlingserwachen« in Zukunft um eine Woche nach hinten verlegt werden könne, müsse mit dem Handel besprochen werden, erklärte Martin. Die Gießen Marketing GmbH denke derweil darüber nach, die Veranstaltung »Sport in der City« im nächsten Jahr eventuell mit dem »Frühlingserwachen« zusammenzulegen. »Da müssen wir uns allerdings noch mit den Sportvereinen zusammensetzen.«
»Willkommen in Gießen, Alaska«, riefen am Samstag die bei den »Drei Schwätzern« aufspielenden Musiker der Gruppe »Drei zu Null« den Passanten entgegen. Jens Klempken am Kontrabass, Christian Wahl auf dem mobilen Schlagzeug und Andreas Stein an der Gitarre zogen durch die Fußgängerzone, bibberten sich von Stück zu Stück und verbreiteten Fernweh mit Schlagern wie »Seemann« und »Schuld war nur der Bossanova«.
Vor der Löwengasse warb der »Förderverein Landesgartenschau« um neue Mitglieder. Knapp 300 Menschen zähle der vor einem Jahr gegründete Verein inzwischen, berichtete der Vorsitzende Wilfried Behrens. »2000 wollen wir erreichen.« Ziel sei vor allem Nachhaltigkeit. Die Schau im Jahr 2014 solle als Etappe dafür dienen, beispielsweise die Lahn näher ins Stadtbild zu rücken. Für »bedauerlich« hält Behrens die aktuellen Diskussionen um die Sportstätte der Spielvereinigung Blau-Weiß Gießen. »Alternativen müssen gefunden werden. Aber dies sollte nicht öffentlich ausgetragen werden.« Wie Helfer des BIDs Seltersweg verteilte auch der »Förderverein Landesgartenschau« Primeln an die Passanten. Um den Stand bildeten sich am Sonntag daher immer wieder Menschentrauben, Besucher rissen sich förmlich um die Pflanzen. »2014 - ob ich da überhaupt noch lebe«, scherzte eine Dame, und griff zu einer Pflanze mit blauen Blütenblättern. »Gießen, gießen!«, rief ihr Vorstandsmitglied Axel Pfeffer hinterher.
Am Sonntagnachmittag marschierten die Bläser des Musikcorps Großen-Linden durch den Seltersweg. Am Kreuzplatz trug die Formation »Kurharmonix« A-cappella-Stücke von den »Comedian Harmonists« vor. Die sechs Meter lange Figur eines Albertosaurus an der Ecke Seltersweg/Goethestraße lud ein zum Stehenbleiben. Kinder ließen sich von ihren Eltern hochheben, um dem Ungetüm ins Maul zu schauen und auf den Zahn zu fühlen.
Foto-Ausstellungen von Oliver Schepp und der Selbsthilfegruppe »Kids« bereicherten das »Frühlingserwachen«. Zwei heimische Autohäuser zeigten Cabrios, der Vespa-Club Gießen präsentierte sich ebenfalls. Zum verkaufsoffenen Sonntag begrüßte gestern auch das »Möbelhaus Sommerlad« im Schiffenberger Tal.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
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