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Förderverein Landesgartenschau zieht erste Zwischenbilanz

Artikel vom 08.10.2009 - 22.00 Uhr

Förderverein Landesgartenschau zieht erste Zwischenbilanz

Gießen (si). Der Förderverein Landesgartenschau will in den kommenden Monaten verstärkt öffentlich auftreten und Mitglieder werben - und sich vor allem darum kümmern, dass die Großveranstaltung der Stadt über das Jahr 2014 hinaus langfristigen Nutzen bringt
. »Wir sind auf einem sehr guten Weg«, sagte Vorsitzender Wilfried Behrens bei der ersten Jahreshauptversammlung des Ende März gegründeten Vereins, zu der am Mittwochabend etwa 50 Mitglieder in den Netanyasaal kamen. Das 150. Mitglied wurde noch in der Sitzung aufgenommen. In den zweieinhalb Stunden informierte die Stadt über den aktuellen Planungsstand, außerdem berichtete ein Vertreter des »Freundeskreises Landesgartenschau Bingen 2008« über die Arbeit des dortigen Fördervereins. Schließlich billigte die Versammlung einige Satzungsänderungen.

»Die Bürger mitnehmen und umfassend informieren - das ist das A und O. Denn es gibt immer Planungsänderungen und Interessenkonflikte« - so fasste Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, stellvertretende Vereinsvorsitzende und im Magistrat für die Veranstaltung zuständig, die Erfahrungen nach den Besuchen einiger Gartenschau-Städte zusammen. Wie weit die Vorbereitungen in Gießen gediehen sind, darüber berichteten dann ausführlich Michael Bassemir, Oliver Buns und Ludwig Wiemer vom »Büro Landesgartenschau«. Aktuell läuft der Realisierungswettbewerb, an dem 35 Landschaftsarchitekturbüros beteiligt sind (die AZ berichtete mehrfach). Die nächsten Termine: Am kommenden Montag gibt es ein Kolloquium mit den ausgelosten Büros, am 1. Dezember müssen die Entwürfe abgegeben werden, am 28. Januar 2010 tagt das Preisgericht, und am 4. Februar werden alle Beiträge in der Kunsthalle ausgestellt, damit sich die Bürger informieren können. Der Sieger wird in der Stadtverordnetenversammlung gekürt.

An der Grundkonzeption soll nicht mehr gerüttelt werden. Danach entsteht in der Wieseckaue das mit einem Zaum abgegrenzte Gartenschaugelände; hier müssen die Besucher Eintritt zahlen. Das offene, eintrittsfreie Gelände an der Lahn soll bis 2014 peu à peu hergerichtet werden. Hier haben die Planer zwölf Teilräume gebildet. Außen vor bleiben (wie kürzlich im Bauausschuss ausführlich erläutert) der Schlachthof und das Messegelände. Dazwischen liegt die »Aktionszone Innenstadt«, um die sich insbesondere die BIDs und andere nichtstädtische Einrichtungen wie die Hochschulen kümmern werden. Die Areale an Wieseckaue und Lahn sollen durch drei Korridore - entlang der Wieseck, durch die City und durch die Nordstadt mit der neuen Fußgänger-/Radlerbrücke in Verlängerung der Sudetenlandstraße - miteinander verbunden werden. Im Detail gibt es noch viel Spielraum, hier sollen die Architekten Vorschläge entwickeln. So ist beispielsweise die Verschiebung des Messeplatzes eine von vielen Optionen - es müsse dann eben an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden, hieß es am Mittwoch (wer sich für weitere Einzelheiten interessiert, wird auf der städtischen Homepage »www.giessen.de« fündig). Es werde sich »viel bewegen«, versprach die Bürgermeisterin. »Die Landesgartenschau ist der Motor der Stadtentwicklung für die nächsten Jahre«.

Mit einer beeindruckenden Bilanz konnte Dr. Heiko Müller vom Bingener Freundeskreis Landesgartenschau aufwarten. Obwohl erst 2005 und damit nur drei Jahre vor der Großveranstaltung gegründet, gehörten dem Verein auf dem Höhepunkt 2008 rund 1500 Mitglieder an - dabei hat die Stadt am Rhein nur 25 000 Einwohner. »Persönliche Ansprache ist das wichtigste«, sagte Müller für den Freundeskreis, der offenbar bei jeder wichtigen Veranstaltung präsent war und auch eigene Kampagnen betrieb. So blieben unterm Strich sogar 100 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen übrig, die der Verein spendete. Seinen Worten zufolge hat die Stadt Bingen mit der Gartenschau letztlich einen Überschuss von einer halben Million Euro erzielt, obwohl ihr ein größeres Defizit vorausgesagt worden war.

Unter Regie von Schatzmeister Wolfgang Keil verabschiedete die Versammlung dann einstimmig mehrere Satzungsänderungen. Sie präzisieren das Regelwerk insbesondere im Hinblick darauf, dass es keine Probleme mit dem Finanzamt hinsichtlich der Gemeinnützigkeit gibt. Eine längere Diskussion führten die Mitglieder zum Mitgliedsbeitrag, der sich regulär auf 30 Euro beläuft. Den halben Beitrag dürfen nun nicht nur Schüler, Auszubildende, Studenten und Gießen-Pass-Inhaber zahlen, sondern auch Rentner - dieser Vorschlag wurde eingearbeitet. Näheres wird eine Beitragsordnung regeln, die noch erstellt werden soll.

Mitgliedsanträge gibt es unter anderem im Landesgartenschau-Büro in der Südanlage 4 (Tel. 306-20 14) oder unter www.giessen.de.

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Artikel vom 08.10.2009 - 22.00 Uhr
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