Gießen (srs) Das Spectaculum »Fluss mit Flair« lockte am Sonntag wieder Tausende Menschen in das Quartier der Löber-, Goethe- und Bismarckstraße. Auch in seiner fünften Auflage bot es Kunst in allen Facetten.
René Bartsch hatte ein Gemälde zum Kunstspectaculum erstellt. (Fotos: Schaal)
Heimische Maler, Fotografen und Skulpturenbildner stellten ihre Werke an insgesamt 150 Ständen aus. Zudem unterhielten Musiker und Tanzformationen. Entsprechend des diesjährigen Mottos - »Mitmachen« - hatten die Besucher an zahlreichen Ständen die Gelegenheit, selbst Kunst zu schaffen. Und so griffen sie zum Pinsel, verewigten eigene Entwürfe in Gemälden, übten sich im Linoldruck und posierten darüber hinaus für Zeichnungen und Gemälde - während zu ihren Füßen lautlos die Wieseck floss.
Gießener Wahrzeichen in Pastellfarben strahlten in der Löberstraße auf einem Gemälde von Ina Rosenstock: das Stadttheater, die »Drei Schwätzer«, die Wieseck. Auf Wunsch von Besuchern fügte die in Lützellinden lebende Künstlerin immer wieder weitere heimische Sehenswürdigkeiten und kleine Details hinzu. »Erst vor zwei Wochen war ich in Paris, am Montmartre«, erzählte sie, mit dem Pinsel über die Leinwand streichend. »Da war es ähnlich. Für schöne Dinge wie das Betrachten von Gemälden und das Hören von Musik muss man eben nicht immer bezahlen.« Mit der Teilnahme an »Fluss mit Flair« wolle sie die Gelegenheit wahrnehmen, »an etwas Größerem dabei zu sein«. Als Künstler drehe man sich oft um sich selbst.
Besucher schlenderten an der Wieseck entlang und betrachten die Vielfalt der Künste: Ein Höhepunkt war der Auftritt des »Jugendclubs Tanz« des Stadttheaters auf der Brücke der Goethestraße. Am Café de Paris und in der Löberstraße spielten Musiker auf. Auch Bildhauer, Comic-Zeichner und Fotografen stellten ihre Werke aus. Menschentrauben bildeten sich immer wieder bei Carsten Hirth, der in seinen Fotos Gießen und seine Probleme abbildet wie zum Beispiel das Haus Samen-Hahn - allerdings mit einer kleinen, feinen Manipulation mit deutlicher Aussagekraft. Denn nicht die Losung »Liebe«, sondern »Gier« ziert darin das Plakat auf der Ruinenfassade. Eberhard Richter zeigte Drucke mit heimischen historischen Motiven. Seine Arbeiten hatte er auf einem Cabriolet postiert - nicht alle Anwohner hatten, wie von den Veranstaltern gewünscht, ihre Fahrzeuge rechtzeitig weggefahren. Die Besucher nahmen derweil die zahlreichen Möglichkeiten wahr, sich selbst als Künstler einzubringen. So füllten sie beispielsweise auf einer großen Leinwand in der Lonystraße 400 Quadrate mit kleinen Herzen und Mustern aus. Im Hof der Tagesstätte »Treffpunkt Lichtblick« webten sie einen Baum aus Wolle.
»Jugend macht Kunst« hieß es auch in diesem Jahr. In der Lony- und in der Bismarckstraße stellten sieben Schulen aus Gießen und dem Umkreis Arbeiten aus. Staffeleien waren zum Beispiel auf der Brücke in der Bismarckstraße aufgereiht, wo Willy-Brandt-Schüler Gemälde zum Thema »Menschen in der Stadt« anfertigten. Abiturienten der Ostschule animierten Besucher, mit Gegenständen wie Bechern und Heftklammern fantasievoll für Fotografien als »Minutenskulpturen« zu posieren. Jugendliche unterhielten zudem mit Breakdance und Graffiti.
Veranstalter waren der Magistrat, die Koordinierungsstelle Lokale Agenda 21 in Zusammenarbeit mit der Lokalen Agenda-21-Gruppe »Stadt mit Flair« und dem städtischen Kulturamt. Eine positive Bilanz zog am Ende der Sprecher der Agenda-Gruppe Jürgen Söhngen. Im Besonderen hob er das Engagement der ehrenamtlichen Helfer, der Anwohner und der Kunstschaffenden hervor.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
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