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Flüchtlinge werden in Zelten untergebracht

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Artikel vom 12.08.2014 - 06.33 Uhr

Flüchtlinge werden in Zelten untergebracht

Gießen (mö). Ein Teil der Flüchtlinge aus Ostafrika, aus dem Mittleren Osten und vom Balkan, die sich derzeit in der Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (HEAE) im früheren US-Depot aufhalten, müssen nun doch in Zelten untergebracht werden.

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Zelte auf dem Gelände der HEAE im früheren US-Depot. (Foto: pv)
© Red
Eine neuerliche Flüchtlingswelle – allein am vergangenen Wochenende standen 225 weitere Menschen vor den Toren der HEAE – ließ der Leitung der Einrichtung keine andere Wahl. »Wir haben uns sehr lange gegen den Aufbau von Zelten gewehrt und verstehen dies auch jetzt noch als eine absolute Not- und Zwischenlösung«, sagte Leiterin Elke Weppler am Montag.

Nach Angaben des Gießener Regierungspräsidiums ist die Zahl der nach Hessen einreisenden Flüchtlinge weiter gestiegen. Allein im Juli suchten bis zu 300 Personen mehr eine Bleibe als noch im Vormonat. Trotz einer Verfünffachung der Unterbringungskapazitäten in den letzten zwei Jahren und trotz großer Bemühungen, weitere Gebäude anzumieten, müssten ab sofort auch Zelte zum Einsatz kommen, um jedem Flüchtling ein Bett und ein Dach über dem Kopf garantieren zu können. Derzeit geht die HEAE davon aus, dass die Zelte bis Mitte September genutzt werden, danach stünden weitere, noch im Umbau befindliche Gebäude für zusammen 700 Menschen zur Verfügung, erklärte Weppler. Aufgrund der jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen sei kurz- bis mittelfristig aber weiterhin mit einer steigenden Zahl zu rechnen.

So haben sich Politiker verschiedener Parteien in den letzten Tagen dafür ausgesprochen, Menschen aus der kurdisch-irakischen Bevölkerungsgruppe der Jesiden, die seit Wochen im Irak von der Terrorgruppe Islamischer Staat verfolgt wird, in Deutschland aufzunehmen. Was die Gießener HEAE betrifft, sind die Herkunftsländer weiterhin in erster Linie Eritrea, Syrien, Afghanistan, Somalia und Serbien. Mit größerem Abstand folgten Pakistan, Albanien und Äthiopien. Rund 1700 Menschen warteten derzeit in Gießen auf ihre Anhörung zum Asylverfahren oder auf eine dauerhafte Bleibe in einem Landkreis oder einer Kommune. Täglich würden etwa 20 bis 50 Personen dorthin zugewiesen. Die durchschnittliche Dauer der Erstaufnahme in Gießen betrage zurzeit vier Wochen.

Um die Einrichtung auf einen weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen vorzubereiten und um insbesondere in den eher stark frequentierten Herbst- und Wintermonaten für weiteren Zustrom gewappnet zu sein, seien die Fachleute des RP seit vielen Monaten mit Hochdruck auf der Suche nach geeigneten Unterkünften oder Objekten, auch stets mit dem Blick auf Möglichkeiten eines entsprechenden Umbaus, erläuterte Regierungs-Vizepräsident Hans-Otto Kneip. Die Gewährleistung einer menschenwürdigen Unterbringung der Asylbewerber bleibe auch unter den aktuellen Bedingungen das Ziel aller Mitarbeiter, die in und außerhalb der HEAE mit der Flüchtlingssituation befasst seien.

Grüne: »Vorsorgemaßnahme«

Eine längere Unterbringung in Zelten würde sich wohl auch die schwarz-grüne Landesregierung nicht leisten können. Die Landtagsfraktion der Grünen hatte die Aufstellung von Zelten auf dem Gelände der HEAE in Gießen Ende Juli als »Vorsorgemaßnahme« bezeichnet. Alle Verantwortlichen seien sich einig, dass das die Zeltunterbringung »nur eine Notlösung sein kann«, hieß es in einer Presseerklärung der Wetzlarer Abgeordneten Mürvet Öztürk.

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Artikel vom 12.08.2014 - 06.33 Uhr
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Leserkommentare
(13.08.2014 13:07)
AEG
Das Boot ist voll,
die menschenwürdigen Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber sind erschöpft.
Ein Versagen der Politik auf ganzer Linie.
Durch das Zusammenpferchen wird der Lagerkoller und somit das Aggressionspotenzial der Menschen gefördert.
Hygienische Standards können nicht mehr aufrecht gehalten werden.
Die Ausbreitung von eingeschleppten Krankheiten, innerhalb der Aufnahmelager, belasten die Krankenhäuser.
Dort muß ein wesentliche größerer Aufwand zur Sicherheit der Einrichtung und ihrer Patienten gemacht werden.
Polizei und Rettungsdienste müssen zum Eigenschutz einen größeren Aufwand betreiben, bzw. Vorsicht walten lassen.
Wer trägt die Kosten für den Mehraufwand ? ( Frage ist Rhetorisch)
Den Asylanten wird mit den bestehenden Abläufen kein Gefallen getan.
Nur eine schnelle Abwicklung der Fälle, kann einen menschenwürdigen Durchlauf durch die hessischen Aufnahmeeinrichtungen gewährleisten.
Statt die Menschen in unwürdige Verhältnisse, und die Kommunen in finanzielle Schieflage zu bringen, sollte die Politik zügig und entschlossen handeln.
(13.08.2014 11:20)
Gandalf013
Wir hätten all diese
.........ganzen Probleme nicht,wenn man beizeiten auf beschleunigte Verfahren gesetzt und wesentlich früher angefangen hätte,abertausende von Geduldeten abzuschieben. Das klingt zugegebenermaßen recht hart, nur sind all diese Probleme von unseren Politikern hausgemacht und wären vermeidbar gewesen.Unverständlich auch,daß immer noch Tausende von Lampedusa-Flüchtlinge auf ein Verfahren warten u andere,aus Tschetschenien Geflohene noch immer im Lande sind,anstatt sie an Polen zurückzuführen.Mit Entsetzen läßt sich eigentlich nur folgendes,trauriges Resümee ziehen:Zurückzuführen ist die Problematik auf das Totalversagen der Innen- und Außenpolitik,die sich stets mit Lippenbekenntnissen begnügen,Warner zu Extremisten stigmatisieren,um ja nicht handeln zu müssen.Ethnische Konflikte sind die Folgen, die schon heute auf unseren Straßen ausgetragen werden. Man fragt sich nur eins: Wo bleibt die Dankbarkeit gegenüber denen,die all dieses finanziell stemmen müssen?. Nun wenn es so weiter geht,ist das Ende bald absehbar!
(12.08.2014 16:19)
Alfons1938
beschleunigtes Asylverfahren
Nun ein paar Beamte (von denen gibt es ja genug) mehr abstellen, ein paar Richter mehr abstellen und ein rasches beschleunigtes Asylverfahren endlich betreiben, welches seinen Namen auch verdient! Am besten schon an der Grenze, geht in anderen Ländern ja auch. Die Abschiebung erfolgt sofort, ein Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung! Ohne Ausnahme!
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