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Flüchtling vergewaltigte Frau: Dreieinhalb Jahre Haft

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Artikel vom 15.07.2014 - 17.21 Uhr

Flüchtling vergewaltigte Frau: Dreieinhalb Jahre Haft

Gießen (hin). Wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung wurde ein 25-jähriger Eritreer am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

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© Red
Das Gericht folgte damit dem Antrag des Staatsanwalts. Aus Sicht der Verteidigung war der Angeklagte lediglich wegen Körperverletzung zu einer Geld- oder geringen Freiheitsstrafe zu verurteilen und vom Vorwurf der Vergewaltigung freizusprechen. Die Siebte e Strafkammer des Landgerichts sah es jedoch als erwiesen an, dass der Mann seine Landsfrau geschlagen, gebissen und vergewaltigt hatte.

Der Angeklagte hatte sich zum Zeitpunkt der Tat erst kurze Zeit in Deutschland aufgehalten. Von seinem Quartier in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung aus hatte er einen Freund im Meisenbornweg besucht. Der Kontakt zur Geschädigten entstand über die Frau des Freundes. Gemeinsam besuchte man in der Nacht zum 22. Oktober 2013 eine Kneipe. Bei Rückkehr in den Meisenbornweg gelang es dem Angeklagten, sich Zugang zur Einrichtung zu verschaffen und die Frau in das Zimmer des Freundes zu locken. Hinter verschlossener Tür kam es dann zu dem Übergriff. Als Sicherheitskräfte auf die Schreie der Frau aufmerksam wurden, flüchtete der Mann durch ein Fenster im zweiten Stock.

Die von einer Gutachterin festgestellten Verletzungen der Frau stützen deren Aussage. Der Angeklagte hatte indes behauptet, er sei erst tätlich geworden, nachdem die Frau ihm von einer vermuteten HIV-Infektion berichtet hatte. Der Geschlechtsverkehr habe einvernehmlich stattgefunden.

Diese Schilderung sei jedoch durch die glaubhaften Bekundungen der Geschädigten im Kerngeschehen und durch Zeugenaussagen widerlegt worden, betonte Vorsitzender Richter Andreas Wellenkötter. Sowohl der Angeklagte als auch die Geschädigte waren zum Zeitpunkt der Tat stark alkoholisiert. Zu Gunsten des Angeklagten ging desahlb das Gericht von einer durch Alkohol und andere stimulierende Substanzen verminderten Schuldfähigkeit aus.

Die Kammer traf auch die Feststellung, dass ein Schmerzensgeld für die Geschädigte dem Grunde nach gerechtfertigt sei. Der Haftbefehl für den Angeklagten blieb wegen möglicher Fluchtgefahr aufrecht erhalten.

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Artikel vom 15.07.2014 - 17.21 Uhr
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