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Fledermäuse zum Schwanenteich zurückgekehrt

Artikel vom 13.07.2012 - 11.00 Uhr

Fledermäuse zum Schwanenteich zurückgekehrt

Gießen (ck). Dass das mit der Sanierung des Schwanenteiches einhergehende Ablassen des Wassers keine negativen Auswirkungen auf die Wasserfledermäuse zeigt, hatte Prof. Jorge A. Encarnação mit seinem Team vom Institut für Säugetierökologie der Universität bereits letztes Jahr nachgewiesen.

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Der Gießener Stadtwald mit dem Philosophenwald hat für Fledermäuse eine noch größere Bedeutung als bislang angenommen. (Foto: pv)
Offengeblieben war, ob die Tiere nach ihrer Rückkehr aus den Winterquartieren den dann sanierten Teich wieder als Verpflegungsstation annehmen würden. Auch diese Frage kann jetzt mit einem eindeutigen Ja beantwortet werden. »Es hat sich ein Status quo zur Zeit vor dem Sanierungsbeginn eingestellt«, so Encarnação nun im GAZ-Gespräch nach den im Mai erfolgten Kontrollen.

Bei einer kürzlichen Flugroutenzählung seien zwischen 150 und 200 Wasserfledermäuse und damit genauso viele wie im vergangenen Jahr registriert worden. Damit habe sich gezeigt, dass die Tiere flexibel genug sind, beim Ausfall eines Futterangebots andere Ziele anzusteuern; in diesem Fall die Lahn oder die Heuchelheimer Seen, wo die Tiere aus dem Philosophenwald nachgewiesen werden konnten.

Zudem haben die Säugetierökologen in Zusammenarbeit mit den Bodenkundlern um Prof. Düring weitere wichtige Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Teichsanierung gewonnen. Denn bei der Suche nach Schwermetallbelastungen in den Haaren der Fledermäuse sei man auf Zink gestoßen, das möglicherweise aus den Regenwasserrohren der Häuser im Eichgärtengebiet ausgewaschen, dann vom Regenwasser in den Schwanenteich gespült worden und sich dort im Sediment eingelagert habe. Die Vermutung der Wissenschaftler: Das Zink wurde von den Zuckmückenlarven aufgenommen, die dann von den fliegenden Säugern gefressen wurden. Allerdings könne erst nach dem Ausbaggern des Sediments ein kausaler Zusammenhang gesehen werden, wenn bei kommenden Untersuchungen der Metallgehalt in den Fledermaushaaren abnehmen würde, so Encarnação.

Inzwischen mehren sich die Zeichen, dass der Gießener Stadtwald für Fledermäuse eine noch größere Bedeutung als bisher angenommen hat. Denn zu den 13 Arten, die bisher den hiesigen Lebensraum nutzten, sind laut dem Säugetierökologen drei weitere hinzugekommen: das Graue Langohr, von dem ein Exemplar nahe des Zeughauses gefunden wurde, die Mückenfledermaus, die an der Eichgärtenallee »ins Netz« ging, sowie die Mopsfledermaus, die in Rechtenbach – soweit zieht sich der Gießener Stadtwald – nachgewiesen wurde und die von daher etwas Besonderes darstellt, als sie eigentlich Mittelgebirgslandschaften bevorzugt. Damit kämen von den 19 in Hessen beheimateten Arten 16 in Gießen und Umgebung vor.

Und auch überregional spielt Gießen für die Fledermäuse offenbar eine wichtige Rolle. Das zeigen für Encarnação unter anderem die Funde einer Wasserfledermaus aus Gießen nahe Dillenburg sowie – noch weitaus spektakulärer – eines Großen Abendseglers in der Uckermark. Diese Tiere seien offenbar in der Lage, auf ihren Wanderungen durchaus mehrere Hundert Kilometer zurückzulegen.

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Artikel vom 13.07.2012 - 11.00 Uhr
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