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Festkolloquium für den Biophysiker Prof. Kiefer

Artikel vom 09.07.2012 - 00.12 Uhr

Festkolloquium für den Biophysiker Prof. Kiefer

Gießen (if). Ein halbes Hundert Physiker war am Wochenende zu einer Art Familientreffen ins Strahlenzentrum der Justus-Liebig-Universität gekommen. Auf Einladung des Fachbereichs 07 gab es dort ein Festkolloquium anlässlich des 75.Geburtstags von Prof. Jürgen Kiefer.

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Zu Prof. Kiefers 75. Geburtstag kamen zahlreiche ehemalige Mitarbeiter.
Ehemalige Gießener Doktoranden, mittlerweile andernorts in Amt und Würden, feierten zusammen mit früheren Mitarbeitern, Freunden und Kollegen den Jubilar. Seit 1970 Professor für Biophysik an der JLU mit Zweitprofessur für allgemeine Radiologie im Fachbereich Veterinärmedizin, hat er sich bis zu seinem Ausscheiden 2002 mit der Wirkung ionisierender und ultravioletter Strahlen auf Zellen und damit verknüpften Fragen aus der Schwerionen- und der Weltraumstrahlenbiophysik unter Strahlenschutz-Aspekten beschäftigt. »Gießener Kompetenz« brachte Prof. Kiefer – Promotion 1965, Habilitation 1970, Forschungsaufenthalte in Großbritannien, Japan und USA – in zahlreiche hochrangige nationale und internationale Beratungsgremien ein: Bis 2006 Mitglied der Strahlenschutzkommission des Bundes, bis 2008 Mitglied der deutschen Delegation der »United Scientific Commission on the Effect of Atomic Radiation« und nach jahrelangem Vorsitz in der »Radiation Advisory Group« der European Space Agency ESA wurde Kiefer erst unlängst erneut wieder in die Arbeitsgruppe »Nicht ionisierende Strahlen« der Strahlenschutzkommission berufen. Für seine »hervorragenden Verdienste um die Strahlenforschung« bekam er die Friedrich-Dessauer-Medaille und den Ulrich-Hagen-Preis.

Grußworte der Fachbereiche übermittelten Prof. Wolfgang Cassing und Prof. Stefan Arnhold, ehe Prof. Alfred Müller, Direktor des Instituts für Atom- und Molekülphysik der JLU, die Moderation des Kolloquiums übernahm. Von ehemaligen Kiefer-Schülern bestritten, vermittelte es eindrucksvolle Einblicke in deren derzeitige Tätigkeit.

Im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit leitet Dr. Birgit Keller ein Referat, das medizinisch-biologische Fragen des Strahlenschutz bearbeitet und das beispielsweise maßgeblich in die jüngste Neuregelung des Gesundheitsschutzes in Solarien eingebunden war. Gefordert scheint die Gesetzgebung derzeit beim Einsatz von energiereichem Ultraschall außerhalb medizinischer Indikationen: Schon wird für Ultraschall im »Figure Styling« »zum Fettabbau ohne Operation« und »zur Straffung von Körperkonturen und lokalen Fettpolstern« geworben.

Im HIT – dem Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum – forscht Prof. Klaus-Josef Weber an Fragen aus der Strahlenbiologie, die sich beim Einsatz von Schwerionen – Protonen und Kohlenstoff-Ionen – bei der Tumorbestrahlung ergeben. Mit ihrem »Gantry« verfügen die Heidelberger Krebsmediziner neuerdings über die erste Schwerionen-Strahlenquelle der Welt, die um den Patienten rotiert. Ziel ist es, bei verkürzter Bestrahlungsdauer die Heilungsraten über erhöhte Präzision bei gleichzeitig verringerten Nebenwirkungen zu steigern. Die Grundlagenforschung am HIT hat das Ziel, dabei zu erwartende, bisher noch unzureichend geklärte biologische Wechselwirkungen weiter aufzuhellen.

Aus der Arbeit des Biophysikers in der Praxis der Strahlentherapie am Krankenhaus Celle berichtete Dr. Uwe Stoll, ehe abschließend Dr. Friedo Zölzer, der an der Universität Südböhmen in Budweis lehrt, auf die ethischen Aspekte des Strahlenschutzes einging. (Foto: if)

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