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Fastenbrechen als Zeichen für friedliches Miteinander

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Artikel vom 20.07.2014 - 22.22 Uhr

Fastenbrechen als Zeichen für friedliches Miteinander

Gießen (rha). Zweimal hatten die islamischen Gemeinden Gießens am Wochenende zum öffentlichen Iftar, dem Fastenbrechen während des Ramadan, eingeladen.

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© Rebecca Hahn
Am Freitag brach die DITIB-Gemeinde in den Räumen ihrer Moschee gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Bildung und Wirtschaft das Fasten. Am Samstag hatten die Islamische Gemeinde Gießen und die Buhara-Gemeinde zum Stadtiftar auf dem Lindenplatz eingeladen. Beide Veranstaltungen dienten dazu, den Austausch zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu fördern und sich besser kennen zu lernen.

Während des Fastenmonats Ramadan verzichten Muslime auf der ganzen Welt von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Genussmittel und Geschlechtsverkehr. Diese Zeit soll der Besinnung auf Allah dienen und nachempfinden lassen, wie es Menschen geht, die unfreiwillig hungern müssen. Nach Sonnenuntergang wird das Fasten meistens durch einen ersten Schluck Wasser oder den Verzehr einer Dattel gebrochen, wobei gemeinsam gebetet wird.

Kein Platz für Extremisten

In Gießen hat es mittlerweile Tradition, dass die islamischen Gemeinden zum öffentlichen Iftar einladen. Das sei ein »extrem wichtiges Signal«, sagte Wolfgang Greilich, Vizepräsident des Hessischen Landtags, am Freitag in der DITIB-Gemeinde. »Der Iftar setzt ein Zeichen, dass es in unserer Gesellschaft keinen Platz für Extremisten und Islamophobie gibt.« Dem stimmte auch Dr. Yasar Bilgin, Vorsitzender der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung, zu. Irgendwie müssten Muslime und Nicht-Muslime in Gießen doch zusammenleben. »Wir sind nicht zu Gast, sondern Teil der Gesellschaft.«

Beim Stadtiftar am Samstag sprach sich auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz deutlich für ein Miteinander der Kulturen und Religionen aus: »Hier gehört er hin, der Stadtiftar. Mitten in die Stadt.« Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens sei es, sich persönlich kennen zu lernen. »In unserer Stadt ist kein Platz für Diskriminierung«, so Grabe-Bolz. »Wir sind alle Gießener.« Nichts hätte ihre Aussage schöner bestätigen können als der Anblick des Stadtiftar nach Sonnenuntergang. Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen saßen gemeinsam an den Tischen und feierten zusammen. »Der Iftar ist dazu da, um die Freude über Ramadan weiterzugeben«, hatte Nuri Alpaslan, der Vorsitzende der Buhara-Gemeinde, gesagt. Das ist den islamischen Gemeinden in Gießen am Wochenende gelungen.

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Artikel vom 20.07.2014 - 22.22 Uhr
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