Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

Familienzentren: Stadt verstärkt Bemühungen

Artikel vom 08.01.2010 - 16.30 Uhr

Familienzentren: Stadt verstärkt Bemühungen

Gießen (mö). Kindertagesstätten sind für die Kinder da. Dieser Grundsatz war einmal. Angebote zu machen für die ganze Familie, um gerade die Eltern gezielt in ihrem Erziehungsauftrag und ihrem Alltagsmanagement zu unterstützen, ist als Anspruch der modernen Jugendhilfe an sich selbst hinzugekommen.
Ines Müller koordiniert das Projekt Familienzentren.
Lupe - Artikelbild vergrössern
Ines Müller koordiniert das Projekt Familienzentren.
Nicht nur in Gießen wird daher seit geraumer Zeit der Aufbau sogenannter »Familienzentren« gefördert. Langfristig soll es in allen 50 Gießener Kinderbetreuungseinrichtungen entsprechende Angebote geben, lautet das Ziel von Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Am Donnerstag präsentierte die Jugenddezernentin mit der 33-jährigen Ines Müller eine Koordinatorin für das Projekt Familienzentrum.

Bereits seit Oktober ist die Diplom-Ökotrophologin, die auch das Gießener Bündnis für Familie mitgründete und als Mitarbeiterin von Prof. Uta Meier-Gräwe das Projekt Studieren und Forschen mit Kind betreute, beim Jugendamt der Stadt tätig. Bis Ende 2011 soll Müller, deren Stelle entsprechend befristet ist, flächendeckend die Weiterentwicklung der Kindertagesstätten zu Familienzentren begleiten und forcieren. »Wir wollen einen Überblick erhalten, wo welche Kindertagesstätte in Gießen steht und erreichen, dass sich bis Ende 2011 alle auf den Weg in Richtung Familienzentren gemacht haben«, erklärte Weigel-Greilich.

Müllers erste Aufgabe wird es sein, sich in den kommenden Monaten auf einer Rundreise durch Gießen ein Bild von allen 50 Einrichtungen zu machen, die sie aus ihren früheren Tätigkeiten aber teilweise bereits kennt. »Viele sind schon auf dem Weg«, sagte Müller, die zudem im Umfeld der Kitas nach Vernetzungspotenzialen Ausschau halten wird. Solches Potenzial könnte eine Einrichtung wie eine Familienbildungsstätte, ein Sportverein oder die Schuldnerberatung darstellen, die in die Kita-Arbeit eingebunden werden könnten.

In Familienzentren sollen Eltern Angebote zur Frühförderung ihrer Kinder, zu Ernährungs-, Gesundheits- und natürlich Erziehungsfragen erhalten. Nicht zuletzt soll zudem das »gegenseitige Unterstützen« von Familien ermöglicht werden. Schließlich ist die Kindertagesstätte laut Weigel-Greilich in Gießen mittlerweile eine Institution, »die nahezu alle Familien mit mindestens einem Kind im Alter zwischen drei und sechs Jahren erreicht.« Von den 2009 in Gießen eingeschulten Kindern hätten zuvor 92 Prozent eine Kindertagesstätte besucht. Durch den täglichen Kontakt mit den Kindern und ihren Eltern seien die Erzieherinnen mithin wichtige Bezugspersonen für Familien, die mit ihnen auch Freud und Leid teilten, sagte Koordinatorin Müller. Der Erfolg eines Familienzentrums stehe und falle daher mit dem Kita-Team.

Materiell und personell unterstützt die Stadt die Familienzentren einerseits durch einen Fördertopf, aus dem pro Kita maximal 12 000 Euro für die diversen Angebote zur Verfügung stehen, sowie eine zusätzliche Freistellung einer viertel Stelle im Bereich der Kita-Leitung, wobei diese Aufstockung von der Stadt durch die Umsetzung der vom Land verlangten Mindestverordnung zur Personalausstattung ohnehin geleistet werde, erläuterte Weigel-Greilich.

Gemeinsam mit dem Bündnis für Familien wird die Bürgermeisterin am 12. März im Rathaus bei einer Fachtagung mit dem Titel »Gießener Wege zu Kinder- und Familienzentren« eine Zwischenbilanz ziehen.

*

Koordinatorin Ines Müller ist zu erreichen unter 306-1011/E-Mail: ines.mueller@giessen.de. (Foto: Schepp)

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 08.01.2010 - 16.30 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang