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Fall Muhammet: Klinikum will Verlegung

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Artikel vom 15.08.2014 - 11.56 Uhr

Fall Muhammet: Klinikum will Verlegung

Gießen (kw). Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg strebt eine Verlegung des knapp zweijährigen Muhammet Eren D. in ein anderes Krankenhaus an. Das Vertrauensverhältnis zur Familie des kleinen Türken sei »massiv beschädigt«, heißt es in einer Pressemitteilung.

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© Oliver Schepp
Ärzte und Pfleger seien von Unterstützern bedrängt und bedroht worden. Der Gießener Anwalt der Familie, Kai Wiegand, erneuerte indes Vorwürfe gegen das Klinikum. Es gebe Patientenakten zu zögerlich heraus, sagte er der »Süddeutschen Zeitung«.

»Wir hatten uns für Muhammet Eren eine andere Lösung erhofft, müssen aber jetzt akzeptieren, dass die zwischenzeitliche Entwicklung in diesem Fall und die Gesetzeslage keine andere Entscheidung zulassen. Das UKGM kann, darf und wird den Jungen nicht auf die Warteliste zur Herztransplantation setzen lassen«, erklärt der Ärztliche Geschäftsführer des UKGM, Prof. Werner Seeger. Die Eltern und ihr Umfeld wollten dies nicht akzeptieren. Alternative Lösungsvorschläge des Ärzteteams in der schwierigen Situation lehne die Familie ab. »Eine tragfähige Grundlage für die weitere Behandlung des kleinen Muhammet Eren besteht somit nicht.«

Mit massenhaft Telefonaten und E-Mails, aber auch direkt »verbal und körperlich« versuchten Muhammets Unterstützer, das Klinikpersonal unter Druck zu setzen. Ohne ihr Einverständnis seien Beschäftigte fotografiert oder gefilmt und daraufhin bedroht worden. Für die Mitarbeiter des Kinderherzzentrums sei es seit Mitte Juli immer schwieriger, ihre Arbeit auf Station ordnungsgemäß zu erledigen. Das UKGM habe sich gezwungen gesehen, das Besuchsrecht auf die Eltern zu reduzieren. Es habe sich an die Polizei gewandt und erwäge Strafanzeigen.

»Wir bedauern diese Entwicklung sehr, die nicht von uns zu verantworten ist. Unser Ziel ist und bleibt, diesen für die Eltern und uns emotional so bedrückenden Fall des jungen Muhammet Eren jeden Tag aufs Neue mit großer Ruhe, Empathie und medizinisch-pflegerischer Professionalität anzugehen. Aber: Das UKGM hat auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den anderen schwer kranken Kindern, deren Angehörigen, unserem medizinischen und pflegerischen Personal, die sich mit ganzem Einsatz um Muhammet Eren kümmern. Für uns heißt das nun, das Kind in ein anderes Transplantationszentrum oder nach Istanbul zurück zu verlegen«, sagte Seeger.

Alle großen Transplantationszentren in Deutschland sowie jene in Wien und Rotterdam hätten jedoch bereits abgelehnt, Muhammet Eren aufzunehmen. Das entsendende Krankenhaus in Istanbul sei bereit, die Kunstherzbehandlung fortzusetzen.



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Artikel vom 15.08.2014 - 11.56 Uhr
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Leserkommentare
(21.08.2014 23:01)
Kommentator
@ Clarimonde
Was hat die angestrebte Verlegung des Kindes mit "rechtlichen Regelungen bei Transplantationen" zu tun? Nichts.
Was hat die angestrebte Verlegung des Kindes mit "gesundheitlichen Voraussetzungen, um ein Spenderherz zu bekommen" zu tun? Auch nichts.
In einer Sache haben Sie aber recht: Mit den finanziellen Interna (Achtung: der korrekte Plural von Internum lautet Interna, nicht Internas) des Rhön-Konzens und der Geschäftspolitik von Rhön bin ich tatsächlich recht gut vertraut.
(21.08.2014 14:37)
Clarimonde
@ Kommentator
Klären Sie uns doch mal auf. Ganz offensichtlich sind Sie vom Fach, wissen um die rechtlichen Regelungen bei Transplantationen und um die gesundheitlichen Voraussetzungen, um ein Spenderherz zu bekommen.
Darüber hinaus scheinen Sie mit den finanziellen Internas des Rhön-Konzerns vertraut zu sein.
Oder basiert Ihr überaus intelligenter Kommentar auf dem Geschwätz vom letzten Stammtisch?
(21.08.2014 09:38)
Gießenerin
Tja, zu dumm
Es muss natürlich heißen "gewisse Leute". Tippfehler, kann jedem mal passieren. Aber wenn man sich die Kommentare einer gewissen Dame weiter unten anschaut, wird klar, dass es sich nicht um eben solche handelt, sondern es an etwas ganz anderem mangelt.
(21.08.2014 07:55)
Gießenerin
Es gibt
auch gewissen Leute hier im Forum, die erst einmal richtig Deutsch lernen sollten. @ Helen: Rechtschreibung Sechs, setzen!
(17.08.2014 18:44)
Kommentator
Vermutlich...
... ist das zuvor für den kleinen Jungen gespendete Geld aufgebraucht und der Rhön-Konzern kann nichts mehr an ihm verdienen.
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